Burger

Fly’s – Back to the Fifties

Manchmal lohnt es sich, einen Blick zurück zu werfen. Als Burger noch nicht als quasi Gourmet-Delikatesse mit abartigen Aufschlägen unters Volk gebracht wurden. Sondern im gemütlichen Ambiente eines American Diners zu anständigen Preisen. Mit dem Flys wagen wir diese Reise in die Vergangenheit.

Old but gold

Das Fly’s ist keine Neuheit, seit 1997 beglückt das Imbiss-Restaurant seine Gäste im charmanten Flair der Fifties mit hausgemachten Burgern, zuerst in der SCS und dann bis heute im 19. Bezirk, ein paar Gehminuten von der U6-Station Spittelau entfernt.

Flys - Authentische AusstattungFly’s – Authentische Ausstattung

Am Eingang wird man bereits von einer mannsgroßen Statue des King of Rock’n Roll begrüßt, seiner Heiligkeit Elvis Presley himself. Nach dem Eintritt hat man dann auf 2 Stockwerken verteilt die Chance, auf den für amerikanische Diner üblichen Sitzbänken an ebenso typischen Imbisstischen Platz zunehmen. Zwar merkt man diesen das Alter in Optik und Sitzkomfort an, wenn man das Ambiente allerdings objektiv beurteilen will, kann das kein Grund für Punkteabzug sein, denn damit wird das Fly’s nur noch authentischer.

Flys - Jukebox Baby!
Fly’s – Jukebox Baby!

Absolutes Highlight der Ausstattung ist allerdings die Jukebox, die sich an jedem Tisch wieder findet. Die sind entgegen aller Erwartungen keine billige Requisite sondern voll funktionstüchtig. Nachdem man zunächst im Katalog das gewünschte Lied recherchiert hat, kann man gegen einen Unkostenbeitrag von 50Cent die dazugehörige Kombination aus Buchstaben und Zahlen eintippen und ein paar Sekunden später hallt der gewünschte Song im ganzen Restaurant wieder.

Burger wie damals

Wir erinnern uns. Früher glänzten Burger nicht mit exquisiten oder exotischen Zutaten. Plain and simple: Ein leckeres Patty zwischen ein angetoastetes Bun mit ein paar einfachen Toppings. Wer etwas besonderes wollte, ging zu den Restaurants mit spezieller Burger Sauce. In diesem Sinne war die Wahl für diesen Test recht schnell gefällt: Einmal bitte der Bacon & Cheese mit seiner Fly’s-Barbecuesauce. All zu viel Auswahl bietet das Diner bei den Burgern ohnehin nicht. In den 50ern gab es offenbar noch keine Vegetarier bzw. war es damals noch nicht en vogue, diese Essstörung dieses Essverhalten wie ein Accessoire nach außen zu tragen. Da uns das 140g Patty dann doch ein wenig zu ladylike wirkte, haben wir uns außerdem am Special „Fly’s Mexican Burger“ und seinem wesentlich einladender wirkendem Versprechen von 240g purem Rindfleisch versucht.

Fly’s Bacon & Cheese

Burger in Diner kommen klassisch ohne Pommes daher. Das stört uns im Vergleichstest nicht sonderlich, denn mit 4,20 EUR unterbietet das Fly’s so ganz nebenbei einen gewissen Big Mac eines nicht ganz unbekannten Burger Franchise. Und sieht dabei noch besser aus.

Fly's - Bacon & Cheese
Fly’s – Bacon & Cheese

Geschmacklich sorgt der Fly’s Bacon & Cheese für keine all zu bösen Enttäuschungen. Das Bun ist dem Preis folgend pretty Standard und anständig angetoastet. Das sorgt auf der einen Seite für einen guten Griff mit der Hand. Als Nachteil war unser Exemplar vielleicht eine Spur zu lange angetoastet, denn das Bun war damit fern von Fluffig weich sondern eher wie das knusprige Brötchen zum Frühstück am Sonntag. Das Patty war mit 140g (hallo Preis) für männliche Bedürfnisse schlicht zu wenig, aber hey, um den Preis kann man auch zwei Burger bestellen (nein Frau, ich teile nicht). Die Konsistenz des Patties war dafür in Ordnung (leider well done), der Käse nicht zu viel und der Gemüseanteil nicht übertrieben. Nur der Speckanteil hätte Preis hin oder her ein wenig größer sein müssen, immerhin haben wir einen Bacon & Cheese und keinen Cheese & Bacon bestellt. Die verwendete Fly’s Barbecue Sauce schmeckt zwar nicht wie eine der berühmten Geheimsaucen aus den 50ern, setzt aber dennoch einen eigenen Akzent abseits der heutigen Trends. Insgesamt muss sich der Fly’s Bacon & Cheese damit nicht verstecken, lediglich an der Menge der Sauce (zu viel) und Bacon (zu wenig) könnten die Betreiber noch arbeiten.

Fly’s Mexican Burger

Mexican heißt bekanntlich scharrrffff und genauso kündigt sich der Burger beim Servieren mit zwei Deko Chillischeiben im Formhaltenden Zahnstocher auch an, der zusammen mit hausgemachten Pommes und einer Art Paprika-Relish serviert wird.

Fly's Mexican Burger
Fly’s Mexican Burger

Wie beim anderen Burger ist das Bun nicht wirklich der Rede wert, es war genauso angetoasted und griffig aber für uns eine Spur zu „knusprig“. Das Patty war mit 240g um einiges männlicher als vom kleinen Kollegen und ebenfalls well-done. Unterhalb des Patties schlummern zwischen den Salatblättern weitere Jalapenos und verleihen dem Burger die implizierte Schärfe, übertreiben es aber für nicht kampferprobte Scovillejunkies zu keinem Zeitpunkt. On top des Patties befindet sich neben weiteren Standard-Zutaten ein Klecks Salsa, der eine weitere Nuance „Mexiko“ hinzufügt, übertreibt es aber anders beim Bacon & Cheese nicht, wo die Sauce im Geschmack sehr dominant ist. So bleibt mehr vom puristischen Fleischgeschmack des Gegrillten Burgers, der trotz des Garzustands nicht trocken sondern saftig war.

Fly's - Hausgemachte Pommes
Fly’s – Hausgemachte Pommes

Selbst bei zufälligen Besuchen machen wir unsere Hausaufgaben und wissen: im Fly’s gibt es zwei Arten von Pommes. Die normalen aus dem Tiefkühlfach wie wir sie aus jedem Supermarkt kennen. Und die hausgemachten, wie man sehen kann, nicht in der Friteuse sondern im Ofen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass diese Zubereitungsvariante eher den Kundenwünschen als der Authentizität der 50er entsprungen ist. Lobend kann man(n) auf jeden Fall erwähnen, dass die Pommes aus dem Ofen anstelle der Friteuse ein bisschen weniger auf die Hüften der besseren Hälften schlagen und man sich so eher hinreißen lassen könnte, zu teilen. Richtig gelesen, Manly Men es geht hier nie um schnöden Futterneid sondern nur um die Sorge ums Wohlergehen und die Gesundheit. Der „selfmade“ Geschmack trägt auf jeden Fall dazu bei, das Restaurant trotz Fastfoodkettenpreisen von selbigen abzugrenzen. Negativ ist allerdings anzumerken, dass die Selfmade-Variante nicht grad was fürs Auge ist und trotz knuspriger Oberfläche die größeren Exemplare innen immer noch „lätschert“ waren. Das beigestellte Paprika-Relish traf nicht wirklich unseren Geschmack und wurde schnell durch einfaches Ketchup ersetzt.

Bewertung Fly’s

  • Erreichbarkeit - 5/10
    5/10
  • Ambiente - 8/10
    8/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 7/10
    7/10
  • Kompetenz - 7/10
    7/10
  • Menge - 7/10
    7/10
  • Zubereitung - 7/10
    7/10
  • Geschmack - 7/10
    7/10
  • Preisleistung - 8/10
    8/10
  • Sexiness - 6/10
    6/10

Fazit

Wenn man Burger günstiger als bei Mc Donalds bekommt, darf man sich keine Gourmet-Burger erwarten. Wenn ihr mit diesem Bewusstsein dem Fly's einen Besuch abstattet, werdet ihr es auch nicht enttäuscht verlassen. Im Gegenteil, legt man die Erwartungshaltung auf eine realistische Latte, überwindet das Fly's sie ohne Mühe. Die Burger waren in Ordnung aber keine Offenbarung, ebenso wie die Pommes. Lohnt sich ein Besuch? Wenn ihr euch ebenso wie wir für das Ambiente und die Jukebox am Tisch begeistern könnt oder eure Lady total auf Vintage abfährt lautet die Antwort: Hell yeah! But love me tender, love sweet, wer auf der Suche nach dem besten Burger der Stadt ist, wird hier nicht fündig. Aber selbst für die anspruchsvollsten lohnt sich ein "Fly by" wenn ihr mal in der Gegend seid. Nicht zuletzt auf Grund des zumindest bei unserem Besuch sehr charmanten Servicepersonals.

7.1/10

*Charlotte war diesmal nicht dabei

Restaurant Eckdaten

Adresse:
Heiligenstädter Straße 29 – 31 | Stadtbahnbogen 218, 1190 Wien

Kontakt:
Telefon: +43 1 367 09 05
Web: www.flys.at
Mail: tacos@aon.at
Facebook: www.facebook.com/Flys-American-Fifties-Restaurant-168571783164189

 

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