Burger Do it yourself Steak

Wagyuhof Mostviertel – dem perfekten Burger auf der Spur

Wenn du willst, dass es gut wird, mach es selbst. Auf der Suche nach dem perfekten Patty für unseren Burger sind wir der Einladung des Wagyuhofs im Mostviertel gefolgt, der im Vorfeld eines seiner Verkauftage eine kleine Grillfeier bei sich veranstaltet hat. Dabei haben wir nicht nur auf Kosten des Hauses (yay) verschiedene Delikatessen verkostet sondern auch gleich ein paar Insider Infos zur Aufzucht gesammelt.

Was macht Wagyu eigentlich so besonders?

Der Begriff „Wagyu“ an sich ist eigentlich die schlichte Übersetzung für „japanisches Rind“. Seinen Status erlangte diese Rasse in der Region Kobe, welche berühmt für die Aufzucht dieser vorzüglichen Fleischsorte wurde. Ähnlich verhält es sich ja beim Champagner der nur so heißen darf wenn er aus der Region „Champagne“ stammt. Aber wer will schon Perlwein wenn er bestes Rindfleisch haben kann. Und ja – Wagyu ist also Kobe, nur eben aus einer anderen Region.  Wer in Österreich nach einer Bezugsquelle für Wagyufleisch sucht, wird schnell beim Wagyuhof im Mostviertel fündig. Hier hat sich die dritte Generation eines landwirtschaftlich geführten Betriebs zu unserem Glück der Aufzucht dieser exklusiven Rindersorte gewidmet.

Wir haben unseren Besuch allerdings nicht nur dazu genutzt, zahlreiche Wagyu Delikatessen direkt vor Ort zu verkosten. Obwohl wir ja sonst nicht gerade mit bewusster Nachhaltigkeit glänzen, können uns die Ökofetischisten hier gar nix, kürzer kann die Lieferkette ja wohl nicht sein. Wie hat Fiona Pacifico Griffini Grasser anno 2008 so schön geraten? Wenn du gesund leben willst, züchte dir deine Wagyu Rinder auf dem Balkon. Wir haben die Gelegenheit auch genutzt und Karl Peterseil aus dem Führungstrio, an diesem Tag Grillmeister, ein paar Fragen rund um das begehrte Stück Fleisch gestellt.

Grillmeister Karl
Grillmeister Karl Peterseil beim Servieren seiner selbstgemachten Wagyu Burger

Was unterscheidet die Wagyu Zucht von der herkömmlichen?

Überraschung. In einem qualitätsbewussten Betrieb im Prinzip nicht viel. Wenngleich der Import von Zuchtexemplaren durchaus ein paar höhere Anschaffungskosten impliziert, ist es vor allem das Umfeld und die Details, in denen der Teufel steckt. So leistet man sich im Wagyuhof Mostviertel entsprechend hochwertiges Futter ergänzend zu den umliegenden Grasweiden. Nach bis zu 35 Monaten erreichen die Tiere dann Schlachtreife. Im Wagyuhof setzt man allerdings nicht auf Massenhaltung, weshalb der Betrieb nicht wie ein Supermarkt laufend, sondern nur an vorangekündigten Verkaufstagen mit Fleisch versorgt.

Hoher Besuch aus der Politik (v.l.n.r.): Häupl, Strache, Strolz, Mitterlehner, Glawischnik
Hoher Besuch aus der Politik (v.l.n.r.): Vassilakuh, Strache, Strolz, Mitterlehner, Glawischnig, Faymann

Welches Bier wird zum Massieren verwendet?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Wagyufleisch unter anderem deshalb so zart ist, weil die Rinder während der Aufzucht regelmäßig mit Bier massiert werden. Welch glückliche Fügung, da in Österreich bekanntlich das beste Bier der Welt gebraut wird. Auf unsere Frage, welche Ottakringersorte denn im Wagyuhof zum Einsatz kommt, räumte Karl mit einem weitläufigen Missverständnis auf. Tatsächlich haben Wagyusteaks ihre besondere Zartheit der Genetik zu verdanken, massieren tut hier keiner – auch nicht in der Kobe Region. Wer jetzt mit Schaum vorm Mund an weitreichende Verschwörungen von Monsanto denkt, der irrt sich allerdings gewaltig.

Kugelsteak
Ein Stück vom Kugelsteak

Viel mehr ist es dem unterlassenen Eingriff des Menschen durch äußerst seltenen Kreuzungen zu verdanken, dass Wagyufleisch im Gegensatz zu „normalem“ Rindfleisch besonders fein marmoriert von Fett ist und einen um bis zu 50% höheren Anteil an gesättigten Fettsäuren hat. Und im Fall des Wagyuhof Mostviertel der täglichen Massage in einem Bad von Ottakringerbier, denn hier werden die Tier wiiiiiiiiiiiiiiirklich von Hand massiert und am Abend sanft in den Schlaf gesungen ;-)

Bildungsoffensive beendet, was gibt es zu futtern?

Das war unser Beitrag zur Allgemeinbildung, jetzt geht es ans Eingemachte. Wir hatten es uns noch nicht mal 10 Minuten nach der herzlichen Begrüßung im Wagyuhof Mostviertel gemütlich gemacht, da durften wir bereits eine Kostprobe von einem Tartar dieser besonderen Sorte entgegennehmen.

Wagyu Tartar
Wagyu Tartar

Was sollen wir dazu sagen… nach den vergangen Enttäuschungen nicht viel außer: ein Tartar braucht keine ausgefallene Farbe oder besondere Dekoration, um etwas Besonderes zu sein. Wir wollten schon ganz frech unsere Frauen um eine zweite Portion betteln schicken, da wurden mit einer neuen Delikatesse konfrontiert.

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Gott steh uns bei – Wagyu Roastbeef vom feinsten

Spätestens jetzt war die erste Beziehungskrise der federführenden Redakteure mit unseren besseren Hälften vorprogrammiert, denn das selbstsicher ohne jeden Tussitouch dekorierte Wagyu Roastbeef macht süchtig nach mehr. Völlig verschämt rückt sogar die noch nicht verdaute Pizza vom Vortag zur Seite und macht Platz für diesen hohen Besuch im Magen. Unnötig zu erwähnen, dass der Teller innerhalb von Sekunden leergefegt war und Charlotte selbst mit ihrem traurigen Blick nicht die kleinste Faser abbekommen hat.

Burgerpatties vom Wagyuhof Mostviertel
Burgerpatties vom Wagyuhof Mostviertel

Ein perfekter Burger braucht nicht viel

Damit ein Burger als perfekt bezeichnet werden kann, braucht es eigentlich nicht viel. Die wichtigste Zutat ist das Patty. Wenn das aus hochwertigem Wagyu besteht, kann man eigentlich nicht mehr viel falsch machen. Vermeidet unter allen Umständen dass das Patty durch ist. Und so paradox das auch klingt. Kein Bacon! Whaaat? Vertraut uns, Bacon würde den zarten Geschmack des Wagyu übertönen, da ist es dann ehrlich schade ums Fleisch bzw. tut es normales Rind dann auch.

Burger vom Wagyuhof Mostviertel
Burger vom Wagyuhof Mostviertel

Der Rest ist dann nur noch Formsache bzw. Geschmackssache. Ein ordentliches Bun, guter Käse, der mit seinem Fettanteil hilft, den Geschmack zu transportieren. Etwas Grünzeug, damit der Burger nicht nur lecker sondern auch gesund ist. Und eventuell ein Klecks Sauce, im Falle unseres Wagyu Testexemplars BBQ. Was dafür spricht, sich seinen Wagyuburger selbst zu kreieren? Ein Kilogramm Faschiertes vom Wagyu gibt es bereits ab 23 EUR, wenn man das geschickt aufteilt kann man bis zu 6 Burgerpatties daraus basteln und kommt auf einen Stückpreis von 4 EUR pro Burger. Plusminus dem Drumherum bekommt man um so zum Wert eines Ottonormalburgers Premium Qualität.

Original American Barbeque

Nach unserem Besuch im Brickmakers dachten wir, keine Fans mehr des amerikanischen BBQ Stils zu werden. Am Wagyuhof Mostviertel wollte man uns offensichtlich auch hier eines besseren belehren und so hatten wir ein zweites Date mit dieser unglaublich aufwendigen und laaangwierigen Zubereitungsmethode.

Zarte Wagyu Beefribs aus dem Smoker
Zarte Wagyu Beefribs aus dem Smoker

Mit Kirschholz geräuchert stellen wir fest, dass es nicht notwendig ist das Stück Fleisch 12 Stunden im Smoker zu verstecken. Das heißt, man kann natürlich. Aber warum so lange warten? Die notwendige Zartheit erreicht es viel früher und in unserem Testexemplar mit einer wunderbaren Kruste.

Und keine Sorge, Charlotte ist an diesem Tag nicht verhungert. Tatsächlich durfte sie ein Paar Knochen abnagen und das Mark aus ihnen herausschlecken.

Verwöhnter Hund
Verwöhnter Hund

Das Beste zum Schluss

Total gesättigt waren wir drauf und dran, uns zurück zu lehnen, den Tag ruhig ausklingen bzw. von den Ladies Luft zufächern und Bier bringen zu lassen. Eventuell noch vor der Abfahrt schnell Charlotte gegen ein Wagyukalb zu tauschen (mit ihrem Fell sieht sie ihnen nämlich verdammt ähnlich). Abermals haben wir die Rechnung ohne den Koch gemacht. Der servierte uns nämlich aus Mangel an verfügbarem Filetsteak (der gesamte Vorrat ausverkauft bzw. reserviert) vor dem Abschied noch schnell einen Geheimtipp aus seinem Sortiment, ein Stück Wagyu Kugelsteak.

Wagyu Kugelsteak am Grill
Wagyu Kugelsteak am Grill

Auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Das Steak war perfekt medium durchgebraten und nach dem rasten wunderbar saftig. Die Überraschung dabei war, dass obwohl wir kein Filetsteak vor uns hatten dennoch eine ungewohnte Zartheit vorhanden war, und das zum fast schon läppischen Preis von 62 EUR pro Kilogramm. Wer sich nicht gleich über das selfmade Wagyufilet drüber traut, kann hier mit Premium Qualität üben.

Wagyu Kugelsteak - perfekt Medium
Wagyu Kugelsteak – perfekt Medium

Nach einer so ausgiebigen Verkostung und so vielen tollen Eindrücken bleibt uns nichts weiter übrig als zu sagen: Vielen Dank für die Einladung, gebt uns Bescheid wenn die nächste Grillparty startet! Den Wagyuhof Mostviertel können wir ohne Einschränkung weiterempfehlen und hoffen, dass in Wien noch ein paar Gastronomen im Kampf um das perfekte Steak und den perfekten Burger aus den Vollen mit dem Besten vom Besten in den Ring steigen wollen.

Hier noch ein paar Eindrücke…

Schmeckt so gut - sogar Charlotte stellt sich an
Schmeckt so gut – sogar Charlotte stellt sich an
Wagyuburger - von der Flamme geküsst
Wagyuburger – von der Flamme geküsst
Wagyuburger am Grill
Wagyuburger am Grill
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Der Chef bei der Arbeit
Wagyu Kugelsteak - perfekt medium gegrillt
Wagyu Kugelsteak – perfekt medium gegrillt
Wagyukalb
Wagyukalb
Was guckst du?
Was guckst du?

Wagyuhof Mostviertel

Porstenberg 17
3350 Haag

Tel.: 0650/2650035
E-Mail: woe@wagyu-oesterreich.at
Web: www.wagyu-oesterreich.at
Facebook: www.facebook.com/WagyuRegional

 

 

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