Asiatisch Japanisch

Umami – Fischi fischi fischi

Essen wir zur Abwechslung einmal japanisch. Soll heißen, das kommt dabei raus, wenn man der besseren Hälfte die Restaurantwahl überlässt. Oder besser gesagt, das kommt dabei raus, wenn man der Angebeteten die Restaurantwahl überlassen muss. Something something wann gehen wir wieder mal romantisch zu zweit essen something something. Ihr kennt das ja. Also ab ins Umami.

Findet Nemo

Der Redakteur dieses Beitrags gibt zu, eigentlich ist er jetzt nicht so der Fischfan. Der Kollege würde ihm da wohl beipflichten, aber der Kollege ist nicht anwesend. Dringender Termin. Irgendwas mit FIFA 2016. Hat aber ganz sicher nichts mit der “Findet Nemo” Bettwäsche aus ägyptischer Baumwolle in seinem Schlafzimmer zu tun. Oder der Bitte, unbedingt einen (schlechten) “Findet Nemo” Witz einzubauen. Oder damit, dass man(n) versprochen hat, diesen Testtermin in trauter Zweisamkeit zu zelebrieren.

Widmen wir uns dem Umami. Das auf der Lerchenfelder Straße gelegene Lokal hat es sich wie die Headline schon vermuten lässt zur Aufgabe gemacht, die Anzahl der Nemos und Doris dieser Welt überschaubar zu halten. Immerhin befinden sich auf der Karte vornehmlich japanische Spezialitäten, welche den einen oder anderen Hauptcharakter des beliebten Disney Films “featuren”. Aber keine Sorge, es gibt nicht ausschließlich Fisch und so kann man(n) seine Sushi liebende bessere Hälfte nach einem Blick auf die Auswahl in der Karte zumindest mit einer Sorge weniger begleiten.

Japanische Fusion Cuisine

Das Umami gibt sich schon bei der Auswahl der Vorspeisen redlich Mühe, Skeptiker von der Faszination roher Fische auf dem Teller zu überzeugen. Für unseren Besuch haben wir uns an die Süßkartoffel Chillicreme Suppe mit gegrillter Jacobsmuschel, wie könnte es anderes sein Beef Tataki und Sake Tacos mit Lachstartar gewagt.

Umami - Gruß aus der Küche
Umami – Gruß aus der Küche

Doch bevor wir uns an die Verkostung der Vorspeisen wagen können, gilt es sich mit dem Gruß aus der Küche auseinander zu setzen. Auf den ersten Blick macht er einen sehr leckeren, aber nicht identifizierbaren Eindruck, daher haben wir nachgefragt. Wie bereits vermutet handelt es sich dabei um ein Dingsi Dingsi mit Fisch. Ganz konkret um Faschiertes vom Lachs und Thunfisch, eingewickelt und gebraten in einem Noriblatt. Schmeckt sehr gut, lasst euch es also nicht von eurer Begleitung mit den Worten “das schmeckt dir eh nicht” abluchsen.

Umami - Süßkartoffel Chilicreme Suppe mit gegrillter Jacobsmuschel
Umami – Süßkartoffel Chilicreme Suppe mit gegrillter Jacobsmuschel

Die Suppe hält was sie verspricht. Nebst dem geliebten Geschmack der süßen Variante des Erdapfels entfaltet sich mit jedem Löffel mehr ein Hauch von Schärfe, der jedoch zu keinem Zeitpunkt die führende Rolle im Geschmackserlebnis übernimmt. Versteckt auf dem Boden des Tellers befinden sich dann Stückchen der erwähnten gegrillten Jacobsmuschel. Wer bisher noch nie das Vergnügen hatte: von der Konsistenz weich aber nicht gummiartig, im Geschmack überraschend neutral, es “fischelt” nur im Abgang ein wenig. Aber nicht übertrieben. Können wir also empfehlen.

Umami - Beef Tataki
Umami – Beef Tataki

Kleines Highlight des Abends war dann aber zumindest für den Redakteur doch wieder das Beef Tataki. Erstens weil Beef und zweitens weil nicht Fisch. Spaß beiseite, das rohe Rindfleisch ist eingelegt in Umami Dressing von sehr guter Qualität und ein eindeutiger Beleg dafür, dass die japanische Küche aus mehr als Bento, Sushi und Hentai besteht.

Umami - Sake Taco
Umami – Sake Taco

Sieht nicht nur gut aus, schmeckt auch gut. Es wurde ja oft genug erwähnt, dass der typische Manly Men lieber Essen am Tisch hat, das vorher Muh und nicht Blub gemacht hat. Der Sake Taco hat uns dennoch sehr begeistert. Zum typischen crunchy Geschmack des Tacos gesellt sich das dezente aber wahrnehmbare Aroma des hervorragend abgestimmten Lachstartar. Beides zusammen mit einer weiteren Jakobsmuschel kombiniert die Geschmäcke so raffiniert, dass uns beim besten Willen nichts negatives zum Ergebnis einfällt. Außer, dass man das Ding einfach mit der Hand essen muss. Weder Messer und Gabel noch diese unsäglichen Stäbchen sind wirklich dafür geeignet.

Perlhuhnmasala und Sushi

It’s showtime. Natürlich muss das Umami die Gelegenheit bekommen, in seiner Paradedisziplin zu glänzen. Für unseren Beitrag in Form eines mittleren Umami Sushi Sets, bestehend aus 8 Nigiri und 4 Umami Maki. Falls ihr euch das genauso wenig sagt wie uns, ersparen wir euch die Google Suche. Nigri wie Maki beschreiben die Zubereitungsform. Während der Fisch beim Nigri fast schon lasziv auf den Reis “thront”, wird er beim Maki gerollt und anschließend in kleinere Zylinder geschnitten.

Umami - Sushi Set mittel
Umami – Sushi Set mittel
Umami - Sushi Set mittel
Umami – Sushi Set mittel

Geschmacklich hatte sowohl unsere bessere Hälfte als auch wir dann absolut nichts zu bemängeln. Genaugenommen ist es ein besonderer Genuss, sich durch die unterschiedlichen Sorten zu kosten, da jede für sich ein eigenes Erlebnis darstellt. Selbstverständlich nicht ohne vorher ein wenig mit Wasabi bestrichen und in Sojasauce getaucht worden zu sein. Phasenweise Wasabi-Überdosen samt damit einhergehenden Tränenausbrüchen und Hyperventilation inklusive.

Umami - Perlhuhnmasala mit Reis und Wokgemüse
Umami – Perlhuhnmasala mit Reis und Wokgemüse
Umami - Perlhuhnmasala mit Reis und Wokgemüse
Umami – Perlhuhnmasala mit Reis und Wokgemüse

Wer sich dennoch nicht für die Faszination von rohem Fisch begeistern kann, der hat mit dem Perlhuhnmasala zumindest eine (nicht ganz preiswerte) Alternative. Auf Wunsch mit Reis und Wokgemüse serviert, präsentiert sich ein wunderbar zubreitetes Stück vom Huhn auf dem Teller. Sieht wie wir finden nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch so, nicht zuletzt auf Grund der würzigen Umami Sauce. Zu bemängeln haben wir hier lediglich die Preisleistung, denn die Portionsgröße ist für 19,50 EUR doch recht klein ausgefallen.

Bewertung Umami

  • Erreichbarkeit - 6/10
    6/10
  • Ambiente - 9/10
    9/10
  • Angebotsvielfalt - 8/10
    8/10
  • Freundlichkeit - 10/10
    10/10
  • Schnelligkeit - 7/10
    7/10
  • Kompetenz - 10/10
    10/10
  • Menge - 7/10
    7/10
  • Zubereitung - 9/10
    9/10
  • Geschmack - 8/10
    8/10
  • Preisleistung - 7/10
    7/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10

Fazit

Das Umami ist ein kleineres aber feineres Lokal mit wunderbarem Ambiente. Das merkt man nicht nur an der Ausstattung oder dem sympatischen Servicepersonal, sondern auch an den Gästen. Bei unserem Test hatten wir das Glück, neben zwei Stammgästinnen zu sitzen und sind im Laufe des Abends ins Gespräch gekommen. Nicht nur haben die zwei das Umami in den höchsten Tönen gelobt, sondern selbst einen Beitrag zu unserem guten Eindruck geleistet, indem sie uns spontan auf ein Glas Wein eingeladen haben. Wenn es also ein Restaurant im Umfeld der Lerchenfelder Straße schafft, Menschen so für sich zu begeistern, dann können wir für das Ambiente und Bereiche der Servicequalität nur Bestnoten vergeben.

Auch das Essen besticht durch hochwertige Zubereitung und sehr guten Geschmack. Und selbst wenn man kein Sushi Fan ist, muss man sich vor einem Besuch im Umami nicht fürchten, denn es gibt genügend Alternativen in der Auswahl, die extravagant genug sind, um dem Restaurant alleine dafür einen Besuch abzustatten. Lediglich bei der Menge bzw. Preisleistung müssen wir uns an den Benchmark halten und hier zeigt das Umami die selbe Schwäche wie viele andere hochwertige Restaurants. Die Mengen sind eher nicht männlich, bzw. ist die Preisleistung nicht die Beste.

7.8/10
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*Charlotte musste FIFA 2016 spielen

Restaurant Eckdaten

Adresse:
Lerchenfelderstraße 88-90
1080 Wien

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 11:30 – 15:00 und 18:00 – 24:00
Feiertags: 18:00 – 24:00

Kontakt:
Email: eat@umami5.at
Tel: +43 (01) 956 19 07
Website: www.umami5.at
Facebook: www.facebook.com/UmamiVienna

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