Asiatisch

Es gibt Reis – Und wilde Mädchen

Selten verkündet uns ein Lokal schon im Namen explizit, was es denn geben wird. Für die Argwöhnischen unter euch, es gibt nicht nur Reis. Auch wilde Mädchen. Also die Sorte, bei der die Ohren wackeln, wenn ihr die Lage falsch einschätzt. Nämlich erstens: die Rede ist von einem Cocktail. Und zweitens: wir sind eigentlich wegen dem Essen da.

Hinter dem Namen „Es gibt Reis“ verbirgt sich ein kleines schummriges Lokal in der Piaristengasse, nur wenige Meter von der Lerchenfelderstraße entfernt, der sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Hotspot guter Restaurants entwickelt hat. Die Größe der Auswahl auf der Speisekarte ist wohl in direktem Verhältnis der Geschäftsfläche geschuldet, denn wenn wir klein sagen, meinen wir Platz für gefühlt 20-30 Gäste. Wer Abends vorbei schaut, wird sich im Gedränge trotzdem irgendwie wohl fühlen, denn das Licht ist gedimmt und die Atmosphäre damit ein bisschen schummrig.

Es gibt Kleines und Mittleres…

Passend zum Lokalnamen ist die Auswahl auf der Speisekarte übersichtlich in 4 Kategorien strukturiert: Klein, mittel, groß und flüssig. Während wir der letzten Kategorie (Cocktails) mit dem wilden Mädchen Tribut zollen, verhalten wir uns an sonsten wie Manly Men und lassen die kleine (Vorspeisen) Kategorie links liegen und widmen uns der nächst größeren. Hier tummeln sich einige interessante Kreationen, aber Bauer der wir irgendwo in unserem Herzen sind, essen wir sehr gerne, was wir schon kennen und sind mit einem Larb Sien bzw. laotischem Beef Tartar erstmal weniger experimentierfreudig.

Es gibt Reis – Larb Sien

Während die Inszenierung eher konventionellen Richtlinien folgt, überrascht die Zubereitung mit einer willkommenen Exotik. An Stelle einer klassischen Marinierung würzt das Es gibt Reis sein Tartare so, das man das Gefühl hat, eine durch und durch asiatische Interpretation eines Beef Tartare zu sich zu nehmen. In einer Art, bei der selbst die Experimentierunfreudigsten sanft an den Rand ihrer Komfortzone geleitet werden, ohne sie zu verlassen.

Es gibt Größeres…

Als Hauptspeise haben wir uns für ein Lok Lak und Khao Soi entschieden. Ihr wisst nicht was das ist? Nun, Lok Lak ist laut Karte ein Bio-Flanksteak, rosa gebraten mit würziger Sauce und Rohkosten und Limetten-Pfefferdip und Jasminreis. Auf Wunsch mit einem Spiegelei. Und Khao Soi… ist leider aus. Verdammt. Fleischgerichte sind im Es gibt Reis sehr begehrt. Wer es gar nicht aushält kann von jedem Gericht eine vegetarische Variante bestellen. Aber wir sind stark, wir halten das aus. Und bestellen stattdessen Grilled Chicken vom Freiland Huhn mit Papayasalat und Sticky Rice.

Es gibt Reis – Grilled Chicken
Es gibt Reis – Sticky Rice
Es gibt Reis – Papaya Salat

Das Grilled Chicken entpuppt sich beim Servieren als tolles Gericht für Pärchen zum Teilen. Du isst das Hühnchen, deine bessere Hälfte den Salat. Während das Huhn an sich unspektakulär zubereitet wird, überzeugt es dennoch mit einer wunderbaren Grillnote. Der Salat ist getürmt mit Nüssen und von einer dezenten Schärfe, ein echtes Novum für uns ist jedoch der Sticky Rice. Eingepackt in Papier, umschlossen von einem Flechtkörbchen lautet die Empfehlung beim Servieren, ihn gleich aufzureißen und Atmen zu lassen. Da fühlt man(n) sich gleich wie ein Gourmet, spektakulärer haben wir Reis noch nicht gegessen.

Es gibt Reis – Lok Lak

Weniger spektakulär ist der Reis beim Lok Lak, hier wurde wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf die Zubereitung des Flank Steaks gelegt. Während sich die Rohkost mit Limetten-Pfefferdip als Salat mit Marinade zum Tunken entpuppt, ist das Steak in der Tat wunderbar medium angebraten und schwimmt in einer Sauce, die uns entfernt an eine asiatische Variante eines Zwiebelrostbratens erinnert. Das soll aber keine Kritik darstellen sondern lediglich eine ungefähre Richtung zeigen, in welcher Richtung sich das ansonsten sehr leckere Khmer Gericht orientiert.

Bewertung Es gibt Reis

  • Erreichbarkeit - 7/10
    7/10
  • Ambiente - 7/10
    7/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 9/10
    9/10
  • Kompetenz - 8/10
    8/10
  • Menge - 8/10
    8/10
  • Zubereitung - 8/10
    8/10
  • Geschmack - 8/10
    8/10
  • Preisleistung - 8/10
    8/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 5/10
    5/10

Fazit

Quasi ideal für erste Dates, wenn man nicht nur mit unorthodoxen Restaurantvorschlägen glänzen will, aber noch nicht einschätzen kann, ob sein Gegenüber nun lieber exotisch oder bodenständig flirtet, positioniert sich das Es gibt Reis als echter Geheimtipp. Nicht nur das Essen schlägt eine gekonnte Brücke zwischen beiden Welten, auch Cocktailkarte und Ambiente sind für eine Regulation des Abends ausgezeichnete Einflussfaktoren. Nur die Lautstärke ist etwas überdurchschnittlich, wer Ruhe und Isolation sucht, wird eher unglücklich. Oder ihr kommt an einem Abend vorbei, an dem weniger los ist. Was vermutlich nicht so bald der Fall sein dürfte.

7.4/10

Restaurant Eckdaten

Adresse: Piaristengasse 15, 1080 Wien

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag von 17 – 23 Uhr, Freitag & Samstag bis 24 Uhr

Kontakt:
Facebook: https://www.facebook.com/esgibtreiswien/
Mail: esgibtreis@hotmail.com
Tel: 01 8905587

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