Burger

Hawidere – Burger, Bier und die Qual der Wahl

Was beginnt mit "B" und endet mit "usen"? Die Rede ist natürlich nicht von Bayern Leverkusen sondern von Bierpausen. So eine braucht man(n) nach einem langen Arbeits- oder Studientag und die darf gerne mal etwas abwechslungsreicher sein. Das Hawidere gibt einem hier die Ehre. Oder die Qual der Wahl. Denn hier "it's all about (Burger and) Beer, my dear".

Wohnzimmer Atmosphäre also

Nachdem wir sicher 30 Minuten damit verbracht haben, die „Pointe“ der Einleitung jugendfrei aufzulösen, nutzen wir den Schwung des Schenkelklopfers, um das Hawidere – nach eigenen Angaben eines der letzten Wohnzimmer Wiens – vorzustellen. Eine etwas irreführende Angabe, denn zumindest in unserem Wohnzimmer ist wesentlich weniger los. Ohne Reservierung kommst du unter der Woche besser nicht. Außer du verstehst unter Wohnzimmer den Gemeinschaftsraum einer Studenten-WG in den ersten Semestern. Also ein Ort, an dem eher gefeiert wird, als „Netflix und Chill“.

Unweit der U6 Station Längenfeldgasse betritt man dann ein studentisch eingerichtetes Pub, d.h. auf Interior und Ambiente wird bewusst wenig Wert gelegt, hierher kommt man um sich zu unterhalten und einen lustigen Abend mit Freunden zu haben. Falls euch dabei so wie uns die Witze ausgehen, sorgt die Speise- und Getränkekarte glücklicherweise dafür, dass das Schweigen am Tisch durchaus produktiv wahrgenommen werden kann. Eine anständige Bierauswahl findet sich in so manchen Pubs. Eine so große Burgerauswahl erleben wir aber eher selten. 22 verschiedene Burger, zugegeben inklusive der Varianten für Menschen mit Essstörung, die aus unbekannten Gründen nicht dabei helfen wollen, die Anzahl des größten CO² Produzenten der Welt zu reduzieren. Alle Achtung! Für die Auswahl gibt es schon mal die volle Punkteanzahl

So richtig gut gefällt uns aber, dass es quasi zu allem auf der Karte eine Bierempfehlung gibt. Auch zum Schnaps. Wer sich bei der Qual der Wahl also nicht zu helfen weiß, könnte es über das Bier versuchen.

Cheese Burger

Diesmal sind wir in kleiner Runde angetreten  (ein Manly Men plus bessere Hälfte, ohne Hund) und haben uns daher Zwecks Vergleichbarkeit zum einen den klassischen Cheese Burger angesehen. Serviert wird der Burger (so wie alle im Hawidere) in einem selbst  (Anmerkung: wie wir erfahren haben, war der Hinweis in der Karte für uns missverständlich, die Buns kommen nicht aus dem eigenen Ofen) gebackenen Fladen zusammen mit Steakfries sowie Ketchup und hausgemachtem Knoblauchdip. Nach einer Süßkartoffelvariante haben wir gefragt – die gibt es hier leider nicht.

Hawidere - Cheese Burger
Hawidere – Cheese Burger

Die gute Nachricht zuerst. Endlich ein Burger der wie angekündigt und ungefragt anständig Medium (ohne Augenzudrücken) daher kommt. Fast noch besser… der Speck ist wunderbar crunchy.

Weniger toll fanden wir das Bun. Ein Bild sagt hier mehr als tausend Worte.

Hawidere - Cheese Burger
Hawidere – Cheese Burger

Das Hawidere verspricht hier nicht zu viel. Optisch hat ein Fladen ja ohnehin keine Chance gegen ein anständiges Burger Bun. Aber sowas? Naja. Auf dem (Back-)Papier sah das Ding in der Früh vielleicht noch gut aus. Schön rund, voluminös. Leider versteckte sich dahinter wohl sehr viel heiße Luft, denn wie ihr am Foto sehen könnt, besteht das Teil gerade mal aus seiner Kruste.

Geschmacklich gibt es aber wenig zu kritisieren. Der Speck wie erwähnt schön knusprig und das Patty nicht zu fein faschiert. Lediglich der Cocktail-Sauce könnte man etwas sparen, die war doch recht dominant im Geschmack.

Burger Thirty One

Neben dem Cheese Burger haben wir uns außerdem an einem scharfen Exemplar probiert. Zur klassischen Ausstattung (Cheddar, Speck, Tomaten, Zwiebel, Salat) besticht diese Variante durch seine namensgebende Sauce sowie einer Chili Sauce.

Hawidere - Burger Thirty One
Hawidere – Burger Thirty One

Das Problem mit dem Bun bestand auch hier, dafür war das Patty hier ebenfalls schön medium und der Speck knusprig. Dazu wurde hier wie beim Cheese Burger empfohlen an der Sauce gespart. Sie war zwar ausreichend vorhanden, aber nicht so dominant im Geschmack wodurch das Gesamterlebnis deutlich besser war. Einziges Manko – der Schärfegrad. Wir sind hier zwar nicht zimperlich, aber selbst ungeübte Esser würden dem Burger eher die Note „pikant“ verleihen.

Hier haben wir uns übrigens das dazu empfohlene Bier gegönnt, eine Dose Flying Dog Snake Dog (als Tribut an Charlotte, die uns leider nicht begleiten konnte). Prädikat: Not bad. Nicht nur im Produktdesign, auch im Geschmack.

Hawidere - Bierempfehlung Fyling Dog Snake Dog
Hawidere – Bierempfehlung Fyling Dog Snake Dog

Nachtrag

Manly Men sind nicht unfehlbar! Wir haben den Hinweis auf die Zubereitung des Buns in der Karte falsch interpretiert – die Buns werden um die Ecke beim Bäcker des Vertrauens zubereitet. Nicht vom Hawidere selbst. Auf Hinweis vom Restaurant dürfte es am Tag unseres Problems ein kleines Problem bei den Buns gegeben haben, d.h. an dieser Front besteht Hoffnung auf Besserung – ein Grund mehr dem Hawidere für einen eigenen Eindruck die Ehre zu erweisen.

Bewertung Hawidere

  • Erreichbarkeit - 5/10
    5/10
  • Ambiente - 5/10
    5/10
  • Angebotsvielfalt - 8/10
    8/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 8/10
    8/10
  • Kompetenz - 9/10
    9/10
  • Menge - 8/10
    8/10
  • Zubereitung - 8/10
    8/10
  • Geschmack - 8/10
    8/10
  • Preisleistung - 8/10
    8/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundfreundlichkeit - /10
    /10

Fazit

Tja für eine Bestnote reicht das Erlebte mit diesem Bun leider nicht. Extravagant will man mit der Zusammensetzung der Burger ohnehin nicht sein. Die Pommes waren anständig und der dazu servierte Knoblauchdip sehr gut. Bei Burgern in der Preisklasse  von 10 bis 26 EUR (Montags gibt es eine Wagyuvariante, die wir nicht getestet haben - weil Donnerstag war) mit Fleisch vom Wagyuhof Mostviertel erwarten wir uns unterm Strich aber einfach mehr. Hier müssen wir streng sein! Immerhin gibt es im Hawidere (uns soweit bekannt) so aktuell den teuersten Burger der Stadt. Wir wollen aber nicht nur meckern. Kaum hatten wir Platz genommen, wurden wir sehr freundlich, kompetent und vor allem schnell bedient. Ebenfalls fast rekordverdächtig mussten wir keine 20 Minuten auf unsere Burger warten. Bei aller Kritik am Bun und der Preisleistung haben wir das Lokal auch nicht hungrig verlassen. Und es ist in Wien offenbar keine Selbstverständlichkeit, sein Patty anständig Medium und den Speck schön knusprig zu bekommen. Das gehört daher auch anständig honoriert. Ein gutes Schlusswort eigentlich. Hawidere.

6.8/10
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*Charlotte war beim Test zwar nicht dabei, aber da der Restaurantbesitzer allergisch auf Hunde ist, müssen wir hier leider Null Punkte vergeben.

Restaurant Eckdaten

Ullmannstraße 31, 1150 Wien

Öffnungszeiten:
täglich von 16:00 – 02:00

Url: www.hawidere.at
Tel: +43 664 / 150 84 29
Mail: kowara@hawidere.at
Facebook: www.facebook.com/hawiderewien/

 

7 Kommentare

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  • Feine Seite Burschen! Genau was der männliche Geschmacksnerv wünscht, wird auch geboten! :-)

    Zur Hawidere-Kritik möchte ich dennoch kurz meinen Senf gegen, da ich einen Punkt nicht teilen kann: Das Bun.

    In Wien wird man(n) zu oft mit langweiligen (Fertig-) Buns bombardiert, sodass mich bei meinem ersten Besuch im Hawidere vor ein paar Wochen das selbstgemachte Burgerbrötchen positiv überrascht hat. Es stimmt: ein klassischer Bun ist es nicht. Mehr ein Fladen, der jedoch unaufdringlich, aber fein im Geschmack daherkommt, nicht zu viel Teig hat, der sich mit der (leider wirklich überdosierten) Soße aufs labbrigste vollsäuft und der groß genug ist, um das ganze Ding auch von Hand zu vertilgen. Ich persönlich habs also ganz fein gefunden, aber Geschmäcker sind ja verschieden.

    Ein kleines Manko des Lokals noch: Ich bin zwar selbst Raucher, aber der Raucherbereich ist schon extrem verqualmt. Liegt wohl auch an zu geringer Lüftung und dem alten Interieur, das über Jahre gesmoked wurde. Also an alle rauchenden Esser: lieber im Nichtraucher reservieren und das Suppenkoma Bier nach dem Essen bei einer gemütlichen Zigarette im Freien oder im Raucherbereich genießen.

    • Hallo Christoph,

      danke für dein Feedback! In der Tat finden auch wir die 0815 Burgerbuns furchtbar und ziehen in solchen Fällen auch ordentlich Punkte ab. Alternativen (und seien es Fladen) begrüßen wir ebenso. Wie du schon sagst ist es am Ende der persönliche Geschmack, und hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass es durchaus Alternativen gibt, die wir optisch und geschmacklich besser finden und die besser zu einem Burger passen.

  • Also bei aller liebe aber die attraktivität des service personals (selbst mit zwinker) find ich so dermaßen unter aller sau dass ich die restliche bewertung einfach auch nicht ernst nehmen kann.

    • Hallo Marco,

      schade dass wir dich mit unserer Bewertung nicht überzeugen können. Aber keine Sorge, wir schreiben unsere Beiträge ohnehin eher für Menschen, die unseren Humor teilen. Es steht dir frei, unseren Blog in deinen sozialen Netzwerken zu teilen und auf den bösen sexistischen Blog aufmerksam zu machen.

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