Burger

Rollercoaster Restaurant – Achterbahn der Geschmäcker

Es gibt in der Evolutionsgeschichte so eine Theorie. Männer entwickeln sich bis 14, danach wachsen sie nur noch. Junggeblieben heißt das, oder? Nun, für die Nochjüngergebliebenen gibt es mit dem Rollercoaster ein interessantes neues Restaurantkonzept, bei dem die Bestellung per Achterbahnfahrt den Weg zu seinem Verzehrer findet.

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt

Wer in den letzten Wochen die Gratis Tageszeitungen Blätter in der Hand hatte, wird vielleicht bemerkt haben: Der Wiener Prater ist um eine neue Attraktion reicher. Mit dem Rollercoasterrestaurant haben Besucher seit dem 1. April (kein Scherz) die Chance, sich ihr essen standesgemäß per Achterbahn servieren zu lassen. Unser Kind im Manne war neugierig, und hat dem Lokal, dass sich derzeit noch im Probebetrieb befindet, einen Besuch abgestattet. Wir schildern unsere Eindrücke daher mit einem Vorbehalt, immerhin könnte sich mit offiziellem Start noch etwas ändern.

Zum Status Quo jedenfalls gilt es, einen wahren Berg zu erklimmen, immerhin residiert das Rollercoasterrestaurant direkt am Platz vor dem Riesenrad quasi über dem Madame Tussauds. Ein Schelm, wer vermutet, dass mit dem erklimmen der Treppen der Getränkekonsum angekurbelt werden soll.

Rollercoasterrestaurant - Bestellen mit Tablet
Rollercoasterrestaurant – Bestellen mit Tablet

Am Eingang meldet man sich dann mit der Anzahl an Gästen und bekommt gegen Vorlage eines Lichtbildausweises eine Innovation in Wien: ein Tablet als Speisekarte. Danach wird man zu seinem Platz geführt und das Konzept erklärt. Demnach blättert man sich durch die bebilderte Speisekarte, legt die Auswahl von Getränken und Speisen in einen Warenkorb und drückt auf bestellen. Doch halt, die Bestellung kommt ja per Achterbahn zum Tisch. Damit das System erkennt, wohin sie liefern, gilt es danach noch, das Tablet an die Nummer des Tisches zu halten. Vermutlich per NFC wird die Bestellung dann eingebucht und das Warten beginnt.

Rollercoasterrestaurant
Rollercoasterrestaurant

Normalerweise überbrücken wir Wartezeiten mit Unterhaltungen, hier offenbart sich aber eine erste Schwäche im Konzept. Zum einen ist die Musik etwas laut, zum anderen stören die Schienen der Achterbahn, da sich den Blick auf das Gegenüber beinträchtigen. Solang man als Paar unterwegs ist, sollte das kein Problem sein, hier setzt man sich einfach nebeneinander. Was auch ganz witzig war, von Zeit zu Zeit startete eine Lightshow, bei der das Licht komplett heruntergefahren wird und die Ledinstallationen an der Achterbahn das Ruder übernehmen. Sehr cool anzusehen, für Unterhaltungen wie gesagt – wenig förderlich.

Rollercoasterrestaurant - The show must go on
Rollercoasterrestaurant – The show must go on

Essen auf Schienen

Kurz bevor das Essen erscheint, leuchtet auf der LED-Tafel vom Tisch an dem man sitzt ein Countdown auf. Dieser läutet die „Buzz-Challenge“ ein. Man schlägt so oft wie möglich auf den Buzzer vor einem, und der Sieger erhält 10 Punkte. Benefits davon gibt es außer Spaß an der Freude zumindest im Probebetrieb keine, außer dass man zusehen kann, wie das Essen durch einen Looping geschossen wird. Keine Sorge, es wird nicht durcheinander gebracht, denn serviert wird alles in einem Topf, zugedeckt mit einem Teller. Aus Pappe.

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Rollercoasterrestaurant – Essen in Töpfen

Und damit zum eigentlichen Thema, dem Essen. Für unseren Test haben wir uns für einen Mix aus Knoblauchbaguette Pasta, Burger und Schnitzel Chickenstrips mit Pommes entschieden.

Cheeseburger

Der Rollercoaster Cheeseburger kommt in zwei Fuhren. Die Erste beinhaltet den Burger, die Zweite die Pommes. Die Pommes sind in der Zubereitung schlichter Standard und nicht weiter der Rede wert, daher direkt zum Burger. Die Küche steht ja vor einer logistischen Herausforderung (der Burger muss in den Topf passen) und daher waren wohl einige Entscheidungen konzeptioneller Natur.

Rollercoasterrestaurant - Cheeseburger
Rollercoasterrestaurant – Cheeseburger
Rollercoasterrestaurant -Cheeseburger
Rollercoasterrestaurant -Cheeseburger

Ein glutenfreies Bun, dass um knapp 13 EUR die Standardkomponenten für einen Burger vereint. Optisch sind wir ja nicht unbedingt ein Fan von flachen Burgern, aber der äußere Eindruck kann ja täuschen. Aber auch mit seinen inneren Werten hat er uns leider nicht überzeugt.

Rollercoasterrestaurant - Cheeseburger
Rollercoasterrestaurant – Cheeseburger

Vorbehaltlich des Probebetriebs glauben wir nicht, dass man sein Patty anders als durch bekommt (die Garstufe kann man sich bei der Bestellung nicht aussuchen). Auch scheint das Fleisch eine Spur zu fein faschiert, was sicher ein Vorteil ist, um das Patty in Form zu halten. Geschmacklich hat uns dann auch ein Bissen genügt. In unseren Exemplaren wurde leider auch nicht an Sauce Mayonnaise gespart. Das Bun selbst können wir nicht objektiv bewerten, da uns  der Vergleich zu glutenfreien Buns fehlt. Wir sind in diesem Fall jedenfalls froh, dass wir nicht gezwungen sind, uns glutenfrei zu ernähren.

Und der Rest

Zum Rest gibt es nicht viel zu sagen. Die Chickenstrips sind nach Aussagen des Restaurants selbstgemacht und ok. Das Knoblauchbrot genauso – unspektakulär. Wie wir zur Hölle auf die Idee gekommen sind, Pasta zu bestellen? Sind wir nicht, hinter solch unsinnigen Entscheidungen steht wie könnte es anders sein eine Dame aus unserer Bekanntschaft. Wie es ihr geschmeckt hat? Sie behauptet es war ok aber nicht überragend.

Rollercoasterrestaurant - Chickenstrips
Rollercoasterrestaurant – Chickenstrips
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Rollercoasterrestaurant – Pasta
Rollercoasterrestaurant - Knoblauchbrot
Rollercoasterrestaurant – Knoblauchbrot

Bewertung Rollercoasterrestaurant

  • Erreichbarkeit - 7/10
    7/10
  • Ambiente - 7/10
    7/10
  • Angebotsvielfalt - 6/10
    6/10
  • Freundlichkeit - 7/10
    7/10
  • Schnelligkeit - 6/10
    6/10
  • Kompetenz - 5/10
    5/10
  • Menge - 6/10
    6/10
  • Zubereitung - 5/10
    5/10
  • Geschmack - 4/10
    4/10
  • Preisleistung - 6/10
    6/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 2/10
    2/10

Fazit

Mit Essen spielt man nicht? Im Rollercoasterrestaurant schon. Und es ist witzig. Die Idee ist durch das Franchise nicht ganz neu, in Wien aber ein echtes Novum. Bei der Burgerkompetenz müssen wir aber einige Abstriche machen. Inhalt, Form und Zubereitung performen eher unterdurchschnittlich. Das könnte sich nach der Probezeit bessern, insofern würde es uns interessieren, wie andere das beurteilen, bitte lasst uns dazu ein Kommentar hier. Die mäßige Performance ist natürlich subjektiv und begründen wir mit dem Preis. Um 13 EUR erwarten wir mehr. So bleibt der Eindruck, dass man für den "Luxus", sein Essen per Achterbahn zu bekommen, einen nicht ganz unerheblichen Aufschlag bei Essen und Getränken hinnimmt. Auf Grund der Lautstärke und Architektur der Schienen sind Gespräche schwer zu führen, der Fokus liegt klar auf dem Entertainment Programm des Rollercoasterrestaurants. Wozu also hinschauen? Das Konzept ist einzigartig und man darf nicht vorschnell urteilen. Wenn ihr mit Kindern unterwegs seid ist das Rollercoasterrestaurant sicher für die einen oder anderen ein netter Ausklang zu einem Praterbesuch. Nur den besten Burger der Stadt, den gibt es hier sicher nicht.

5.5/10
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* Eindeutig zu laut für Hunde unserer Meinung nach

Restaurant Eckdaten

Adresse:
Riesenradplatz 6/1
1020 Wien

Öffnungszeiten:
Mo.-So.: 11:30 – 23:00h

Tel: +43(0)660 244 3823
Mail: office@rollercoaster.rest
Web: www.rollercoaster.rest
Facebook: www.facebook.com/RollercoasterVienna

3 Kommentare

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  • Ein Tablet als Speisekarte, keineswegs eine Innovation in Wien!! Das 4eck im ersten hat schon vor Jahren damit gestartet, leider konnte sich das aber auf Dauer nicht durchsetzen!!

    • Hey Berni,

      dort waren wir (leider) noch nicht – für uns war es daher neu. Hat aber ohnehin nichts an der mäßigen Performance geändert. Aber danke für den Hinweis!

      LG

  • Einziger Pluspunkt Personal war recht freundlich. (in der Zeit wo wir Kontakt zu den Kellnern hatten)
    Wir hatten noch nie so furchtbare Burger wie in diesem Restaurant. Um das Geld hätte ich mir bessere Qualität erwartet. (essen war kalt, Fleisch geschmacklos, Brötchen alt und kurz vorher nochmal aufgebacken, Qualität der Pommes mit Clever Pommes zu vergleichen wenn es nicht sogar welche waren)
    Jede Imbissbude hat besseres Essen.
    Bei einem Versuch meinerseits eine konstruktive Kritik beim bezahlen abzugeben, wurde mir gesagt das dieses Restaurant nur für den Spaß sei… da staunten meine Freundin und ich nicht schlecht.
    Wir gehen oft essen und testen auch neue Sachen aus, so etwas kam uns echt noch nicht unter.

    Maßlose Enttäuschung!!!!

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