Burger Steak

Door No. 8 – Steak Softcore im 7ten

Wien Neubau ist eigentlich ein ziemlich gefährliches Pflaster. Nicht nur drehen Autofahrer dort seit der Umwandlung der Mahü gefährlich nahe an der Amokfahrt ihre Runden auf der Suche nach einem Parkplatz, die Hipsterdichte ist, begünstigt durch eine ungesund hohe Anzahl an vegetarischen und/oder veganen Restaurants, besorgniserregend hoch. Dennoch konnten wir so kurz vor unserem Jahres Rückblick nicht widerstehen und haben dem jüngsten Player im Kampf um das beste Steak einen Besuch abgestattet.

Softcore? Soft Opening!

Echte Männer wie wir, die aus purer Dekadenz fast schon prinzipiell mit dem Auto anreisen, wissen natürlich um die Parkplatz Situation Bescheid und empfehlen für einen Besuch des Door No. 8 zwei Strategien, wie ihr möglichst entspannt mit dieser Herausforderung umgehen könnt. Entweder ihr kommt 30-45 Minuten vor der Reservierung und vertraut auf euer Glück, eine Parklücke zum Preis einer Kurzparkzone zu gewinnen. Oder ihr fahrt in die um die Ecke gelegene 24h Parkgarage vom NH-Hotel und spaziert über die Mahü gemütlich zum Door No. 8. Der Vorteil hier ist, dass die Parkkosten mit einer Abendpauschale von 6 EUR exakt kalkulierbar sind.

Das Door No. 8 befindet sich dann, wie der Name schon sagt in der Neubaugasse mit der selben Nummer, das erwähnen wir, weil das Restaurant anders als seine Konkurrenten relativ „versteckt“ in einem Hinterhof liegt. Damit präsentiert sich der neueste Anwärter in einer einzigartigen Abgeschiedenheit, die sich mit seiner inkludierten Bar als besonderer After-Work Place positioniert. Bis zum 15.12 herrscht hier noch ein Soft-Opening Betrieb, d.h. die Speiseauswahl wird sich also noch verbessern. Immerhin konnte so sogar Charlotte schnell eine Entscheidung treffen.

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Charlotte darf wählen – Door No. 8

Für uns ist das nicht weiter relevant, da die wichtigsten Hauptspeisen bereits angeboten werden. Steak und Burger, Baby! An der Steak Front bietet das Door No. 8 zur Zeit 4 unterschiedliche Fleischsorten in den Größen „Lady“ (180g) und „Manly Men“ (ab 250g) an. Für unseren Test entschieden wir uns einmal für das australische Ribeye und zwei Filetsteaks aus Uruguay, da die Variante aus Neuseeland bei unserem Besuch leider nicht verfügbar war. Als Side Oder probierten wir die Ofenkartoffeln, gegrillte Advocados mit Salsa und „Stift Fries“.

Ach ja, weil wir schon mal da sind und der Jahresrückblick in dieser Kategorie auch noch in der Entstehung ist, haben wir uns ebenfalls den Filet-Burger einverleibt. Damit der sich opfernde Redakteur auch nicht verhungert, durfte er zudem einen Dreier vorm Tartar genießen.

Erzählt das mal eurer Frau ohne einen Schlag auf den Hinterkopf zu kassieren
Erzählt das mal eurer Frau ohne einen Schlag auf den Hinterkopf zu kassieren

Einen Dreier gefällig?

Das ist keine dreckige Analogie für die Vorspeise sondern tatsächlich der Name einer Kombination aus Beef-  , Advocado- und Thunfisch-Tartar. Nun ist der eine Redakteur die berühmte Prinzessin auf der Steak-Erbse aber auch der Kollege stellt sich in Sachen Drama nicht in die zweite Reihe und so verzauberte er die Bedienung unter den missbilligenden Blicken seiner Begleitung soweit, dass er seinen Dreier mit einer doppelten Portion vom Beef genießen durfte.

Dreier vom Tartare - Door No. 8
Dreier vom Tartare – Door No. 8
Dreier vom Tartare - Door No. 8
Dreier vom Tartare – Door No. 8

Typisch Mann wäre die nächste Assoziation, denn das Vergnügen war dann doch eher von kurzer Dauer. Das lag aber weniger daran, dass das Tartar nicht hervorragend geschmeckt hat – die Fleischqualität kann man(n) durchaus als excellent bezeichnen –  sondern eher daran, dass die Portionsgröße leider nicht sehr männlich sind. Zudem fehlte uns die obligatorische Butter als Geschmacksträger – der Senf war zwar sehr gut, aber verfälscht unserer Meinung nach doch ein wenig den herrlichen Geschmack des Fleisches.

Filet-Steak und Ribeye

Frauen sind ja bekanntermaßen perfekt. Das heißt, auch perfektionistisch. Insofern wundert es uns nicht, dass die beiden Besitzerinnen bei der Zubereitung ebenfalls auf Sous vide setzen und man sich nach Bekanntgabe des gewünschten Garzustandes keine Sorgen mehr machen muss. Um sich in der Masse an Klasse besonders hervorzuheben, veredelt man im Door No. 8 die Steaks mit Hilfe eines Hochtemperatur Broilers, der mit bis zu 1000°C dem vaakuum-verpackt gegaarten Stück Fleisch die notwendigen Röstaromen und Textur verleiht.

Ribeye - Door No. 8
Ribeye – Door No. 8
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Filet – Door No. 8

Das Wichtigste zuerst: keine leeren Versprechungen, unser Garpunkt wurde vorbildlichst (!!!) erreicht, d.h. beim Anschnitt erblickten wir das geliebte Rosa quasi nahtlos bis zum Rand, keine Spur von well done. Ein weiterer ausgesprochener Pluspunkt ist der Umstand, dass nicht ein Tropfen Fleischsaft austrat, das Filet als auch das Ribeye aber trotzdem wunderbar saftig waren, womit auch die zweite Hürde, eine angemessene Ruhephase vor dem Servieren, gemeistert ist.

perfekter Garpunkt - Door No. 8
perfekter Garpunkt – Door No. 8

Gibt es dann noch etwas zu bemängeln? Beim Steak nicht viel, das Fleisch war nicht gewürzt, man kann es sich also mit Salz bzw. Pfeffer selbst veredeln und ist im Verzehr wunderbar zart. Über die Fleischqualität könnte die Karte neben der Herkunft aber noch ein bisschen mehr Auskunft geben.

Filet mit Stift Fries - Door No. 8
Filet mit Stift Fries – Door No. 8
Ofenkartöffelchen und Avocados an Ribeye - Door No. 8
Ofenkartöffelchen und Avocados an Ribeye – Door No. 8

Die Beilagen polarisieren da schon eher. Die Stift Fries sind auf der einen Seite eine erfreuliche Abwechslung zu den unförmigen und rustikalen Steak Fries, die wir in dieser Form sonst nur aus dem Nobelschickimicky Lokal „Costes“ in Paris kennen (nur weil wir nicht darüber schreiben, heißt das nicht, dass wir nicht auch ein wenig herumkommen). Sie schmecken ausgezeichnet und sind super crunchy, haben nur den einen Nachteil, dass sie sich mit der Gabel nicht optimal aufspießen lassen, wodurch ein Teil davon unweigerlich in der dazu servierten Sour Cream ertrinkt. Das macht aber nichts, diese ist ausgesprochen lecker. Auch die Advocado mit Salsa ist eine interessante Geschmackskombination und hat uns sehr gut geschmeckt. Nur die Ofenkartoffel hätten wir uns – nun ja –  größer vorgestellt, Geschmacklich aber 1A.

Filet-Burger

Optisch eindeutig nicht der Bulldozer-Klasse zuordenbar, zeigt der Burger auch lukullisch, dass er in der Oberliga mitspielen möchte. Soll heißen: dieses Prachtexemplar hat uns in mehrerer Hinsicht sehr positiv überrascht.

Filet Burger mit Stift Fries - Door No. 8
Filet Burger mit Stift Fries – Door No. 8

Beginnen wir beim Patty. Dieses wird im Door No. 8 eher (aber nicht zu) fein faschiert und weist im Geschmack seinem Namen alle Ehre machend keinen zu fettigen Geschmack auf, trotz der Tatsache, dass es eher durch serviert wird. Im Gegenteil, in nobler (nicht zu übertriebener) Zurückhaltung betont es mit seiner Konsistenz wunderbar die Toppings, bei denen uns besonders die raffinierte Kombination von Senf und BBQ-Sauce Aromen gefallen haben. Zu guter Letzt noch das Bun, das nicht 0815 ist und einen Verzehr per Hand erlaubt.  Zwar nicht mit der von uns präferierten süßlichen Note beim Kauen aber wir geben zu, dass das in diesem Geschmackspaket keinen Minuspunkt darstellen darf.

Filet Burger - Door No. 8
Filet Burger – Door No. 8
Filet Burger - Door No. 8
Filet Burger – Door No. 8

Bewertung Door No. 8

  • Erreichbarkeit - 5/10
    5/10
  • Ambiente - 9/10
    9/10
  • Angebotsvielfalt - 9/10
    9/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 8/10
    8/10
  • Kompetenz - 9/10
    9/10
  • Menge - 9/10
    9/10
  • Zubereitung - 9/10
    9/10
  • Geschmack - 10/10
    10/10
  • Preisleistung - 7/10
    7/10
  • Sexiness - 6/10
    6/10
  • Hundefreundlichkeit - 6/10
    6/10

Fazit

In Punkto Steak Zubereitung und Burger leistet sich das Door No. 8 keine Schwächen und ist schon alleine dafür einen Besuch wert. Es ist aber noch kein Meister vom Himmel gefallen und so gibt es einen Punkt, den wir im Anschluss an das Soft-Opening ans Herz legen wollen. Und zwar geht es uns um das Preis-Leistungs Verhältnis der Beilagen. Bilder sprechen mehr als Worte, die Portionsgrößen z.B. bei den Ofenkartoffeln sind nicht gerade männlich. Darüber könnten wir noch hinwegsehen wenn sich das nicht so unangenehm auf der Rechnung niederschlagen würde. Zwar macht das Door No. 8 keinen Hehl aus seiner Positionierung im gehobenen Bereich, aber Hand aufs Herz. Diese Portion Ofenkartoffelchen um 3,90 EUR? Seriously? Unterm Strich ist das aber der einzige Kritikpunkt und als solches absolut kein Grund, das Door No. 8 nicht guten Herzens weiter empfehlen zu können. Ok wir geben es zu, wir würden uns auch  sehr freuen, wenn wir nach dem Soft Opening zumindest hin und wieder Wagyu auf der Karte lesen könnten. Von da ist es nicht mehr weit bis zum besten Steak der Stadt. Das wär dann voll Hardcore, oder?

8.0/10
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Restaurant Eckdaten

Adresse:
Neubaugasse 8, 1070 Wien

Öffnungszeiten:
DI bis Do & So.: 17:00 – 24:00
Fr & Sa.: 17:00 – 02:00

Website: www.door8.at
Facebook: www.facebook.com/restaurantdoor8
Telefon: 01 522 03 92

3 Kommentare

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  • Chapeau schon einmal für euren großartigen Blognamen – der bringt mich schon vorab zum Schmunzeln ;)

    Ich war am 1. Dezember zum Prepre-irgendwas-Opening (?) im Door No. 8. Wenn ich nach meinen Erfahrungen gehe, würde ich dort nicht mehr hingehen, aber immerhin sehen die Bilder von euch sehr gut aus :) Der Clue: Wir haben kaum etwas zu essen abgegriffen. Leider war es gedroschen voll und das Service war absolut überfordert, sodass es die Probetellerchen nicht zu uns geschafft haben. Wir sind also nach einer guten Stunde auch wieder hungrig gegangen.

    Euer Bericht lässt aber noch Hoffnung aufkeimen dem Door No. 8 vielleicht doch noch eine Chance zu geben.

    Macht weiter so :)

    • Hey Janine,

      ja am 1sten waren wir auch da, wir haben uns aber davon nicht schrecken lassen (Eröffnung eben) und sind die Woche drauf anonym hingegangen und haben es nicht bereut :)

      LG

  • Hallo Manly Man!

    Cooler Beitrag! Wir waren auch vor kurzem im Door No. 8 und waren durchaus angetan von den Speisen. Einzig die Vorspeise, die ich bestellt habe, war zu teuer. Ansonsten aber ein gelungener Abend!

mEAT Festival by MMFB

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