Burger

TGI Fridays – Hier ist es immer Freitag

Eine typische Verzerrung der Realität. Im Alltag des nachhaltig Bio-terrorisierten Österreichers (Pun intended) ist alles schlecht, was von jenseits des Bauern um die Ecke zu uns kommt, komische Abkürzungen besitzt und irgendwie nach Franchise aussieht. Dabei lernen wir im Hollywood-Blockbuster-Kino tagein, tagaus: gute Qualität und Verarbeitung von Zutaten sind das Mindestmaß eines Burgers, seine Klasse bekommt er immer erst durch die geheime Spezialsauce.

Thanks god, it’s Friday!

Definiere eine typische Männerbar. Man nehme dies und das und am Ende kommt immer ein Irish Pub heraus. Gib dem Ganzen dann noch eine entsprechende Cocktailbar (for the girls!) und eine Speisekarte, die nicht nur aus Bier und Burger besteht, verpacke es mit US-amerikanischem Charme und du sitzt im TGI Fridays. Das am Schwarzenbergplatz gelegene Restaurant bietet nicht nur nette Specials rund zur Mittagszeit und zur Happy-Hour. Das abwechslungsreiche und innovative Speiseangebot bietet zusammen mit der Möglichkeit, von jedem Sitzplatz im Restaurant aus den Blick auf einen Fernseher (auf dem Sport läuft) zu richten auch mehr als genug Gelegenheit, die Frage der Dame zu ignorieren, ob sie nicht einen Bissen vom soeben bestellten Burger zu bekommen könnte. Nachdem unser Burger-Count in diesem Jahr noch fahrlässig niedrig war, sind wir nach Feierabend zusammen mit ein paar Kollegen aus der Arbeit zum TGI Fridays gepilgert, um dort einen der Anwärter auf den besten Burger der Stadt zu testen. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, dennoch fiel die Auswahl ausgesprochen homogen aus. Fast alle entschieden sich für den Jack Daniels Burger, nur die anwesende Dame meinte, auf der Rechnung das Klischee mit einem Salat zu bedienen. Wiedergutmachung leistete sie durch die Bestellung der gerade angebotenen Baconfries. Ja ihr lest richtig, in Speck ummantelte und fritierte Erdäpfelsticks. Zwar waren die Fries mehr der Kategorie Wedges zuzuordnen, nobelpreisverdächtig ist die Idee dennoch. Und dann war da noch ein Bacon-Cheeseburger…

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Ultimate Jack Daniels Burger

Hat man wenig Zeit, kennt sich nicht aus oder war vorher noch nie im TGI, ist die Auswahl eigentlich sehr leicht zu treffen, da man nur wenig Entscheidungen treffen muss. Nehme ich den Jack Daniels Burger oder upgrade ich auf einen Ultimate Jack Daniels Burger? Bleibe ich bei den Standard Pommes oder möchte ich lieber die Sweet Potatoe Variante? Da wir einen Ruf zu verlieren haben, war die Entscheidung trotz komplett umgekehrter Vorzeichen (hatten genügend Zeit, Ahnung und waren schon öfters im TGI Fridays) ebenfalls recht einfach: Ein Ultimate Jacky mit Sweet Potatoe Fries bitte. Medium gebraten. Ja, in einem guten Lokal wird man auch bei einem Burger nach der Gar-Stufe gefragt. Erstes großes Plus, die Wartezeit war trotz der bestellten Menge überaus kurz und alle bekamen den Burger ihrer Wahl gleichzeitig serviert.

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Der Burger selbst war dann ein Meisterwerk, bis man versucht hat, ihn seiner Bestimmung zuzuführen. Denn wer es mag, seinen Burger so zu essen, wie Gott es für den Menschen vorgesehen hat (mit den Händen…), erlebt hier eine kleine Überraschung. Es. Ist. Nicht. Möglich. Den Ultimate Jack Daniels Burger mit den Händen zu essen, ohne dass die Zutaten an einer Seite heraus fallen oder man dieses Gedicht eines Burgers optisch so deformiert, dass man beim Essen ein schlechtes Gewissen bekommt. So blieb uns nichts anderes übrig als ihn mit dem Besteck zu sezieren. Was auf der anderen Seite den Vorteil hatte, dass wir uns so die Qualität der Zutaten genauer ansehen konnten.

Und hier gibt es nichts zu bemängeln. Unsere blasphemische Art und Weise, ihn zu essen hatte keine Auswirkung auf das Geschmackserlebnis und auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Was wir im Text vorher schon durchblicken haben lassen sei hier explizit hervorgehoben. Der Jack Daniels Burger des TGI gehört unbestritten und definitiv zu den besten Burgern der Stadt und wir setzen ihm nur deshalb nicht jetzt schon die Krone auf, weil es zu diesem Zeitpunkt schlicht unseriös wäre, immerhin gibt es noch eine Reihe von Alternativen zu testen.

Diese Lobhudelei begründet sich nicht (nur) durch die Qualität der Zutaten oder die Perfektion der Verarbeitung (Burger-Science ist keine Rocket-Science), sondern schlicht um den Teufel, der wie immer im Detail liegt. Fast genauso männlich und fast ebenso genial wie die Worte manly & man ist die Rede von Jack & Daniels! Das nach dem bekannten Whisky benannte schwarze Gold ist die offensichtliche Geheimzutat des gleichnamigen Burgers im TGI Fridays, nicht zu dominant aber spürbar im Geschmack. Man bekommt einen süßlich pikanten Unterton, der hervorragend mit den Geschmacksnoten der anderen Zutaten harmoniert.

Die Sweet Potatoe Fries waren ebenfalls hervorragend zubereitet, nicht lätschert sondern perfekt knusprig herausgebacken mit einer süßlichen Note, die sich perfekt mit der dazu servierten Jack Daniels Sauce als Dip ergänzt. Als einzigen Schwachpunkt können wir hier nur das Bun identifizieren, dieses war für unseren Geschmack nicht perfekt, besonders die unter Hälfte war tendentiell zu dünn geschnitten und nicht ausreichend angetoasted, um eine effektive Hilfe beim Verzehr mit der Hand zu bieten.

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Der Salat

Nur fürs Protokoll… (keep on scrolling baby, you know what time it is)

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Bewertung TGI Fridays

  • Erreichbarkeit - 6/10
    6/10
  • Ambiente - 7/10
    7/10
  • Angebotsvielfalt - 9/10
    9/10
  • Freundlichkeit - 8/10
    8/10
  • Schnelligkeit - 9/10
    9/10
  • Kompetenz - 7/10
    7/10
  • Menge - 9/10
    9/10
  • Zubereitung - 8/10
    8/10
  • Geschmack - 8/10
    8/10
  • Preisleistung - 9/10
    9/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 5/10
    5/10

Fazit

Lasst euch nicht vom Gequatsche der Salatisten verunsichern. Franchise-Restaurants werden nur zu gerne mit Fastfood-Ketten verwechselt. Das TGI Fridays überzeugt mit einem stimmigen Konzept (Essen + Cocktails + Sport), bei dem am Ende auch die Qualität stimmt. Man wird zügig bedient und wartet nicht unnötig lange auf sein Essen. Und das wichtigste: die Qualität passt. Trotz des wirklich stattlichen Preises von EUR 20,90 für einen Ultimate Jack Daniels Burgers passt auch die Preisleistung. Die kleine Variante gibt es schon um EUR 15,90, die ganz Sparsamen können sich mit EUR 12,90 bereits einen Bacon-Cheeseburger gönnen, für den man woanders schon mal mehr bezahlt. Wem so gar nicht der Sinn nach Burgern steht, findet in der Tex-Mex Küche oder den Sandwitches, Steaks, Ribs, Wings ganz sicher eine mehr als zufriedenstellende Alternative.

7.5/10
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Update 2015/12

In der Großen Menge an herausragenden Restaurants haben wir unsere Benchmarks für die Bewertung von Restaurants über das Jahr gesehen sukzessive angepasst. Das führt dazu, dass wir einige Bewertungen vom Anfang des Jahres etwas revidieren müssen, damit die Punkte vergleichbar zu den Kontrahenten stehen. Wir waren zwischenzeitlich auch noch ein paar mal im TGI und korrigieren unsere Eindrücke ein wenig nach unten. Nichts desto trotz bleibt das TGI eine hervorragende After Work Burger Sports Bar, die wir für mehr als einen Besuch empfehlen!

Restaurant-Eckdaten

Adresse:
Schubertring 13
1010 Wien

E-Mail: office@tgifridays.at
Web: www.tgifridays.at
Facebook: facebook.com/tgifridaysvienna

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