After Work

Hammond Bar – Cocktail Storytelling

Es war einmal. Das heißt, eigentlich immer noch. Eine kleine aber feine Bar im zweiten Wiener Gemeindebezirk, die schafft, was nur Wenige vermögen. Nämlich nicht im Bermudadreieck hängen zu bleiben, sondern die extra 750 Meter zurück zu legen und sich der Versuchung und Klasse, wie sie nur Marilyn Monroe verkörpern konnte, hinzugeben. Grund genug für uns, dem 2017 von Mixology in der Kategorie "Besten Bar Österreichs" gekürten Sieger einen Besuch abzustatten.

Es ist schon sehr vermessen, so nah, aber doch so fern des Bermuda Dreiecks eine Cocktail Bar betreiben zu wollen, die nicht dem dort weitgehenden betriebenen Alkoholtourismus huldigt, sondern mit einem verführerischen Augenzwinkern auf Klasse statt Masse setzt. Wobei man mit der Klasse auch nicht übertreiben will. In schummriger Atmosphäre bei gedämpften Licht, wie es Kerzen nicht besser vermögen und Akzenten aus Rotlicht kommt man nicht umhin, das Ambiente mit seinen dunklen Holztönen und flauschigen Sitzgelegenheiten auch für Etablissements in anderen Gewerben in Betracht zu ziehen. Man fühlt sich allerdings nicht die Spur billig aufgehoben, viel mehr erzeugt die Hammond Bar eine Atmosphäre der zurückgezogenen Entspannung, in der man von der Außenwelt abgeschottet in beinaher vollständiger Isolation trotz räumlicher Nähe zu anderen Gästen bei einem guten Cocktail vom Alltag abschalten kann.

Idylle an der Bar

Manchmal ist man(n) nicht in Stimmung für das typische (verbale) Auskotzen nach der Arbeit, im Schönsprech „After Work“ genannt. Es ist kein Klischee, dass Männer auf besondere Art und Weise kommunizieren können, Jahrtausende des „zwischen den Zeilen lesenlernens“ haben uns zu Experten der nonverbalen Kommunikation gemacht. Zum Beispiel beim Einkaufen mit der besseren Hälfte, wenn diese ganz nebenbei die Frage stellt, ob sie in diesem Kleid hässlich aussieht. Anfänger nehmen inhaltlich Stellung, Profis bieten ein Stück Schokolade an. Oder beim Motorrad fahren, wo während der Fahrt nur dezente Gesten kommuniziert werden sollte, um die Unfallgefahr zu reduzieren. Anfänger schummeln mit Interkommunikationssystemen, Profis vereinbaren einen Code. Kniff in den Oberschenkel? Du bist zu langsam, fahr schneller. Klopfen auf den Helm? Du bist immer noch zu langsam, fahr schneller! Festes Umklammern der Hüfte, begleitet von einem spitzen Schrei? DU BIST ZU LANGSAM, FAHR SCHNELLER!!!

Aber auch die schönste Ausfahrt hat ein Ende und so kann es schon mal vorkommen, dass man den Abend nicht in romantischer Zweisamkeit an der Cocktailbar beendet (wobei die Hammond Bar dafür durchaus geeignet wäre), sondern in einer wortkargen Atmosphäre eines Artgenossen, der den Fehler begangen hat, auf die Kleidfrage keine Schokolade zu servieren. In solchen Fällen sucht ihr euch im Idealfall einen Platz direkt an der Bar, denn so kommt ihr nicht in die Verlegenheit gehaltvolle Konversationen führen zu müssen sondern könnt mit wenigen oder noch weniger Worten die Kommunikation auf das Wesentliche beschränken (noch einer? Ja) und den Mixologen bzw. Künstlern hinter der Hammond Bar bei der Arbeit zusehen.

Cocktail Geschichten

Auch die Cocktail Karte unterstützt unsere These, dass die Hammond Bar nicht zwingend zum Plausch verleiten möchte. Abseits der typischen Auflistung von Ingredenzien, subsummiert unter fancy klingenden Cocktailnamen besteht ein guter Teil der gefüllten Seiten aus Kurzgeschichten, in denen die jeweiligen Cocktails und deren Zutaten subtil verwoben werden. So ist für jeden Geschmack etwas dabei, von den Helden der Bar bis zum sanften Rausch findet man(n) für jeden Plan einen Komplizen. Und wer gar nicht fündig wird, bekommt zumindest 30 Dinge vorgeschlagen, die nichts mit Alkohol zu tun haben und das eigene Leben verbessern – zum Beispiel spontan zu verreisen.

Doch genug des Drumherums und hinein ins Gefecht – hält man in der Hammond Bar, was das Ambiente verspricht? Wir beginnen mit einem Cocktail mit dem klingenden Namen Kentucky Mule No. 2, ein Tribut an die Kompetition rund um den neuen Jim Beam Double Oak, kombiniert mit Kardamom Zimt Sirup, Ingwer Likör und Bier.

Hammond Bar - Kentucky Mule No. 2
Hammond Bar – Kentucky Mule No. 2

Der maskulin in einem Tumbler servierte Cocktail verhält sich so, wie es Männer nicht besser könnten. Geradlinig versucht er nicht, den Charakter des Double Oak in ein plüschiges Geschmackskorsett zu zwängen sondern unterstreicht seinen unverkennbaren Charakter und spielt mit der für Whiskey typischen Schärfe mit einer leicht bitteren Note beim Abgang, wie man sie sonst nur bei Gin Tonic kennt.

Wer mehr auf Klassiker steht, bekommt in der Hammond Bar auch beim Old Fashioned in der Jim Beam Double Oak Ausführung etwas geboten. Dieser wird nicht wie sonst weit verbreitet in einem Tumbler serviert, sondern in einem gewölbten Stilglas, was Kenner honorieren dürften, so verflüchtigen sich die olfaktorischen Eindrücke nicht so schnell. Auch wird der Drink in dieser Ausführung nicht „on the rocks“ serviert, sondern mit einem Topping aus Öl von getrockneten Orangen.

Hammond Bar - Jim Beam Double Oak Fashioned
Hammond Bar – Old Fashioned
Hammond Bar - Old Fashioned
Hammond Bar – Old Fashioned

Was diese Variante so besonders macht ist das Öl. Denn die einzelnen Perlen verleihen der Oberfläche eine besondere Struktur, die beim Genuss auf eine geschmackliche Reise einlädt, durch das Öl, welches sich nach und nach um den Gaumen legt und den Geschmack des Old Fashioned somit laufend verändert. Eine kleine Tat mit großer Wirkung, die uns sehr gefällt. 

Wem das nicht ausgefallen genug ist, kann es ja mal mit einem Foamy Daiquiri versuchen. Hier wird ein klassischer Daiquiri mit einem flambierten Baiser, wahlweise mit Erdbeer-, Vanille- oder Mandelgeschmack gekrönt.

Hammond Bar - Foamy Daiquiri
Hammond Bar – Foamy Daiquiri

Diese Methode kennen wir sonst nur in Kombination mit Eis im Sommer, zusammen mit einem Cocktail entsteht allerdings ein zeitloses Kunstwerk. Mit Löffel und Strohhalm bewaffnet ist man hin und her gerissen, etwas von der süßen Versuchung zu naschen oder vorher/nachher einen Schluck vom Daiquiri zu genießen.

Bewertung Hammond Bar

  • Erreichbarkeit - 8/10
    8/10
  • Ambiente - 9/10
    9/10
  • Angebotsvielfalt - 9/10
    9/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 8/10
    8/10
  • Kompetenz - 9/10
    9/10
  • Preisleistung - 9/10
    9/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 7/10
    7/10

Fazit

Die Hammond Bar ist trotz der Nähe zum Bermuda Dreieck kein Kommerzcocktailtempel sondern ein schummrig schönes Plätzchen der Entschleunigung mit einer Auswahl an hochwertigen Cocktails mit anständiger Preisleistung. Besonders an der Bar kommt man im gedämpften Licht des Kerzenscheins und der zurückhaltenden Barbeleuchtung gerne gedanklich ins Schweifen während keine 50cm hinter einem auf bequem gepolsterten Sitzen Unterhaltungen geführt werden können, ohne einen in der eigenen Blase zu stören. Starke Leistung, wunderschön inszeniert mit einer unterhaltsamen Cocktail-Karte, die Geschichten erzählt und Tipps fürs Leben gibt.

8.1/10
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Bar Eckdaten

Adresse:
Taborstraße 33 / Ecke Große Pfarrgasse, 1020 Wien

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag ab 17 Uhr, Samstag & Sonntag ab 19 Uhr

Kontakt:
Tel.: +43 1 9689215
Web: http://www.hammondbar.at
Facebook: https://www.facebook.com/Hammond-Bar-237973592910040/ 

In Kooperation mit Jim Beam

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Jim Beam. Im Zuge der Promotion für Ihren Premium-Bourbon „Jim Beam Double Oak“ besuchen wir ausgesuchte Bars und bewerten Sie nach dem üblichen Maßstab. Die jeweiligen Bars sind NICHT Teil der Kooperation. Das verbindende Merkmal ist die Bestellung einer Cocktailkreation mit „Jim Beam Double Oak“ als Kernbestandteil.

Jim Beam Double Oak

Jim Beam Double Oak ist die neueste Innovation der Jim Beam Premium Bourbons. Für diesen außergewöhnlichen Whiskey wurde eine neue Variante des klassischen Kentucky Straight Bourbons entwickelt, indem dieser Bourbon nicht in einem sondern in zwei Eichenfässern gereift wird. Wie bei allen Bourbons von Jim Beam werden ausschließlich neue, ausgeflammte Fässer aus amerikanischer Weißeiche verwendet, doch anders als andere Bourbons wird Jim Beam Double Oak zu einem zweiten Reifungsvorgang in ein neues ausgeflammtes Eichenholzfass gegeben. Durch die doppelte Lagerung bekommt der Bourbon noch mehr Kontakt mit dem ausgeflammten Eichenholz, und somit entsteht eine außergewöhnliche Geschmackstiefe nach Karamell- und Toffeearomen sowie prägnanter Eichenwürze, intensiver als bei anderen Whiskeys.

www.drinksmart.at

Jim Beam Double Oak

 

 

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