Burger

Spear – After work, during brunch

Sonntagmorgen. Also 13 Uhr. Was tun? Richtig, Mittagessen! Brunchen ist nur was für Bobos und Hipster, welche Location eignet sich da mehr als der 7te Gemeindebezirk, und damit hätten wir eine Pointe als Einleitung zu unserem Burgertest im Spear, das mit seinem Rice-Burger ein ganz besonderes Angebot im Portfolio hat

Klein aber fein

Wer im Spear zur Rushour (Afterwork und zum Sonntagsbrunch) vorbei schaut, der sollte lieber eine Reservierung vornehmen. Das überschaubare Lokal ist nämlich gut besucht! Tolles Service am Rande, es wird gleich in der Reservierungs Bestätigung auf den Umstand hingewiesen, dass es zwar einen abgelegenen Raucherbereich (im inneren des Lokals) gibt, dieser jedoch nicht räumlich getrennt ist. Chapeau an die Lokalbesitzer, bei unserer Anwesenheit im Nichtraucherbereich haben wir dank der hervorragenden Belüftung keine Note Tabak wahrgenommen.

Baconburger

Das Spear leistet sich nicht den Luxus, unzählige Burgervarianten anzubieten und das Risiko einzugehen, keinen davon ordentlich zubereiten zu können. So begrenzt sich das Angebot auf vier Burger im klassischen Segment, zusätzlich gibt es die eine oder andere Chickenvariante. Würden wir einen Veggiblog betreiben, würden wir auch von der Existenz einer vegetarischen Variante erzählen.

So bekommt man um den Einstiegspreis von 9,50 EUR einen Baconburger mit wahlweise Pommes oder Salat – d.h. mit Pommes – und hat dazu die Möglichkeit, um 2,90 EUR bzw. 5,50 EUR ein Double bzw. Triple Patty Upgrade vorzunehmen. Wir haben uns beim Test für die Standardvariante entschieden.

Spear - Baconburger
Spear – Baconburger

Hat man das Objekt der Begierde dann endlich vor sich, könnte man zunächst ob der Größe etwas überrascht sein. Dann erinnern wir uns, dass es ja die Möglichkeit zum Upgrade gegeben hätte und die Menge um 9,50 EUR dann doch eine ganz ordentliche Preisleistung (Location, Location, Location) hat. Spätestens beim ersten Bissen sind dann letzte Zweifel beseitigt. Zwar war das Patty eine Spur zu durch, aber gerade noch so Medium, dass wir keine Abzüge dafür vergeben müssen.

Spear - Baconburger
Spear – Baconburger

Sehr positiv ist das hochwertige Burgerbun, hier können sich viele Konkurrenten eine Scheibe abschneiden. Wunderbar griffig, unten nicht zu dünn, damit wird es trotz Salat, Tomate, Salatgurke und BBQ-Sauce als Belag nicht zu einer gatschigen Angelegenheit. Zudem hatten wir den Eindruck, dass das Patty handmade (d.h. kein Fertigteil) war. Gibt es dann noch was zu meckern? Naja, wie wärs denn z.B. mit einer Wagyu Variante? Ok wir geben schon Ruhe.

Spear - Baconburger
Spear – Baconburger

Um konstruktiv zu bleiben, selbst mit Upgrade Funktion könnte der Standardfleischanteil größer sein, man könnte hier z.B. die Gurke als wertbestimmenden Bestandteil einsparen. Oder die Tomate, Hand aufs Herz, wer braucht unbedingt eine Tomate in seinem Burger? Wenn etwas nicht fehlen darf, dann Bacon und davon gabs zur Abwechslung (in Relation) mal ausreichend im Burger.

Minced Beef Sticky-Rice Burger

Warnung, die nachfolgenden Zeilen könnten Hipsterherzen höher schlagen lassen. Wer so intolerant, wie z.B. militante Veganer mit Boxclub-Mitgliedschaft, ist, und Fusionsküche meidet wie der Teufel das Weihwasser, der kann an dieser Stelle zum Ende scrollen, denn der folgende Absatz fließt nicht wertbestimmend in unsere Abschlussbewertung ein.

Spear - Minced Beef Sticky Rice Burger
Spear – Minced Beef Sticky Rice Burger

Das Spear hat sich selbst zum Leitsatz gesetzt, nicht nur 0815 Küche anzubieten sondern neben hoher Qualität auch individuelle Kreationen anzubieten. Und so ergab es sich, dass eine ganz spezielle Burgervariante das Licht der Welt erblickt hat, bei der das klassische Burgerbun durch Reis ersetzt wurde.

Das Ergebnis war für uns dann auch sehr ambivalent. Auf der einen Seite könnte man ob des Umfangs im Vergleich zum Bacon Burger etwas enttäuscht sein. Auf der anderen Seite übt sich das Spear bei dieser Variante mit gegrilltem Beef-Patty mit Zitronengras, Minze und Koriander zwischen 2 Reisburgern und Sour-Sweet-Sauce oder Soja-Chili-Sauce wohl zu Recht in Zurückhaltung, immerhin möchte man solch exotische Geschmacksnuancen nicht in schnöder Masse  untergehen lassen. Ob das Experiment geglückt ist, lässt sich dann – um objektiv zu bleiben – nicht eindeutig festlegen.

Spear - Minced Beef Sticky Rice Burger
Spear – Minced Beef Sticky Rice Burger

Auf der einen Seite führt die karge Ausstattung samt Minznote dazu, dass der Burger eher in der asiatischen Küche einzuordnen ist, hier schlägt nur das Beef-Patty geschmacklich „irritierend“ zu Buche. Wer sich einen Burger erwartet wird durch die Abwesenheit klassischer Geschmacksträger (Käse und Bacon als offensichtlichste Beispiele) fast schon frustriert. Wer sich daher an die Bestellung wagt, sollte keine „weitere Burgervariante“ erwarten.

Spear - Minced Beef Sticky Rice Burger
Spear – Minced Beef Sticky Rice Burger

Wir honorieren jedenfalls den Mut zu einer so kompromisslosen und eigenständigen Burgervariante, die in Wien einzigartig ist und sicherlich eine Fangemeinde für sich erobern kann. Es steht wohl außer Frage, dass hier viel Zeit und Überlegung in die Kreation im Detail geflossen ist. Und so so schließen wir diesen Absatz mit dem konstruktiven Vorschlag, den Fokus  für männliche Banausen mehr auf die extravaganten Buns zu legen und beim Belag auf bewährtes (Bacon, Cheese und noch mehr Bacon zu setzen).

Bewertung Spear

  • Erreichbarkeit - 6/10
    6/10
  • Ambiente - 7/10
    7/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 8/10
    8/10
  • Schnelligkeit - 7/10
    7/10
  • Kompetenz - 7/10
    7/10
  • Menge - 7/10
    7/10
  • Zubereitung - 8/10
    8/10
  • Geschmack - 8/10
    8/10
  • Preisleistung - 7/10
    7/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10

Kurzfassung

Das Spear ist eine Allroundlösung. Ob du am Wochenende zum Brunchen vorbei schaust oder wie ein bunter Hund mit einer Burgerbestellung samt Fotoshooting am Sonntag um 13 Uhr hervorstichst. Auch unter der Woche bietet das Spear eine anständige Location zum Ausklingen eines Arbeitstags mit Kollegen oder Freunden um die Ecke. Allround heißt aber auch, dass das Spear sich damit nicht als nonplus Experte in Sachen Burgern positioniert, muss sich mit der gebotenen Leistung aber auch nicht verstecken und das wollen wir hier ausdrücklich betonen!

Charlotte war diesmal auf Grund eines Thermenurlaubs abwesend, weshalb die Hundewertung ausfällt. Für die Lage des Lokals bzw. Parkmöglichkeit geben wir nur eine Durchschnittsnote, weil seit dem Umbau der Mariahilferstraße (die wir vom neuen Flair her großartig finden) muss man leider dazu sagen, dass die Verkehrsituation nicht optimal aufgelöst wurde, sprich die Parkplatzsituation ist im Vergleich zum Rand der Fuzo in der Innenstadt eher schlecht. Auf der anderen Seite herrscht das Parkverbot in den Ladezonen nur von Mo-Sa d.h. am Sonntag entspannt sich die Situation merklich. Eine klare Einladung, den nächsten Burger im Spears wieder an einem Sonntag zu genießen, samt anschließenden Verdauungsspaziergang mit der besseren Hälfte auf der neuen Mahü. Und das ohne Gefahr zu laufen die Geldbörse mittels Shopping weiter zu erleichtern - denn Sonntagsöffnung für Geschäfte gibt es ja noch nicht ;)

7.0/10
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Restaurant Eckdaten

Adresse:
Neubaugasse 15
1070 Wien

Öffnungszeiten:
Di – Sa ab 15:00
So 11:00 bis 18:00

Telefon: +43 (1) 236 98 76
E-Mail: info@spear.at
Website: www.spear.at
Facebook: www.facebook.com/spear.at

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