Burger Spare Ribs Steak

Fischer´s American Restaurant – Burn Baby Burn

Ganz Österreich ist besetzt von Harley Händlern. Ganz Österreich? Nein ein kleines gallisches Wien... leistet dem Triumphirat (höhö Motorrad Wortwitz) erbitterten Widerstand. Wer sich fragt, was die Leute davon abhält, im Zentrum Wien nach einem Standort zu suchen... vermutlich die benötigte Fläche für die schicken Motorräder, welche die Besatzer aus Strasshof und Brunn am Gebirge so nebenbei verkaufen. Der Herr Fischer ist mit seinem Standort an der Wiener Triester Straße nun eigentlich fast schon zentral gelegen, und ein Besuch von uns gehört im Zuge der Neueröffnung daher zum guten Ton bzw. war längst überfällig.

Es hat schon etwas Outlaw mäßiges an sich. Also die Anreise. Öffentlich nicht sehr zu empfehlen führt der Weg mit Schwung die Triesterstraße hinunter, vorbei an der Wienerberg City, immer in Richtung des gelobten Landes (so hat eine unserer besseren Hälften die SCS einmal genannt). Habt ihr die überwältigende Anzahl von Auto- und Laufhäusern passiert, erwartet euch das Fischer’s auf der Höhe des architektonischen Kunstwerks vom Intersport. Wo früher ein „einfacher“ Harley-Store samt Restaurant im betont abgefuckten Flair einer Route 66 Bar als Wendepunkt für Cafe Racer aus Wien war, erwartet euch nun die gepflegte Fassade eines topmodernen Harley Händlers. Im Inneren begrüßt euch dann ein Ambiente mit typisch amerikanischem Charme und zu unserer Verwunderung, ein sehr großzügig ausgelegter Raucherbereich. Hier müssen die Nichtraucher ins Kammerl. Die einen mag das stören, angesichts der Zielgruppe (klick mich) wundert uns diese Entscheidung aber nicht wirklich.

Starters

In freudiger Erwartung an die Auswahl (Online Speisekarte sei Dank) haben wir unsere Beziehungen spielen lassen und sind in großer Runde erschienen, immerhin wollen wir die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen und jeder weitere Besuch stellt ein unnötig großes Risiko dar (Stichwort bessere Hälfte: Wenn wir schon mal da sind, könnten wir doch auch gleich zum Ikea…). 

In diesem Sinne probierten wir uns zum Teilen in der Gruppe an eine Variation aus Coconut Chicken Fingers, Onion Rings, Chili Cheese Nuggets, Mozzarella Sticks und Camembert Nuggets.

Fischer’s American Restaurant – Coconut Chicken Fingers
Fischer’s American Restaurant – Onion Rings
Fischer’s American Restaurant – Mozzarella Sticks
Fischer’s American Restaurant – Chili Cheese Nuggets
Fischer’s American Restaurant – Camembert Nuggets

Nun werden die Starterts im Fischer’s eher spartanisch angerichtet. An sich ja nichts Schlechtes. Aber es ist doch etwas irritierend, dass die Inszenierung dennoch so bewusst unvorteilhaft ausfällt. Anders können wir den Eindruck, dass jemand die Hälfte der Portion auf dem Weg von der Küche zu unserem Tisch vernascht hat, nicht beschreiben.

Beim Verkosten stellt sich in der Runde schnell ein einstimmiges Urteil ein. Genascht hat hier sicher keiner. Klassisches Convenience Food, wie man es sonst in unzähligen Restaurants bekommt bzw. bei dem man eigentlich nichts falsch machen kann. Außer der Anrichtung eben. Und dem Preis um je 6,20 EUR die Schüssel.

Steak

Fischer’s American Restaurant – Filet Steak 150g

Ja, es gibt Steaks in Gewichtsklassen unter 150g, die kein Teil eines Wagyu Probiertellers sind. Während die 150g Variante die charmante Bezeichnung „Lady Steak“ trägt, wissen wir jedoch nicht, wie wir dieses Exemplar einer Baby Klasse nochalant bezeichnen können. Wie wärs mit Mimimi-ichbinaufdiät-Steak? Oder Ichhättegerneeinensalatbestellt-aberdannwerdeichgehaut-Steak? Kreative Vorschläge werden von uns mit einer Special Mention entgegen genommen!

Sieht man über die Größe hinweg (kostet immerhin auch „nur“ 15,90 EUR), kommt unterm Strich ein solide zubereitetes Steak heraus. Angerichtet ohne irgendwelchen Schnickschnack wurde der bestellte Garpunkt perfekt getroffen. Gute Textur und so zart, wie es sich für ein Filet Steak gehört.

Spare Ribs

Fischer’s American Restaurant – Spare Ribs Classic
Fischer’s American Restaurant – Spare Ribs Spicy
Fischer’s American Restaurant – Maple Ribs

Spare Ribs gibt es beim Fischer’s in mehreren Ausführungen. Klassisch, Würzig und für uns besonders interessant (weil noch nicht probiert): in Ahornsirup mariniert. Die Wartezeit auf die Ribs gestaltete sich zugegebenermaßen etwas zäh, könnte aber dem Umstand geschuldet sein, dass wir von den halbleeren Starter-Schüsseln noch nicht ganz satt waren.

Serviert werden die Ribs in der Standardvariante in der Einzahl. Wer sich mehr als eine Reihe wünscht, muss wohl zur XL Ausstattung um 17,90 statt 11,90 EUR greifen. Geschmacklich hält sich die Marinade in allen drei Varianten sehr nobel zurück bzw. ist nur sehr schwach wahrnehmbar. Speziell zwischen der Classic und Spicy Variante konnten wir nicht viel Unterschied ausmachen. Lediglich die Maple Ribs unterschieden sich optisch und geschmacklich von den beiden anderen. Dabei zugegeben nicht übertrieben sondern eben nur als schwache Nuance bleibt uns bei den Ribs unterm Strich nur ein Kritikpunkt: das Fleisch lies sich zwar gut vom Knochen nagen, aber leider fast ein wenig zu gut. Dezent Bissfest, wie es von BBQ-Grillgöttern gepredigt wird waren sie leider nicht.

Pulled Pork Sandwich

Fischer’s American Restaurant – Pulled Pork Sandwich

Das Pulled Pork Sandwich wird in einem knusprigen Ciabatta und einem Wannabe Coleslaw Salat serviert. Wannabe? Wer schon mal einen guten Coleslaw Salat probiert hat, wird beim Verkosten im Fischer’s zu einem ähnlichen Schluss kommen. Geschmacklich sehr mayonaisig irgendwie daneben.

Das Pulled Pork Sandwich macht dann wieder Boden gut, das Fleisch schmeckt in etwa so, wie man es sich von einem BBQ-Pulled Pork erwartet. Wenn ihr den Salat also ignoriert (oder noch besser gegen im Fischer’s sehr gut zubereiteten Sweet Potatoe Fries austauscht) durchaus einen Versuch wert.

Mixed Grill

Fischer’s American Restaurant – Mixed Grill

Ok, dass man im Fischer’s wenig Wert auf die Inszenierung seiner Speisen legt, wissen wir bereits. Zumindest macht der Geschmack diesen „Mangel an Opulenz“ zum Teil wieder weg. Der Form halber verbleiben wir mit dem Hinweis, dass für manly Men Verhältnisse der Fleischanteil ruhig ein wenig höher sein könnte.

Harley Pfanne

Fischer’s American Restaurant – Harley Pfanne

Haben wir schon erwähnt, dass das Fischer’s bei der Inszenierung seiner Gerichte ein unglückliches Händchen beweist? Etwas mehr Anleihen beim Zentimeter (wo man mit einer Schaufel Mist tatsächliche eine Schaufel bekommt) würden hier vermutlich Wunder wirken. Aber wir wollen mal nicht so streng sein – man bekommt genau das, was in der Karte versprochen wird: Ein Chili Mix aus Wedges mit Käse überbacken und Speck und Sauerrahm.

Mengenmäßig könnte man jetzt streiten, ob es zu wenig Speck (mehr Speck geht immer) und zu viel Sauerrahm (verdirbt die Schärfe des Chili) war. Jedenfalls ist das Chili nicht wirklich scharf und damit nicht nur für Liebhaber geeignet. Aber ein wenig weniger Sauerrahm würde wirklich nicht schaden.

Burger

Ok, kommen wir zur Königsdisziplin. Beim Steak gibt es im Fischer’s zu wenig Auswahl, im Gegensatz dazu lockt die Karte mit klingenden Begriffen wie „BBQ Burger, Tina Burger, Redneck Burger, Fat Boy Burger oder Ghostrider Burger“. 

Für unsere Versuchsreihe haben wir uns an einen BBQ Burger und einen Redneck Burger gewagt. Als krönender Abschluss dann noch der Ghostrider Burger, der in der Karte dezent mit „very hot“ beworben wird.

Fischer’s American Restaurant – Redneck Burger

Der Redneck Burger kommt neben Bun mit 200g Rindfleisch, Ementaler, Speck, Röstzwiebel und Spiegelei mit süßem Senf daher. Während das Bun unauffällig (aber nicht 0815!) und das Patty trotz Medium-Wunsch leider Well Done war, erzeugt der Mix der anderen Zutaten einen positiven Gesamteindruck, besonders die Dosierung des süßen Senfs hat es uns angetan. Hier wären andere Burger-Labore angehalten, mehr damit zu experimentieren.

Fischer’s American Restaurant – BBQ Burger

Was beim BBQ Burger schief gegangen ist, wissen wir nicht so genau. Naja eigentlich schon. Während das Bun an sich ja sehr ok ist und man schon mal den Garpunkt des Patties verhauen kann (kommt immerhin schön angegrillt daher), die Idee, statt Cheddar eine undefinierbare Sauce (aus der Sprühdose?) aufzutragen, das können wir bei bestem Willen nicht nachvollziehen. So eine Sauce passt vielleicht zu Nachos im Kino, aber auf einem Burger trifft es definitif nicht unseren Geschmack. Ansonsten ist der Name des Burgers Programm. Die BBQ Sauce ist ausgesprochen großzügig dosiert, dementsprechend schmeckt auch der Burger vor allem danach.

Fischer’s American Restaurant – Ghostrider Burger

Kann der Ghostrider Burger zu einem versöhnlichen Abschluss beitragen? Die Zusammensetzung auf der Karte (Patty, Käse, Chipottle-Paprika und „Blair’s Ultra Death“ Sauce) und in der Realität mutet jedenfalls eher karg an. Ok, hier geht es wohl vor allem um die Schärfe. Aber da sind wir ja einiges gewohnt.

Dennoch beißt Manly Man 1 zur Sicherheit vorsichtig in den Burger. Hier seine ungefilterten Eindrücke: Mhm Aha, ja, wo ist denn die Schärfe. Ach ja, da ist sie schon. Entwarnung, der Burger ist scharf. Hm. Ja, der Burger ist sehr scharf. Hmmmm. Fuck ist der Burger scharf. Shit, shit, shit, shit hört das je wieder auf? (Spoiler: ja, nach 10 unendlich langen Minuten).

Verrächtlich wird Manly Man 1 von zwei Kollegen links von ihm gefragt, ob er denn nichts aushält. Haha es ist ja so lustig, wenn er da mit rotem Kopf sitzt und vor sich hinflucht. Aber wer austeilt, muss auch mal abbeißen. Gesagt, getan… und binnen Sekunden stellen sich auch bei den harten Jungs ähnliche Symptome ein. Während der eine käsebleich wird, bekommt der andere einen hochroten Kopf und beginnt richtig gehend zu schwitzen. Zur Ehrenrettung von Manly Man 1 – er ertrug das Martyrium im Gegensatz zu den beiden anderen ohne Glas Milch, dass die beiden in Ihrer Verzweiflung nach ein paar Minuten bestellten.

Und der Burger? Sicher der Schärfste, den wir bisher je probiert haben. So scharf, dass es eigentlich nicht mehr lustig ist. Die Schärfe entfaltet sich nicht sanft beim Kauen sondern unerwartet explosionsartig und mit voller Wucht und ebbt beim weiteressen nicht ab, so durchlebt man eine mehrere Minuten lange konstant hohe Schärfe, an deren Ende man sich so fühlt, als hätte man seinen Mund mit Feuer verbrannt. Unsere Zungen waren Tage nach dem Besuch beim Fischer’s noch wund und empfindlich. Unterm Strich also etwas für richtig, richtig Harte.

Bevor ihr euch aber daran wagt, seid gewarnt, dass sich hinter dem unauffälligen Hinweis „Blair’s Ultra Death“ in Wahrheit 800.000 Scoville verbergen. Zur Sicherheit empfehlen wir daher, vorab hier den Devils Burger zu probieren. Der verwendet zwar ebenso eine Basis von 790.000 Scoville, allerdings vermuten wir ganz stark, dass die Sauce im Fischer’s unverdünnt aufgetragen wird, während sie das Teddys nur als Basis für eine Mischung verwendet. 

Bewertung Fischer’s American Restaurant

  • Erreichbarkeit - 7/10
    7/10
  • Ambiente - 8/10
    8/10
  • Angebotsvielfalt - 8/10
    8/10
  • Freundlichkeit - 7/10
    7/10
  • Schnelligkeit - 6/10
    6/10
  • Kompetenz - 7/10
    7/10
  • Menge - 6/10
    6/10
  • Zubereitung - 5/10
    5/10
  • Geschmack - 6/10
    6/10
  • Preisleistung - 5/10
    5/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 5/10
    5/10

Fazit

Im Restaurant-Trio der drei Harley-Händler platziert sich das Fischer's American Restaurant im direkten Vergleich leider mit deutlichem Abstand auf dem letzten Platz. Was schade ist, denn das Ambiente passt, die Auswahl auch. Nur bei der Zubereitung führen kleinere (Preisleistung bei den Starters) und größere (Cheddarsauce am Burger?) negative Eindrücke unseres Besuchs zu einem deutlichen Abzug in der Punkteskala. Immerhin gibt es hier vermutlich den schärfsten Burger der Stadt, aber die Bezeichnung "very hot" ist ja wohl die Untertreibung des Jahres bzw. fast schon grob fahrlässig. Eine präzisere Angabe (z.B. von Scoville) wäre dringend angeraten!

6.3/10
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Restaurant Eckdaten

Adresse: Triester Straße 260-262, 1230 Wien

Öffnungszeiten:
Mo – Sa 9.30 – 23.00 Uhr
So, Feiertage 10.00 – 22.00 Uhr

Kontakt:
Web: http://www.american-restaurant.at
Mail: office@american-restaurant.at
Tel.: +43 (0)1 699 34 04 81 oder +43 (0)1 698 52 52 8
Facebook: https://www.facebook.com/FischersAmericanRestaurant

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