Burger

Le Burger – Theoretisch der perfekte Burger

Seit unserer Premiere mit Le Burger sind viele vegane Tränen geflossen und im Erdboden der von unseren derben Witzen verbrannten Erde versickert. Nicht gänzlich unbeabsichtigt haben wir Gras über die Sache wachsen und die Eröffnung des Flagships auf der Mariahilferstraße an uns vorbei ziehen lassen. Nun war das Gras hoch genug, um eine neue Generation an Bacon mit Nahrung zu versorgen und wir haben die Gelegenheit genutzt, um einem alten Bekannten einen kritischen neuen Besuch abzustatten.

Manche Dinge änderen sich nie, andere schon

Unser erster Flirt mit der Kassiererin fand noch im romantischen Ambiente des Auhof Centers statt. Damals stellten wir uns brav wie bei Mc Donalds an, zahlten und wurden mit einem Stadtnamen auf der Rechnung bedacht, der laut aufgerufen wurde und uns zu verstehen gab, dass wir unsere Burger nun selbst abholen können. Das Städte Prinzip hat sich nicht ganz bewährt, mittlerweile gibt es Buzzer, mit denen du außer Hörweite einen Sitzplatz reservieren kannst, bevor du extra Kalorien beim Selfservice verbrennst. Oooooder du ignorierst die Meute im ersten Stock und erklimmst die Stufen zum Ala Carte Bereich im zweiten Stock. Pretty american wird man mit einem Podium und dem dezenten Hinweis „Please wait to be seated“ begrüßt und von einer (nicht weniger charmanten) Concierge Dame selbst in Abwesenheit einer Reservierung zu seinem Platz geleitet.

Während wir ihr folgen, gehen wir das Ranking schon einmal gedanklich erneut durch. Die Punktewertung in Sachen Erreichbarkeit und Ambiente werden wir wohl nach oben korrigieren müssen, Le Burger hat mit seinem Flagship früh auf den Industrial chic Trend gesetzt und vermag es, mit dunklen Blautönen, kräftigem Grün und einer schönen Palette dazwischen die richtigen Akzente zu setzen. Einziger Abstrich ist die Tischdichte, die entsprechend hoch dafür sorgt, dass der Geräuschpegel über dem Durchschnitt liegt.

Bacon ist immer noch durch nichts zu ersetzen. Außer durch noch mehr Bacon…

In Sachen Auswahl hat sich bei Le Burger einiges getan. Zum Vergleich: bei unserem ersten Besuch gab es eine Handvoll Basis Varianten, die man dann nach einem Baukastenprinzip weiter veredeln konnte. Das gibt es immernoch, allerdings kommen dazu noch klingende Specials hinzu, die wohl dem ursprünglichen Servierkonzept ein wenig Tribut zollen. Nachdem das Wetter dem März getreu immer noch unter aller Sau ist (der Anteil an „schweinischen“ Witzen wird im Verlauf noch weiter ansteigen), haben wir Quebec, Montreal und Toronto getrost ignoriert und uns stattdessen einen Yucatan bestellt, der mit scharfen Jalapenos, Spicy Mayo & Hot Sauce sowie hausgemachten Nachos als Topping ein interessantes Geschmackserlebnis verspricht. Passend dazu eine Portion Sweet Potatoe Fries (gab es bei unserem ersten Besuch noch nicht).

Und NATÜRLICH haben wir es uns nicht nehmen lassen und auch diesmal wieder das Le Burger Personal mit unseren Ottakringer-Sixpack-Waschbär-Bierbauch schonenden, „extra vegetarischen“ Sonderwünschen irritiert:

Wirklich? Ja. Wirklich? Ja. 4x extra Bacon? Ja. Zu einem Bacon Cheeseburger, also 5x Bacon? Ja verdammt!

Le Burger – Bacon Cheeseburger
Le Burger – Bacon Cheeseburger

Das Wichtigste zuerst. Wie nennt man so eine Abnormität von einem Bacon Cheeseburger? Frankenspecks Monster? Tribute to Ron Swanson Burger? Cholesterin Neutronenbombe?  There is no such thing as too much Bacon Cheeseburger? Hinterlasst uns gerne ein Kommentar, wie ihr diesen Burger nennen würdet. Besonders kreative Einreichungen behalten wir uns vor, mit einem Restaurantgutschein zu honorieren :)

Im Kontrast dazu wirkt der Yucatan fast ein wenig Mädchenhaft, was aber auch daran liegen könnte, dass wir vorsorglich ein extra Patty bei unsererer „Haramstufe Rot“ Variante bestellt haben.

Le Burger – Yucatan

Ihr seht schon, Schönheitspreise gewinnen die Le Burger Exemplare keinen. In der Vergangenheit haben wir bei den eingepackten Varianten bei Le Burger oft die Erfahrung gemacht, dass die Buns irgendwie nass/eingefettet sind und der Burger dadurch ein bisschen komisch zu essen ist. Sitzt man allerdings im Ala carte Bereich, kommen die Burger in einem Aufzug auf einem Laufband, aber unverpackt, zum Service, welches die bestellten Gerichte dann zu euch an den Tisch bringt. Lediglich mit Dips darf man sich im Eingangsbereich immer noch selbst selbst versorgen. Ob der Auswahl keine leichte Aufgabe. Wir haben uns für die Sweet Potatoe Fries in Ermangelung von Trüffelmayonaise diesmal für Wasabi Mayo entschieden.

Geschmacklich punkten beide Exemplare beim Bun, das zwar ziemlich zerknautscht daher kommt, aber dafür auch extra frisch fluffig ist. Zwar nicht mit einer süßlichen Briochenote, aber nichts desto trotz sehr lecker, nur kurz angetoastet. Inhaltlich punktet der Yucatan mit einer tollen Geschmackskombo, schön scharf aber nicht übertrieben mit einem extra Crunch durch die Nachos (ob sie sich wohl von uns inspirieren haben lassen?). Der Salat und die zwiebeln ebenfalls knackfrisch und die Tomate nicht zu „saftlert“. Lediglich die Fleischmenge ist in der Standardausführung um 12,50 EUR inkl. Beilage doch etwas dürftig und das Patty von Haus aus well done. Wir haben nicht nachgefragt, vermuten aber so ca. 90 bis 100g pro Patty.

Unser „Los Bacon de Bacerino muchachos Cholesterinos“ (ihr seht schon, wir sind wirklich auf eure Namensvorschläge angewiesen) gibt sich hier mit dem extra Patty keine Blöße und Punktet neben 5x Bacon und Käse mit einem Alibisalatblatt, welches die Herrschaften in der Küche immer noch ganz oben platzieren. Beim Verzehr merken wir dann, dass wir es offenbar mit einem besonders gut entwickelten extra knusprigen Bacon zu tun haben (diese verdammten Veganertränen sind wohl reich an Nährstoffen), denn fast sofort beginnt unser Herz (vor Vorfreude oder am Rande eines Herzinfarkts – wir wissen es nicht) schneller zu schlagen und steigert sich bis zum Schluss weiter. Ziemlich geplättet stellen wir am Ende fest: Bacon ist eben immer noch durch nichts zu ersetzen. Allerdings erinnern wir uns (Foto sei Dank) auch noch gut daran, dass unsere Bacon Cheeseburger Basis seit dem ersten Besuch um satte 2 EUR teurer geworden ist und unsere Manly Men Variante mit einem extra Patty und 4x Bacon nunmehr genauso deftig im Geldbörserl mit 14,50 EUR exklusive Beilage zu Buche schlägt.

Le Burger – Sweet Potatoe Fries

Last but not least sind wir sehr von den Sweet Potatoe Fries angetan. Wir hatten uns schon auf eine lätschere Interpretation eingestellt, allerdings weiß man bei Le Burger, wie man sie korrekt zubereitet. Preislich fanden sie als inkludierte Beilage im Yucatan keinen Einschlag in unserer Gesamtrechnung, wenn wir uns nicht täuschen stehen sie mit 3 EUR auf der Beilagenkarte. Ist für die Menge gefühlt etwas teuer, aber nicht übertrieben. Lassen sich übrigens sehr gut mit der Wasabi Mayonaise kombinieren! Alternativ ist auch die rauchige BBQ Sauce ein Gedicht.

Bewertung von Le Burger

  • Erreichbarkeit - 8/10
    8/10
  • Ambiente - 8/10
    8/10
  • Angebotsvielfalt - 9/10
    9/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 9/10
    9/10
  • Kompetenz - 8/10
    8/10
  • Menge - 8/10
    8/10
  • Zubereitung - 7/10
    7/10
  • Geschmack - 8/10
    8/10
  • Preisleistung - 7/10
    7/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 5/10
    5/10

Fazit

Was Le Burger bei Ambiente und Auswahl besser geworden ist, lassen sie bei der Preis-Leistung ein wenig nach. Die Burger sind selbst in der Grundausstattung nicht mehr die günstigsten entsprechen die verabreichten Fleischmengen im Garzustand Well-Done aktuell unserem Benchmark. Unsere überaus männlichen und Herzinfarkt begünstigenden Variante kostet mittlerweile fast so viel wie ein Burger im Livingstone (der um 15,90 EUR inklusive Beilage daherkommt), d.h. man misst sich hier mit der High-Class. Free-Refill gibt es auf der Mariahilfer Straße nicht, aber das Ambiente macht einiges wett. Auch die Location auf der Mariahilfer Straße ist ausgesprochen gut und wer hier flaniert, kann sich im Sommer in der verkehrsberuhigten Zone zunächst einen Speckulatius Burger gönnen, bevor er ein paar Meter das Verhältnis von Cholesterin/Zucker im Blut mit einem Eis vom Bortolotti normalisiert.

7.6/10
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Restaurant-Eckdaten

Adresse(n):
Donauzentrum, 1220 Wien (Öffnungszeiten: Nicht bekannt)
Auhofcenter, 1140 Wien (Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 9:00 – 20:30 Uhr)
Mariahilferstraße, 1060 Wien (Öffnungszeiten: Mo-Sa von 9.00 bis 24.00, So/Feiertags von 11.00 bis 23.00)

E-Mail: office@LeBurger.at
Web: www.LeBurger.at
Facebook: facebook.com/weloveleburger

8 Kommentare

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  • War mit meiner Freundin beim Le Burger und puhhh muss Sagen, es war echt eine Zumutung. Qualität wie beim McDonalds, Wartezeit: 15 Min, dafür nicht einmal Warm (eher fast Kalt), Bunt zusammen gewürfelt und fällt beim Aufnehmen komplett auseinander. Das Personal unfähig sich Auszudrücken und bei Anfragen sind kaum Antworten zu erwarten. Als wir die Rechnung präsentiert bekommen haben: 2 Burger, 1 Portion Pommes mit Ketchup, sowie 2 Cola, hat uns der Schlag getroffen. Ganze 32,30€ “ Eine Frechheit sondergleich “

    Einmal Besucht, nie mehr wieder. Der Laden an sich ist ja wirklich schön, doch das was Angeboten wird, ist eine reine Zumutung.

    Fazit: 0 von 10 Sternen

  • Waren letzten Freitag dort, Burger sehr saftig, Pattys etwas dünn (da sind Mci Pattys fast dicker) . Am ärgsten ist aber dass man ein Bier „Wiener Original“ nennt und dann nur als 0.3l anbietet. Why no Krügerl?

  • Waren zum ersten Mal in dem Lokal und man muss sagen die beiden Burger waren gut und auch die Süßkartoffelfries waren schwer in Ordnung. Die zweite Beilage, Onion Rings, waren jedoch leider an der Grenze zur Ungenießbarkeit (beinahe ohne Panier, lasch und lächerlich kleine Menge). Der Gipfel war allerdings, dass sich der kassierende Kellner gleich selber sein Trinkgeld in das Bankomatgerät eingegeben hat!!!

  • Obwohl der Artikel als neu gekennzeichnet wird, sind hier nur Kommentare aus ´16 und ´17 drin. Seis wies sei, stirbts Ross, bleibts Hei. Daher nehme ich mal an, dies hier ist ein Update eines alten Artikels…

    Und daher käme mir ein Namensvorschlag in den Sinn : „death by bacon“ in Anlehnung an den berühmten Häagen-Dazs-Klassiker „death by chocolate“.

    Anmerken möchte ich nur, daß ich sowohl im DZ als auch in der MaHü beim Le Burger jedesmal ganz gut gegessen habe und die alten Kommentare in der Form nicht nachvollziehen kann.

    lgp

    • Das ist korrekt, Le Burger war unser erster Blogpost Dezember 2014 (damals Auhof getestet) und nachdem der doch schon etwas outdated war, haben wir den kompletten Artikel nach einem Besuch letzte Woche neu verfasst.

  • Ich war zweimal auf der Mahü, bisher immer nur unten. Die Burger waren beide male gut, und dass obwohl ich mich nur auf doppelt Speck eingelassen habe…bis jetzt!

    Mein Vorschlag für den Burger: Der SPECK-ulatius
    oder einfach noch zwei scheiben dazu weil´s eh schon wurscht ist und er wird der: 7 Sins

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