Israelisch Streetfood

Hungry Guy – Fusion Cuisine mit Pita

Hungry Guy - Fesendschan
Hype, hype, hype! Streetfood ist neuerdings voll im Trend. Da es im Winter doch recht frisch ist, gibt es diese Sorte Essen auch in wunderbar beheizten Lokalen. Eines dieser Lokale ist das Hungry Guy, benannt nach seinem Besitzer. Auf der Karte? Internationale Fusion Cuisine. Hauptbestandteil? Die israelische Küche.

Klein aber fein

Das Hungry Guy befindet sich im ersten Bezirk in Wien am Rande des Bermudadreiecks, das heißt ihr kommt besser öffentlich. Parkplätze sind rar und zu 2/3 für Anwohner reserviert. Quasi hinter dem Hard Rock Cafe gelegen hat man von außen dank Glasfassade Einblick ins gesamte Restaurant, das in einer Art industrial/shabby chic Stil eingerichtet ist. Woher zur Hölle wir das wissen? Ganz einfach, weil wir uns gerne mit intelligenten Frauen umgeben, die unsere Besuche mit interessanten Fakten anreichern. Das ist vielleicht etwas sexistisch, aber was solls.

Service? Haha

Trendig ist nicht nur die Küche, das Ambiente sondern auch, dass man(n) sich bitte selbst um sein Essen kümmert. Zwar mangelt es dem doch recht kleinen Restaurant nicht an Servicekräften, dennoch stellt man sich als Gast brav an der Bar an, wählt Essen/Getränk seiner Wahl, bezahlt und nennt seinen Namen (wie bei Starbucks). Eine gute Gelegenheit, ein Alter-Ego wie „Detlef“, „Chantal“ oder „Mein Held“ auszuprobieren. Da es im Hungry Guy wie in jedem gut besuchten Restaurant etwas lauter wird, hat das Service seine liebe Not, den angegebenen Namen so laut zu verkünden, dass die Betroffenen es auch verstehen. Zumindest solange, bis ein Manly Men auf seinen ausgerufenen Namen mit einem laut gedehnten „Jaaaaaa?“ antwortet und sich eine demütige Stille im Restaurant ausbreitet. Gefolgt von einem „Dein Eeessseeeen“ aus dem anderen Ende des Restaurants. Soll heißen, ihr dürft euch eure Wahl dann selbst an der Bar abholen.

Rotisserie Chicken und Chili Pita

Quasi die Hälfte der Speisekarte besteht aus einem Pita mit der einen oder anderen Füllung. So richtig interessant sind für uns aber nur vier – jene wo die Füllung Fleisch oder zumindest Fisch enthält. Wie es sich für Fusion Cuisine gehört bricht die Auswahl hier mit allen Traditionen und bietet auf dem Papier einige interessante Zusammensetzungen.

Hungry Guy - Speisekarte
Hungry Guy – Speisekarte

Wir haben uns für das Rotisserie Chicken und das Chili Con Carne Ciocolata Pita entschieden. Beim Chicken Pita hatten wir Glück. Nachdem man sich in größerer Runde in Schichten bei der Bar um sein Essen anstellt, war die Hühnchen Variante innerhalb von 10 Minuten nach unserem Erscheinen ausverkauft. Während in der ersten Runde noch eine Bestellung möglich war, wurde die zweite vertröstet – ausverkauft. An einem Samstag. Um 19 Uhr. Das Hühnchen ist wohl DER Renner.

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Hungry Guy – Rotisserie Chicken Pita

Für 8,20 EUR bekommt man ein selbst gebackenes Fladen, gefüllt mit ausgelöstem Grillhuhn, Erdäpfeln, Zwiebelringen, Tomaten und einer Sauce mit einem Hauch von Minze. Die gute Nachricht, das Fladen ist so prall gefüllt, dass es nur schwer mit der Hand zu essen ist. Die schlechte Nachricht. Geschmacklich war es „nur“ in Ordnung. Soll heißen: nicht schlecht. Aber auch nicht sensationell.

Hungry Guy - Chili Con Carne Pita
Hungry Guy – Chili Con Carne Ciocolata Pita

Das Chili Con Carne Ciocolata Pita gibt es bereits um 7,80 EUR und besteht laut Karte aus einer „Interpretation“ von Chili Con Carne mit Wurzelgemüse, das langsam gekocht mit Espresso und Schokolade verfeinert wird. Das Ergebnis war für uns enttäuschend, objektiv ausgedrückt. Zum einen im Erlebnis – das Pita war so gefüllt (gut), dass es seinem Inhalt nicht mehr gewachsen war und riss (schlecht). Darüber kann man hinwegsehen, essen wir eben mit Besteck. Was bedeutet: nochmal anstellen (oder in unserem Fall einfach an der Schlange vorbei und einen Kollegen an der Bar um eine Gabel bitten). Der tatsächliche Show-Stopper des Abends war jedoch der Geschmack der Chili Interpretation selbst. Geschmack ist natürlich subjektiv, in unserem Fall war von der angesprochenen Schärfe (laut Karte) aber nicht ein Hauch zu spüren, im Gegenteil, Geschmacksnuancen jeder Art waren generell zurückhaltend. Um nicht zu sagen, geschmacklos. Diese Charge ging wohl voll daneben.

Faschierte Laibchen, Shakshuka und Fesendschan

Die faschierten Laibchen um 9,80 EUR kommen in Form von Fleischbällchen getoppt mit einer Art Tomatensauce (Confit) und werden zusammen mit Sauerkraut und einer ofenwarmen Pita serviert. Zu erwähnen ist, dass das Sauerkraut warm und die Fleischbällchen kalt serviert wurden. Vielleicht lag es an der Temperatur oder an der Sauce, die Fleischbällchen waren für unseren Geschmack ebenfalls ein bisschen zu geschmacksneutral.

Hungry Guy - Fleischbällchen
Hungry Guy – Fleischbällchen

Beim Shakshuka um 8,80 EUR handelt es sich um ein nach Angaben der Karte in Israel sehr verbreitetes Gericht, basierend auf Humus und einer würzigen Tomatensauce. Zusammen mit einem Pita serviert hat uns dieses Gericht sehr gut geschmeckt. Trotz der Abwesenheit von Fleisch. Skandal.

Hungry Guy - Shakshuka
Hungry Guy – Shakshuka

Da mutet das Fesendschan um 10,80 EUR gleich viel besser an, hier bekommen wir unser Fleisch in Form von geschmorten Huhn in einer süß-pikanten Granatapfel-Sauce mit Süßkartoffelpüree mit Karfiol. Geschmacklich eines der Highlights des Abends, die Portion aber nicht gerade „männlich“.

Hungry Guy - Fesendschan
Hungry Guy – Fesendschan

Das Grillhuhn

Die (im wahrsten Sinne des Wortes) erste Wahl im Hungry Guy gibt es in zwei Varianten. Als ganzes oder als halbes Huhn. Preislich trennen beide Varianten jedoch nur 3,20 EUR. Also haben wir uns für das ganze Huhn um 15,80 EUR entschieden. Auch das Huhn gibt es mit Sauerkraut (kann aber wie in unserem Testfall abbestellt werden) und Ofenkartoffeln.

Hungry Guy - ganzes Grillhuhn mit Ofenkartoffeln
Hungry Guy – ganzes Grillhuhn mit Ofenkartoffeln

Die Erdäpfel waren schön knusprig zubereitet und mit dem dazu servierten Senfdip ein interessantes Geschmackserlebnis. Das Huhn selbst war in Ordnung aber unspektakulär. Ein einfaches Grillhuhn eben, nur ohne der knusprigen Haut.

Bewertung Hungry Guy

  • Erreichbarkeit - 8/10
    8/10
  • Ambiente - 7/10
    7/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 6/10
    6/10
  • Schnelligkeit - 7/10
    7/10
  • Kompetenz - 7/10
    7/10
  • Menge - 7/10
    7/10
  • Zubereitung - 6/10
    6/10
  • Geschmack - 7/10
    7/10
  • Preisleistung - 4/10
    4/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 5/10
    5/10

Fazit

Hyper hyper, wie Scooter so schön sagt. Das Hungry Guy ist noch jung. Hat in den wenigen Bewertungen, die wir vorab gecheckt haben durchwegs aber gute Zeugnisse erhalten. Angesichts des uns Dargebotenen müssen wir uns dann doch die Frage stellen, auf welcher Basis das bisherige Lob erfolgt ist? Mangels Vergleichsmöglichkeiten können wir nicht sagen, wo es besser gemacht wird, daher spiegelt sich in unserem Fazit die Differenz zwischen Erwartung und Realität wieder. Und so sieht es für uns danach aus, als ob man sich im Hungry Guy nicht entscheiden kann, welchen Weg man einschlagen will. Den Flair von Streetfood in ein Restaurant bringen, ist nicht verwerflich. Im ersten Bezirk auf jede Form von "echtem" Service zu verzichten sogar mutig. Dann sollte sich das Geschmackserlebnis aber auch lohnen. Aber das hat es leider nicht. Im Gegenteil hatten wir den Eindruck, dass im Preis die Location der größte Faktor war, so ein Geschäftslokal im Bermudadreieck ist sicher nicht billig. Das ändert aber nichts daran, dass man sich um knapp 16 EUR sein Hühnchen selbst von der Bar holen darf und man um 7-10 EUR (zugegeben für sich sehr gute und flaumige) Pitas, deren Inhalt uns nicht überzeugt hat. Dann empfehlen wir doch eher, die Pfannengerichte zu probieren, auch wenn wir mit den Portionsgrößen dort nicht unbedingt glücklich waren.

TLDR: Meh...

6.3/10
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Restaurant Eckdaten

Hungry Guy
Rabensteig 1
1010 Wien

E-Mail: guy@hungryguy.wien
Web: hungryguy.wien
Facebook: www.facebook.com/Hungry-Guy-1445732389063086/

3 Kommentare

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  • Hallo Jungs,
    guter Bericht, aber warum bewertet ihr – um Gottes Willen – bei einem Lokal im 1. Bezirk die Parkmöglichkeit??? Großstadt, Öffis, Parkraumbewirtschaftung, ihr wisst schon -> Zeitgeist (bei aller Männlichkeit).
    Genauso absurd ist das Kriterium Hundefreundlichkeit. Bei einem Lokal in Punkersdorf eventuell noch relevant, aber hier … da muss man doch ein wenig schmunzeln.
    Aber nix für ungut – weitermachen!
    lg. Ralf

    • Servus Ralf,

      die Frage lautet doch eher… warum nicht? Tatsächlich ist die Parkmöglichkeit ein gutes Gegengewicht, sonst hätten innenstädtische Lokale alleine auf Grund der Location einen Vorteil. Und wir sind halt so dekadent, wir reisen auch ins 3km entfernte Lokal standesgemäß mit der Stretchlimo.

      Und Hundefreundlichkeit… du musst dabei schmunzeln, also haben wir unseren Job richtig gemacht ;) ungeachtet der Tatsache, dass wir meistens mit Charlotte daherkommen und sich eine diesbezügliche Bewertung einfach anbietet.

      Beide Kriterien also ein super Alleinstellungsmerkmal zu anderen Bewertungen.

      Chapeau, dass du nichts an der Attraktivitätswertung auszusetzen hast.

      LG
      Manly Men

  • Hi,

    ich erinnere mich noch, zu Beginn seiner Existenz hatte Hungry Guy etwas unterschiedlichere Speisen zur Wahl als jetzt. Beispielsweise mit kleinen Garnelen und viel Gemüse, bisschen Zitrone und die Pita, sehr erfrischend zubereitet. Das letzte Mal als ich da gegessen habe, wählte ich auch das Fesendschan (es war mir neu) und naja… das Erfrischendste daran – der Granatapfel – war kaum vorhanden und bisschen trocken war das Hühnchen für mich leider auch. Grundsätzlich hat es ja geschmeckt – aber nicht gut genug, dass ich die ganze Pfanne hätte aufessen können – schade darum!

    ad Parkmöglichkeiten) ich selbst bin kein Autofahrer, aber manchmal hat es tatsächlich Relevanz – angenommen, man ist mit Freunden/Bekannten/Sonstigen unterwegs (im Auto) und möchte spontan essen gehen – oder auch Menschen, die aus anderen Gründen keine Öffis oder Fahrrad nutzen können.

    Ich selbst berücksichtige Kriterien weniger, die mich kaum betreffen, aber es ist gut, wenn man zu Allem eine Info hat.

    Weiter so mit eurem Blog, ihr habt einem Freund und mir sehr viele geniale Burger-Erfahrungen beschert!

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