Asiatisch

Mama Liu & Sons – Sharing is caring

Frau, heute ist dein Glückstag. Du musst mich nicht bekochen, wir gehen essen. Zur Abwechslung mal asiatisch. Möchte dieses Mama Liu & Sons ausprobieren. Was soll das heißen, du hast keine Lust auf chinesisches Essen? Dieses ganze Glutamat und der Küchengeruch und die Tschingtschangtschung Begleitmusik sind dir nicht romantisch genug? Kein Problem, gibt es hier alles nicht. Und wegen dem dummen Spruch zur Einleitung geht die Rechnung auf mich.

Hipster trifft Chinesisch

Tatsächlich erkennt man Mama Liu & Sons bereits an der Außenfassade nicht als einen „typischen“ Chinesen, der alle Klischees erfüllt. Das liegt allerdings vermutlich daran, dass sich diese gerade im dezenten Umbau befindet. Dennoch ist durch die großen Auslagen für jeden Vorbeigehenden ein Blick ins Lokal möglich und selbst hier könnte man meinen, es eher mit einer Art Vapiano als einem fernöstlichen Gastrobetrieb zu tun zu haben. Wer die Website besucht, der bekommt unter der Rubrik „Kontakt“ einen Eindruck zum Geschäftslokal. Würde man die Definition dieses Restaurantkonzepts auf Wikipedia suchen, der erfolgsversprechenste Begriff wäre wohl „hipsternesisch“.  Aber nun genug  vom Ambiente – hin zum Wesentlichen.

Dekoration
Mama Liu & Sons – Hipstermauer trifft asiatische Stilelemente

Wer isst, ist ein König – Wer nicht gern isst, ist verdächtig

Was sich beim ersten Eindruck angekündigt hat, setzt sich auch in der Speiseauswahl fort.  Frühlingsrollen, Acht Schätze oder Gan Bian sucht man hier vergebens. Tatsächlich offenbart die Speisekarte gleich zu Beginn: Was man von den Spaniern mit ihren Tappas kennt, ist auch in China üblich. Wer sich also sonst nie entscheiden kann (Hallo Schatz!), ist hier sicher gut aufgehoben, denn er kann sich aus einer Vielzahl von Speisen kleinere Portionen bestellen.

Speisekarte als Klemmbrett
Mama Liu & Sons – Speisekarte als Klemmbrett

Also zurück zur Speisekarte, diese teilt sich bei Mama Liu & Sons in eine saisonale Seite, Kaltes, Warmes und Hot Pots. Während Experimentierunwilligen oder Abwechslungsresitenten bei den saisonalen Angeboten dann doch noch ein Gong Bao Chicken den Tag rettet, finden Unentschlossene unter den kalten und warmen… (ja wie nennt man es, wenn nicht Tappas?)… Chitappas so ziemlich für jeden Geschmack etwas.

Um quer Beet einen guten Überblick zum Geschmack zu gewinnen, entschieden wir uns in einer Gruppe von vier Personen dazu, eine Auswahl an kalten und warmen Gerichten nach dem Prinzip „Sharing is caring“ als Vorspeise zu bestellen.

Konkret waren das bei den kalten Gerichten: Bambussalat Lu Shun Sha La,  der Gurkensalat Huan Gua Sha La und geschmorte Entenbrust mit dem Namen Mamas Jian Ya.

Gurkensalat
Mama Liu & Sons – Gurkensalat, viel Spaß mit den Stäbchen
Bambussalat
Mama Liu & Sons – Schmeckt besser, als es aussieht
Nicht viel, dafür teuer (6,90 EUR)
Mama Liu & Sons – Entenbrust – Nicht viel, dafür teuer (6,90 EUR)

Von den warmen Gerichten probierten wir Rou Wan bzw. Fleischbällchen (richtig, Fleischbällchen!), Ga Li Jiao (gebratene Curry-Rindfleisch-Taschen),  Xio Bing (eine Art Fladenbrot gefüllt mit div. Zutaten) und Xia Jiao (gedämpfte Teigtaschen).

Xiao Bing
Mama Liu & Sons – Xiao Bing (gefüllte Flade)
Ga Li Jiao
Mama Liu & Sons – Ga Li Jiao (Curry-Rindfleisch-Teigtaschen)
 Xia Jiao (gedämpfte Teigtaschen)
Mama Liu & Sons – Xia Jiao (gedämpfte Teigtaschen)
Rou Wan
Mama Liu & Sons – Chinesische Köttbullar (Fleischbällchen)

Bei den kalten Vorspeisen kam wenig überraschend die Entenbrust als Geschmackssieger hervor.  Die unkonventionell aussehenden Salate konnten hier geschmacklich schlicht keine besonderen Akzente setzten. Im Gegensatz dazu waren wir von den warmen Gerichten durchwegs positiv überrascht. Während die gebratenen Teigtaschen sehr gut nach Curry schmeckten (also nicht übertrieben) und auch die gedämpfte Variante mit die gute Qualität der Zutaten unterstreicht, entpuppten sich neben der gefüllten Flade ausgerechnet die Fleischbällchen als die heimlichen Sieger des Abends. Genau genommen waren sie so gut, dass Mama Liu bei Ikea Nachhilfestunden in der Zubereitung im Austausch für neues Geschirr geben könnte. EDIT 20.02.16: Mittlerweile gibt es neues Geschirr Denn genau von hier stammt ein Großteil der Utensilien, auf und in denen man seine Speisen wiederfindet. Das alleine wäre ja kein Drama, allerdings haben diese billig-Sets nicht unbedingt die beste Qualität, weshalb viele der uns gebrachten Teller schon einige Sprünge und Absplitterungen hatten.

Just classic

Als Hauptgang probierten wir dann auch noch das Gong Bao Chicken und den Dim Sum Mix. Beide Gerichte waren sehr gut zubereitet und ließen kaum Wünsche offen. Das heißt… ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen, immerhin bezahlt man für das Hühnchen stolze 9,50 EUR und für die Dim Sum sogar 12,80 EUR. Geschmacklich waren beide Gerichte aber tadellos.

Dim Sum
Mama Liu & Sons – Dim Sum
Gong Bao Chicken
Mama Liu & Sons – Gong Bao Chicken

Koch dir dein Süppchen

Wer dann weder beim Saisonalen, noch beim Kalten oder Warmen etwas passendes finden, kann schlußendlich mit sogenannten Hot Pots sein ganz eigenes Süppchen kochen. Da uns den Abend über sonst noch nichts scharfes begegnet war (Schelm!), fiel die Wahl auf eine Curry Cocos Suppe mit einer Hühnerfleisch-Gemüse Einlage.

Hot Pot Curry Cocos
Mama Liu & Sons – Hot Pot Curry Cocos

Wer nicht so auf Curry Cocos steht (soll ja mal vorkommen), der hat noch die Möglichkeit, sein Suppen Fondue mit einer kräftigen Rindsbrühe, einer Tomatenkoriandersuppe oder einer scharfen Ma La Suppe zuzubereiten. Hier stimmt dann auch die Menge, sofern man(n) so wie wir vorab noch etwas bei den anderen Gerichten genascht hat.

Für soviel Testerwillen haben wir uns dann mit übrigens sehr leckeren Kokos- und Nussbällchen belohnt.

Ist schon wieder Cheatday?
Mama Liu & Sons – Ist schon wieder Cheatday?

Bewertung Mama Liu & Sons

  • Erreichbarkeit - 6/10
    6/10
  • Ambiente - 7/10
    7/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 7/10
    7/10
  • Kompetenz - 8/10
    8/10
  • Menge - 6/10
    6/10
  • Zubereitung - 9/10
    9/10
  • Geschmack - 9/10
    9/10
  • Preisleistung - 7/10
    7/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 7/10
    7/10

Fazit

Wir befinden uns in der aufstrebenden Gumpendorfer Straße (Parkplätze speziell in Lokalnähe sind hier trotz Kurzparkzone rar). Gute Lokale schießen in dieser Gegend wie Schwammerl aus dem Boden. Mama Lius & Sons bilden hier keine Ausnahme. Doch wo Licht, da fällt auch Schatten. Zwar überzeugten uns alle bestellten Gerichte geschmacklich, doch leider lässt das Restaurant an wichtigen Stellen Punkte liegen. Erstens bei der Menge und in logischer Konsequenz bei der Preisleistung. Knapp 4 EUR für vier kleine Fleischbällchen oder 18 EUR für eine Suppe, dass muss man erst mal schlucken. Zusammen mit dem wirklich wirklich billigen Geschirr von Ikea wird dann ein Eindruck vermittelt, den das Restaurant eigentlich nicht verdient hat. Mama Liu schafft es mit ihren Söhnen und dieser Punktezahl zwar höchstwahrscheinlich nicht auf den ersten Platz in unserer Asia Reihe, ist als das wahrscheinlich unkonventionellste Chinarestaurant von Wien aber durchaus einen Besuch wert. Wenn schon nicht zum essen dann doch wenigstens auf einen After Work Drink!

7.3/10
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Restaurant Eckdaten

Adresse:
Gumpendorferstraße 29
1060 Wien

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Do, So 12:00–24:00 Uhr
Fr, Sa 12:00–2:00 Uhr

Telefon: +43 1 586 36 73
Web: www.mamaliuandsons.at
Facebook: www.facebook.com/mamaliuandsons

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