Burger Pizza / Pasta Spare Ribs Steak

Frank’s – Challenge reconsidered

Das Frank's ist neu, so heißt es. Jedenfalls stand die Gruppe hinter dem Restaurant ganz schön in der Kreide und hat den Sommer samt Insolvenzverfahren genutzt, um sich und das Restaurant auf neue Beine zu stellen. Grund genug für uns, dem in die Jahre gekommenen Versprechen "Best Steaks in Town" mal auf den Zahn zu fühlen.

Das wir das dieses Jahr noch erleben dürfen? Das Jahr 2016 neigt sich ja bald dem Ende zu. Und es war ein bewegendes, fast stressiges Jahr, aber tragisch waren nicht die vielen Persönlichkeiten, die wir verloren haben, nicht die wiederholten Präsidentenwahlen oder Trump, die uns die Tränen in die Augen treiben. Nein, viel mehr sind wir bewegt, dass sich unser Freundeskreis endlich mal wieder in größerer Runde versammeln konnte, was für euch den Vorteil hat, dass wir die Karte buchstäblich rauf und runter bestellen konnten.

Alles neu, fast

Das Franks steht nun hoffentlich auf gesunden Beinen. Jedenfalls wurde nicht nur finanziell saniert. Eine neue Karte und eine neue Fassade wurden ebenfalls spendiert. Was uns als erstes auffällt. Das vollmundige Versprechen der „Best Steaks in Town“ ist verschwunden, irgendwie schade – denn solchen Ansagen widmen wir uns ja besonders gerne. So bleibt ein wehmütiger Rückblick auf eine verpasste Gelegenheit und die beste Headline der Welt. Ok, nein ist sie nicht. Sie ist nur ein Tribut. Im Inneren selbst ist aber noch alles beim Alten. Der helle gartenähnliche Vorderbereich, der rustikal amikale hintere Bereich ohne Handyempfang, getrennt durch die berühmte Dry-Aged Kammer.

Unser stattliches Regiment von 7 Personen hat jedenfalls die Gelegenheit genützt und eine breite Variation der neuen Karte bestellt. Für Pizzafreunde haben wir die reguläre Pizza Classico und Double al America im direkten Vergleich mit Mozzarella und Salsiccia als Vorspeise bestellt. Im Hauptgang durften dann sowohl der Angus Beef Burger, als auch das Filet-, Rump- und Rib Eye Steak aus der Classic Steak-Selection dran glauben, während in der Dry Aged Selection der Endboss in Form eines T-Bone Steaks verkostet wurde. Wer mehr auf Ribs steht, wird in diesem Beitrag erfahren, wie die Braised Cuban Beef Ribs im Franks bei uns abgeschnitten haben.

Doppelt hält besser

Im Frank’s gibt es Pizza nach dem Baukastenprinzip. Wie bei BMW wählt man zuerst das Grundmodell und Motor und stattet das Basispaket dann mit wertvollen Extras wie elektrischen Fensterhebern (weit verbreitet) und Blinkern (weniger) aus. Konkret beginnt man im Frank’s mit „klassischen Grundzutaten“ (Tomatensauce und Rohmilchkäse), die in vier Schritten zunehmend ins amerikanische pervertiert werden (doppelter Boden und Cheddar statt Mozzarella).

Frank's - Pizza Classico
Frank’s – Pizza Classico

Während die Pizza Classico in unserer Ausführung (Extra Mozzarella und Salsiccia) geschmacklich bereits sehr gut abschnitt (die Salsiccia ist schön scharf, schärfer als so manche Diavolo), war der Teig nicht besonders aufregend bzw. der Kategorie Fluffy oder Crunchy zuzuordnen. Im Gegensatz dazu bekennt sich die Variante mit doppeltem Teigboden eindeutig zur Fluffy-Fraktion und rennt damit offene Türen bei uns ein. So bleibt uns nicht mehr als erstaunt festzustellen, dass die Pizzen besser schmecken, als wir es uns von einem Steakhouse erwarten würden.

Frank's - Double al American
Frank’s – Double al American

Burger reloaded

Die Burger im Frank’s waren früher… optimierungsfähig. Das wissen wir, weil wir eigentlich recht früh das erste mal nach dem Start unseres Blogs da waren. Also als unsere Ansprüche noch nicht so hoch wie nach 53 Burgertests waren. Hier freuen wir uns, dass nachgebessert wurde, denn an Stelle von 0815 Buns kommt der Angus Beef Burger mit 220g Patty in einem anständigen Exemplar (kein Brioche) daher.

Frank's - Angus Beef Burger
Frank’s – Angus Beef Burger
Frank's - Angus Beef Burger
Frank’s – Angus Beef Burger

Geschmacklich macht das Frank’s dann auch vieles besser. Auf übertrieben viel Sauce wird verzichtet, in unserem Exemplar fand sich gar keine – man überlässt dem saftig medium gegrillten Patty österreichischer Herkunft (B.O.A) zusammen mit dem Käse vollständig das Feld. Das ist ein bisschen schade, denn so ist das Gesamterlebnis, etwas unspektakulär. Preislich macht die Lokation mit 13,90 EUR wohl einen riesigen Unterschied, immerhin zahlt man auf der anderen Seite vom Donaukanal für weniger mehr.

Bei den Beilagen setzt man im Frank’s dann neue Rekorde. Sag Grüß Gott zu den vielleicht teuersten Beilagen in Wien? Knapp 4,10 EUR für Convenience Fries bzw. 4,90 EUR wenn ihr ein paar Convenience Onion Rings als Deko drauf platziert sind schon etwas happig in der Preisleistung.

Steakholder

Ok, für diese Zwischenheadline legen wir 5 EUR in die schlechte Wortwitzkassa. Auch wenn es ganz gut passt, denn zu diesem Zeitpunkt investieren wir eine nicht unerhebliche Menge an Risikokapital in die verfügbare Steakauswahl, ohne zu wissen, ob es sich denn Auszahlt. Wie es sich für ein anständiges Steakhouse in der Innenstadt gehört verstehen sich die Preise ohne Beilagen. Begonnen beim Ladyrumpsteak 200g um 15,90 EUR, weiter zum Rib Eye 300g um 27,50 EUR über das Filet 250g um 31,50 EUR bis hin zum Meisterstück, dem Dry Aged T-Bone Cut um 49,90 EUR.

Frank's - so klein und schon ein Rumpsteak
Frank’s – so klein und schon ein Rumpsteak
Frank's - Filetsteak
Frank’s – Filetsteak
Frank's - Ribeye
Frank’s – Ribeye
Frank's - T-Bone
Frank’s – T-Bone

Zusammengefasst sind wir vom Erlebten – das gleich vorneweg – sehr angetan. Der Garpunkt wurde scharf angebraten am Lavasteingrill, veredelt im Holzofen jeweils punktgenau getroffen. Selbst das T-Bone weist hier keine Mängel auf, sofern man davon absieht, dass es vom Knochgengelöst, aufgeschnitten seinen Weg zum Teller findet. Das Filet war von der Fleischqualität so, wie man es vom Angus kennt zart aber recht fasrig, jedenfalls hatten alle Cuts gemeinsam, dass die Küche geschmacklich mit Salz eine Vorauswahl für euch trifft. Für uns jedenfalls genau richtig. Besonders spannend: Highlight des Abends war trotz seiner Opulenz nicht das T-Bone sondern das Rib Eye, in einer Querverkostung kam diese Variante bei allen Testern am besten an. Insofern gibt es diesbezüglich eine klare Empfehlung von uns. Das Investment hat sich ausgezahlt.

Kokos Ribs

Whait, whaaat? Beef Ribs in Sauce? Kann das was? Auf dem Papier klingt es jedenfalls schon mal geil. Geschmorrtes Rind mit Kokosnuss, Koriander & Zwergkartoffeln. Jedenfalls eine interessante Alternative zu unseren üblichen Verdächtigen.

Frank's - Braised Cuban Beef Ribs
Frank’s – Braised Cuban Beef Ribs

Optisch auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so sexy wie die Steaks, dafür überzeugen die inneren Werte. Das Beef ist butterweich geschmorrt und in einer mehr als ausreichenden Menge vorhanden. Auch bei den Erdäpfeln und der Sauce wurde nicht gespart, die ist im übrigen sehr gut, aber dennoch mild im Geschmack. Kokos als Hauptbestandteil kommt stark zur Geltung, ohne jedoch wie in einem schlechten Curry alle anderen Geschmacksnuancen zu dominieren.

Bewertung Frank’s

  • Erreichbarkeit - 9/10
    9/10
  • Ambiente - 7/10
    7/10
  • Angebotsvielfalt - 9/10
    9/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 8/10
    8/10
  • Kompetenz - 8/10
    8/10
  • Menge - 8/10
    8/10
  • Zubereitung - 8/10
    8/10
  • Geschmack - 8/10
    8/10
  • Preisleistung - 8/10
    8/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 6/10
    6/10

Fazit

Im Frank's gab es früher schon gute Steaks, wenngleich auch nicht die besten - wie ursprünglich behauptet. Wir sind angetan vom mit der Sanierung gewonnenen Realismus, mit dem sich das Restaurant weg von einer Touristenfalle als ernst zu nehmende Entität neu positioniert. Das wird nur unterstrichen durch die anständige Leistung entlang der Kategorien Burger, Pizza und Ribs - die Vielfalt fördert aber auch seinen Tribut. So werden an kleinen Ecken Einfache punkte liegen gelassen, die im direkten Vergleich mit spezialisierten Konkurrenten zu einem leichten Nachsehen führen. Damit wir uns aber nicht missverstehen - Der Gesamtqualität hat die Sanierung sehr gut getan, das sollte mit dem einen oder anderen Besuch belohnt werden. Mit seinem Blood & Bacon Cocktail übrigens ein heißer Anwärter auf einen Zusatzbeitrag in der Afterwork Kategorie

7.8/10
User Rating 3.57 (7 votes)
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Restaurant Eckdaten

Adresse:
Laurenzerberg 2, 1010 Wien

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 11:00 – 01:00
Samstag & Sonntag von 17:00 – 01:00

Kontakt:
Tel.: +43 1 533 78 05
Web: http://www.franks.at/
Facebook: https://www.facebook.com/franksvienna/

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