Burger Spare Ribs Steak

Craftmühle – Good beer, good people

Neues Jahr, neues Burgerglück. Wir haben zwar noch ein paar bekanntere Namen auf der ToDo Liste, am meisten Freude macht es uns aber, eher unbekannte Locations auszuspähen. Immer auf der Suche nach dem nächsten Geheimtipp. Ein Name der in den Diskussionen unserer Rankings gefallen ist, war die Craftmühle. Also haben wir uns aufgemacht, und dem Pub in der Nähe des Naschmarkts einen Besuch abgestattet.

Schon beim Betreten des Pubs werden wir positiv vom Ambiente überrascht. Wir sind keine Einrichtungs-Experten, aus dem Bauch heraus würden wir aber mit Begriffen wie „Mischung“ aus „Industrial chic“ und „Wohnzimmer“ beim Bullshit Bingo mitspielen. Warme Farben zwischen Rot- und Brauntönen mit einem Spektrum von Kupfer bis Nussbraun dominieren die Ausstattung, bequeme Sitzgelegenheiten abseits der klassischen Gastrostühle runden den positiven Ersteindruck perfekt ab. Auch der Koch ist schnell identifiziert, outet er sich doch auf seinem T-Shirt als Natural Born Griller.

Craftmühle – perfektes Recycling von Leergut

Ofenfleck und Fingerfood

Während wir in der Runde noch überlegen, welche der zahlreichen Burger auf der Karte es tatsächlich auf unsere Teller schaffen, war die Entscheidung zu den Vorspeisen schnell getroffen. Nach dem Motto „sharing is caring“ bestellten wir mit dem Ausblick 7 Mägen zu sättigen einmal den „Ofenfleck Salciccia“ sowie die „Cheese & Chips“. Bei Ersterem handelt es sich um einen Fladen, der wie eine Pizza belegt und gebacken wird, bei Zweiterem um eher konventionelles Convenience Food Marke Mozzarella Sticks und Potatoe Dippers.

Craftmühle – Ofenfleck

Der mit scharfen Jalapenos, italienischer Salami und Cheddar belegte Ofenfleck bekommt in der Manly Men Grundschule für Vorspeisen alles, nur keinen Fleck auf seine Performance. Teilen ist ja normalerweise nicht gerade unsere Stärke (eher das an“Herrschen“ unseren besseren Hälfte, wenn wir vor unserem inneren Auge die Hälfte des Burgers bei den Worten „darf ich mal kosten“ verloren glauben), dieses Exemplar eignet sich aber vorzüglich für eure gute Tat des Tages. Denn am Käse wurde nicht gespart und so trieft diese Delikatesse doch etwas im eigenen Saft und es wäre doch schade, wenn ihr die Hauptspeise im Anschluss nicht ganz runter bekommt. Geschmacklich jedenfalls top, wenngleich man bei so einer Rezeptur eigentlich vom Fleck (hehe) weg eigentlich wenig falsch machen kann.

Craftmühle – Cheese & Chips

Bei den Cheese & Chips setzen die Reihe positiver Überraschungen in der Craftmühle fort. Während die Mozzarella Sticks sich nicht besonders von dem unterschieden, was wir und wahrscheinlich auch ihr kennen, sind die hausgemachten Erdäpfeldippers in der Form äußerst angenehm und eine willkommene Abwechslung zu den typischen Pommes. Denn sie eigenen sich im wahrsten Sinne als Fingerfood wie ihr Name vermuten lässt zum Dippen. Apropos, auch bei den Saucen besitzt die Craftmühle ein gutes Gespür für den Puls der Zeit. Keine Spur von 0815 Ketchup, im Gegenteil, als Sauce werden hier eine wunderbare Knoblauch Aioli (no regrets!) sowie eine Art BBQ-Salsa geboten, bei denen in der Runde keine Gefangenen gemacht wurden.

Steak & Ribs

Die Karte schreit einen eigentlich förmlich an „NIMM EINEN BURGER“ aber wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich die Steak und Ribs Wertung um einen Eintrag reicher gestalten. Beginnen wir mit dem Steak, die Auswahl gestaltet sich hier relativ einfach, denn es gibt nur eines zur Auswahl: ein Filet wird es werden, mit der überschaubaren Größe von 200g. Serviert auf einem Bouquet an gegrilltem Gemüse. Ieh, das ist ja richtig gesund, also zur Sicherheit noch eine Portion Potatoe Dippers dazu bestellt.

Craftmühle – Filetsteak

Wie oft haben wir bei Restaurants, die „halt auch“ ein Steak im Programm haben bemerkt, dass sie es eigentlich auch sein lassen könnten, da sie sich offenbar nicht wirklich bemühen. Nicht zufriedenstellende Ergebnisse und deprimierende Preisleistungen – aber was beschweren wir uns, denn in der Craftmühle ist das in jedem Aspekt nicht der Fall. Den stattlichen Preis von 24,50 EUR kann man schonmal verlangen, wenn die Gäste es nicht bis zum nächsten Steak Monday erwarten können, an dem das  Steak samt Gemüse und Beilage und einem Craftbeer für starke 19,90 EUR unter die Leute gebracht wird. Der Garpunkt wurde in zwei von zwei Fällen jedenfalls auch perfekt medium bzw. medium rare getroffen. Beim Fleisch selbst handelt es sich lt. Karte um ein Cut aus Österreich und anders als anderswo erlebt zu unserer Freude um ein gutes, nicht zu zerfranstes, womit das Fleisch schön zart und saftig – dezent vorgesalzen – eigentlich keine Wünsche offen lässt. Sogar das Gemüse hat ein Lob verdient, mit Fleischsaft veredelt können wir sogar davon eigentlich nicht genug bekommen.

Craftmühle – ist es nicht wunderschön?

Ui ui ui, bis jetzt läuft es hervorragend – können die Ribs diese Reihe an äußerst unbetrüblichen Ereignissen fortsetzen? Sagen wir so halb. Aber wir wollen nicht vorgreifen. Ähnlich wie das Steak werden die Ribs auf einem Bouquet serviert. Einem Bouquet an Potatoe Dippers. Soweit so gut. Auf kompakte Einwegtücher für die Säuberung nach dem Gemetzel wird verzichtet und stattdessen eine Schüssel mit Wasser und Zitronen serviert. Das Ganze flankiert von 3 Schälchen der weiter oben schon gelobten Saucen.

Craftmühle – Spare Ribs
Craftmühle – Spare Ribs

Ihr fragt euch vielleicht, wo ist denn die zweite Hälfte? Haben die Männer sich diesmal nicht zurück halten können und vor dem Shooting schon die Hälfte verzwickt? Leider nein, die „Amazing Ribs“ der Craftmühle kommen einreihig daher. Wir sind untröstlich. Naja eigentlich nicht, schade – um 14,80 EUR hätten wir eigentlich zwei Reihen erwartet. Aber vielleicht macht es der Geschmack wenigstens zum Teil wieder wett? Nomnomnom. Jap. Tut er. Zwar sind wir auch weiterhin für alle Arten von Ribs durch das Strandcafe (möge es bald wieder aufmachen) verdorben, aber dieses Exemplar muss sich deshalb nicht verstecken. Zwar nicht die knusprigsten sind sie schön rauchig-fleischig und das Fleisch lässt sich leicht (nicht zuuu leicht, ein bisschen Biss gehört zum guten Ton) vom Knochen nagen, die Marinade ist „scharf“ für jene, die zur Abwechslung mal mutig sein wollen aber sonst nie scharf essen. Sagen wir also pikant. Aber unterm Strich? Würden die Ribs in einer Klasse mit dem Ofenfleck sitzen, würden sie für ihren Auftritt ein Gut-Sehr Gut bekommen.

Hold my beer honey – I got this (Burger)

Showtime Baby. Klar, dass wenn uns ein Drumm anlacht, wir uns die XL Variante davon vornehmen. Wenn dann noch ein Hot Babe auf der Karte steht, versteht es sich irgendwie auch von selbst, dass wir sie bestellen und nicht bitten, sich doch bitte auf einen Sessel zu setzen. Um den Kombo-Bonus an schlechten Wortwitzen fortzusetzen, das Baby Blue ist nicht unseres sondern auch ein klingender Burgername auf der Karte der Craftmühle. Mal rechnen: 2 Steaks, 3 Burger und 1 mal die Ribs macht 6 Personen. Wir haben aber eingangs von 7 Mägen gesprochen. Tja du bist, was du isst, ein vegetarischer 3 Käse Hoch hat sich dann auch irgendwie auf unsere Bestellung verirrt – das sei fürs Protokoll erwähnt, wir werden euch nicht weiter mit dieser Abnormität auf der Speisekarte ablenken. Wir haben ein Klischee zu erfüllen und Fleisch ist wie wir wissen the real deal!

Craftmühle – XL Drumm

Das XL Drumm kommt mit opulenten 400g an Patties (wunderschön medium) daher und wird begleitet von Cheddar, Bacon, Zwiebel und Grünzeug mit einem Klecks wundererbarer BBQ-Sauce. Geschmacklich dann ein ebenso wie optisches Monstrum, dass Manly Men Herzen höher schlagen lässt. Einen Brutalo dieser Art kennen wir sonst nur im Rinderwahn (dort „der Gipfel des Wahnsinns“ genannt), müssten wir uns zwischen einen der beiden Entscheiden würde das Drumm zugegebenermaßen das Rennen machen. Einziges Manko sind in diesem Zusammenhang die als Spurenelement auftretenden Dippers im beigestellten Körbchen. Soll heißen die Menge ist nicht gering, sie sieht neben dem Mount Burgerest halt einfach mickrig aus.

Craftmühle – Hot Babe

Widmen wir uns dem heißen Eisen, der schicken Schnitte, dem Hot Babe. Diese Schönheit glänzt nicht nur in der Optik sondern bietet auch einige inneren Werte, die wir sehr zu schätzen wissen. Zu einem mit gehackten Jalapenos verschärftem Medium Patty  gesellt sich neben dem obligatorischen Grünzeug eine Italo-Salciccia samt würzigem Bergkäse mit einer hausgemachten Mayonaise. Die Dosierung dieser Ingredenzien ist zumindest in unserem Exemplar außerordentlich gut gelungen, Biss für Biss entfaltet sich eine verlockende Würze, gefolgt von einer Schärfe die sofort von der Mayo wieder entschärft wird, eine Symbiose die sich bis zum Höhepunkt hochschaukelt – das Grande Finale des letzten Bissens, nach dem man sich sofort nach einer weiteren Runde sehnt. Wir sind ja noch jung…

Craftmühle – Baby Blue

Bleibt noch das Blue Baby. Was die anderen beiden Burger an Stärke gezeigt haben, setzt sich hier mit einem medium Patty und einer anständigen Größe fort. Inhaltlich gesellt sich anders als bei den anderen ein würziger Gorgonzola zu den Tomaten, Zwiebel und Grünzeug hinzu. Geschmacklich Pro wie Kontra ist, dass der Gorgonzola nicht die Führung übernimmt sich dann doch noch nobel zurückhält und dem Fleischgeschmack das Rampenlicht überlässt.

Bewertung Craftmühle

  • Erreichbarkeit - 7/10
    7/10
  • Ambiente - 9/10
    9/10
  • Angebotsvielfalt - 8/10
    8/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 9/10
    9/10
  • Kompetenz - 9/10
    9/10
  • Menge - 8/10
    8/10
  • Zubereitung - 9/10
    9/10
  • Geschmack - 9/10
    9/10
  • Preisleistung - 8/10
    8/10
  • Sexiness - 6/10
    6/10
  • Hundefreundlichkeit - 7/10
    7/10

Fazit

Wir sind sehr positiv überrascht und können die Craftmühle jedem als Geheimtipp empfehlen, der sie noch nicht kennt. Gutes Steak, anständige Ribs (in der Menge eher was für die Linie) und wirklich gute Burger, wie wir sie uns in Wien viel öfter wünschen. Kein Wunder, dass sich die Craftmühle trotz der Nähe zum Naschmarkt in eher abgelegener Position wacker hält. So viel gute Leistung verdient mehr Beachtung, zu der wir mit unserem Blogpost und einer ausgesprochenen Empfehlung beitragen wollen.

8.2/10
User Rating 4.5 (10 votes)
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Restaurant Eckdaten

Adresse: Mühlgasse 20, 1040 Wien

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: ab 17 Uhr open end

Kontakt:
Web: http://www.the-tap.bar/
Facebook: https://www.facebook.com/BeerForFriends/

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