Asiatisch

Iko – asiatisches Techtelmechtel

Man könnte meinen, Fusionsküche hat es uns neuerdings angetan. Das ist aber purer Zufall, tatsächlich wollten wir einfach mal wieder gut asiatisch essen gehen und sind über diesen "Geheimtipp" quasi gestolpert. Wie fast jedes gute Techtelmechtel beginnt auch unseres mit einer Bestellung bei Foodora.

Zur Weltherrschaft und der ersten Million ist es noch ein weiter Weg. Bis dahin ist es verständlich, dass wir einem bürgerlichen Beruf nachgehen müssen, einmal die Woche im Restaurant dinnieren geht schon ein bisschen ins Geld. Und wie das Schicksal so spielt ist man(n) unter der Woche hin und wieder zu müde, um sich selbst ein Steak in die Pfanne zu hauen. Gut, dass es Foodora gibt, denn dort sind wir schon vor einer Weile auf das Iko aufmerksam geworden. Und da Fernbeziehungen nun mal „zaach“ sind, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir zu einem Date vor Ort vorbei geschaut haben.

Das Iko ist ja für jeden der in der Innenstadt beruflich zu tun hat, unter Umständen keine Unbekannte, mit ihrer Mittagsküche retten sie so manchem Bürohengst und mancher Bürostute den Tag. Welchen Charme das kleine Restaurant in der Wipplingerstraße am Abend hat, darüber steht nur wenig geschrieben. Bis heute.

Tappas als Vorspeise

Als wir unseren Tisch für vier Personen begutachtet haben, waren wir etwas skeptisch. Entweder werden die Gerichte extrem kompakt serviert oder die Portionsgröße ist mikroskopisch, wie sonst sollten sich alle unsere Wünsche auf diesem Tischchen ausgehen. Aber im Iko ist man einfach gut organisiert und serviert die Vorspeisen einfach in einer Reihenfolge, die den Tisch nie überlaufen lassen.

Iko - Kushiyaki Beef
Iko – Kushiyaki Beef

Beginnen wir beim Kushiyaki Beef, einer ausgesuchten Spezialität im Iko auf der Tappas Karte. Dabei handelt es sich um zwei Bissen Rindfleisch, die ein Stück Mozzarella umwickeln, mit einer wunderbaren Umami Sauce. Zwei bissen umschreiben die Portionsgröße ziemlich exakt, denn einfach Abbeißen war nicht drin. Versucht man es dennoch, zieht man unweigerlich den Rest vom Spieß, um eine Sauerei zu vermeiden haben wir die Vorspeise im Ganzen genossen.

Iko - Grilled Scallops
Iko – Grilled Scallops

Zusammen mit den Spießen fanden im Iko zwei wunderschön angerichtete Jakobsmuscheln den Weg zu unserem Tisch. Im Geschmack wunderbar fischig veredelt mit Umami haben wir nichts zu meckern, außer dass es vielleicht eher kleine Exemplare waren, die wir hier vernascht haben. Muss man mögen, die Verarbeitung war jedenfalls hervorragend.

Iko - Tori Gyoza
Iko – Tori Gyoza

Wer kennt sie nicht, die kleinen gefüllten Teigtaschen. Im Iko bekommt ihr sie in zwei Ausführungen. Mit Huhn oder vegetarisch. Es ist wohl keine Überraschung, dass  wir uns für das Hühnchen entschieden haben. Neben einer anständigen Größe sind sie wunderbar in Geschmack und Zubereitung. Lediglich die beigestellte süßsaure Sauce wirkt etwas durchschnittlich.

Iko - Ebi Tempura
Iko – Ebi Tempura

Den Abschluss der Vorspeise bildet das Ebi Tempura. Im Iko bekommt man hier neben Garnelen auch Süßkartoffelscheiben, Zucchini und Paprika in einer fantastischen Panade gebacken, die man in einer Schüssel dezenter Umamisauce veredeln kann. Muss man aber nicht zwingend, denn die Tempura alleine waren schon sehr lecker und eine klare Empfehlung wert.

Bulgogi und Rolls als Hauptspeise

Als Hauptspeise war nach kurzer Selektion klar, dass wir das sonst von uns bevorzugte Beef Bulgogi mit dem im Iko angebotenen Chicken Bulgogi vergleichen wollen. Außerdem haben wir uns um unserem Namen Ehre zu erweisen wir auch die Explosivität der TNT Rolls näher angesehen und um das Ganze abzurunden die Phönix Rolls, quasi falls es uns zu heiß wird und wir dennoch aus der Asche einen tollen Abgang hinbekommen.

Iko - Beef Bulgogi
Iko – Beef Bulgogi

Kommen wir gleich zum Hauptdarsteller. Anders als z.B. beim koreanischen BBQ im Yori serviert man das Bulgogi im Iko in einer „feuchtfröhlichen“ Variante, in die man seinen Reis nur zu gerne hineinschüttet. Das Fleisch ist dabei schön zart zu beißen und die Sauce auf den Punkt gewürzt. Nicht mal an der Portionsgröße haben wir diesmal etwas auszusetzen. Wunderbar.

Iko - Chicken Bulgogi
Iko – Chicken Bulgogi

Das Chicken Bulgogi wird im Iko ähnlich dem Beef Bulgogi serviert, unterscheidet sich jedoch in der Sauce. Hier kommt einer leicht scharfe Thai/Chili-Sauce zum Einsatz. Sowohl in Zubereitung als auch wahrgenommener Qualität haben wir nichts zu bemängeln, müssen aber dennoch zugeben, dass der Gesamteindruck ein wenig unspektakulär war. Nichtsdestotrotz eine gute Alternative, falls ihr nach Steak, Beef Tartar und Burger wie durch ein Wunder mal kein Rind auf dem Teller sehen könnt.

Iko - TNT Roll
Iko – TNT Roll

Also eins muss man dem Iko schon mal lassen. Sehr hübsch anrichten können sie ihre Rolls. Und coole Namen geben sie ihnen auch. Leider sind die TNT Rolls vom Schärfegrad etwas angepasster, als der Name verspricht. Zwar vermitteln die Saucenkleckser eine angenehme Schärfe, die durch die frischen aber milden Chillis noch intensiviert wird. Wer aber regelmäßig scharf isst wird vermutlich enttäuscht. Für den sind das dann wohl eher Schweizerkracher Rolls. Allen anderen dürfte die Schärfe aber genügen, Zubereitung und Zutaten (Thunfisch) sind sehr gut.

Iko - Phönix Roll
Iko – Phönix Roll

Zwar war es nach den TNT Rolls nicht notwendig, aus der Asche wieder aufzuerstehen, die Phönix Rolls waren dennoch ausgezeichnet. Neben den klassischen Ingredenzien thront auf den Rolls der Lachs und ist mit einer milden Sauce garniert. Dazu gibt es ein Wasabi, so weich, wie es der durchschnittliche Sushi Fan in dieser Konsistenz wohl noch nicht kennt. Sehr lecker.

Bewertung Iko

  • Erreichbarkeit - 7/10
    7/10
  • Ambiente - 8/10
    8/10
  • Angebotsvielfalt - 8/10
    8/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 8/10
    8/10
  • Kompetenz - 8/10
    8/10
  • Menge - 8/10
    8/10
  • Zubereitung - 9/10
    9/10
  • Geschmack - 9/10
    9/10
  • Preisleistung - 7/10
    7/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10

Fazit

Die Art, mit der das Iko es schafft, verschiedene asiatische Küchen in einem Techtelmechtel zu vereinen, verdient eine besondere Anerkennung. Das Restaurant ist auf Grund seiner Größe und bei entsprechendem Besuch zugegeben nicht unbedingt der gemütlichste Ort zum Abendessen, zur Entwarnung sei aber gesagt: an einem Freitag Abend ist das Restaurant zwar gut besucht aber nicht brechend voll. Unabhängig davon gibt es eine anständige Auswahl an Tappas mit chinesischen Einflüssen, aus denen man mit einer Kombination von 2-3 Varianten durchaus satt werden kann. Wer sich nicht entscheiden kann/will findet bei den Hauptgerichten im Bulgogi eine koreanische Referenz. Aber auch Sushi Liebhaber kommen mit den hervorragenden Rolls auf ihre Kosten. Apropos Kosten, diese sind im Iko (in der Abendkarte) nicht unbedingt die niedrigsten, was sich dementsprechend ein wenig auf die Preisleistung auswirkt. Alles in Allem attestieren wir das Iko dennoch als echten Geheimtipp, das ein bisschen mehr Bekanntheit durchaus verdient hat.

7.8/10
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Restaurant Eckdaten

Adresse: Wipplingerstrasse 6, 1010 Wien

Web: http://www.iko.wien/
Facebook: https://www.facebook.com/ikowien/
Telefon: 01/ 890 4200

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