Burger Do it yourself

Burgers Bar – Wagyu Burger Battle

Die Burgers Bar schafft es derzeit immer wieder, sich in unserer Wahrnehmung ganz nach oben zu katapultieren. Zugegeben, mit Wagyu Burgern verhält es sich wie mit schönen Dekolletés. Man(n) kann nicht dran vorbei, ohne hinzuschauen. Aber passt dieses ungewohnt extravagante Special in die Bulldozerflotte, mit der die Burgers Bar normalerweise überzeugt? Wir haben uns das zur Sicherheit mal näher angesehen.

Wir sind versucht, offen und ehrlich mit den jeweiligen Restaurants umzugehen. So haben wir gegenüber der Burgers Bar bereits im Vorfeld unsere Sorge geäußert, dass das Wagyu Patty wie bei den „klassischen“ Varianten in der Fülle an Zutaten (zu sehr) untergeht und sich der (überraschend) stattliche Preis von 18 EUR damit nicht rechtfertigt. Mit der Selbstsicherheit eines Ungarn, der gerade die österreichische Nationalmannschaft mit 0-2 aus der EM geschossen hat, kam daraufhin der Vorschlag: zeigt uns doch, wie es geht. Challenge accepted, nach tagelanger Recherche und Vorbereitungen, Gruppendiskussionen und endloser Marktforschung fanden wir uns letztendlich im 2ten Bezirk etwas außerhalb der regulären Öffnungszeit zum Showdown ein.

Aug in Aug mit dem Koch

Diesmal betraten wir die Burgers Bar nicht über den Haupteingang, sondern wurden vom Küchenchef samt Entourage zwei Meter weiter beim Eingang zur Küche in Empfang genommen. Während die Zutaten für die Hausvariante der Burgers Bar vorbereitet wurden, nutzten wir die Gelegenheit, um ein paar Kritikpunkte, die uns bezüglich der Burgers Bar immer wieder per Kommentar oder Mail zugetragen wurden, anzusprechen.

Beginnend bei den Buns scheint es uns besonders erwähnenswert, dass diese in einer eigenen Bäckerei in Ungarn als Teiglinge vorbereitet werden und in der Burgersbar dann fertig aufgebacken werden. Berücksicht man den generell hervorragenden Ruf der östlichen Nachbarn in der Backkunst und die Tatsache, dass die Buns damit zu 100% aus Eigenfertigung stammen, kann man der Behauptung, die Buns kommen komplett ohne irgendwelche Zusatzstoffe aus, beruhigt Glauben schenken.

Auch was die Frische der Zutaten betrifft, waren wir live dabei, als die täglich frische Ladung hereinschneite. Knackig frisches Gemüse in allen Variationen, Sauber verpackte und gekühlte Käsesorten im Ganzen, nur bei den Saucen gibt man zu, dass diese nur alle 2 Tage frisch angerührt werden.

Auch dem Vorwurf, es werde „billiges Fleisch aus dem Osten verwendet“, können wir einen Gegenbeweis liefern. Mit dabei in der Lieferung war nämlich ein nicht kleines Päkchen Rindsfaschiertes. Von Rindern, aufgewachsen und geschlachtet in Österreich. Im Verhältnis 80/20 wird dieses Fleisch dann gewürzt, Portioniert und vor Ort in Pattyform gepresst. Es wird damit in der Burgers Bar mehr Aufwand als in so manch anderer Systemgastronomie betrieben. Keine Standard Buns, keine Standard Patties, keine Standard Saucen.

Burgers Bar - Patty made in Austria
Burgers Bar – Patty made in Austria

Burgers Bar Wagyu Burger

Bestellt man den Wagyu Burger, so wie ihn sich die Burgers Bar ausgedacht hat, erhält man sein 160g schweres Exemplar im klassischen Bun zusammen mit Baby Blattspinat statt dem Standardgrünzeug, getoppt mit Zwiebelkonfit, Champignons, Schweizer Bergkäse und Wasabyimayo mit Trüffelöl. Inklusive Pommes um 18,90 EUR.

Burgers Bar - Wagyu Special
Burgers Bar – Wagyu Special

In der Zubereitung sieht es dann so aus, dass das Patty (Fleisch stammt übrigens vom Wagyuhof Mostviertel) zunächst auf einer Seite angebraten wird und nach dem Wenden mit den Toppings belegt wird, nachdem diese kurz selbst kurz angebraten wurden. Schlussendlich wird der „Kern“ zum Rasten abseits der Grillplatte gelagert, in der Zwischenzeit wird das Bun innen angetoastet und anschließend mit dem Babyspinat und der Wasabi Mayo vervollständigt.

Burgers Bar - Wagyu Patty
Burgers Bar – Wagyu Patty
Burgers Bar - Patty mit Topping rastet
Burgers Bar – Patty mit Topping rastet
Burgers Bar - Bun wird angetoastet
Burgers Bar – Bun wird angetoastet
Burgers Bar - noch ein letzter Schritt
Burgers Bar – noch ein letzter Schritt
Burgers Bar - Oben ohne
Burgers Bar – Oben ohne
Burgers Bar - Wagyu Burger
Burgers Bar – Wagyu Burger

Das Bild lässt es schon erahnen. Hier kommt ein Schaf im Wolfspelz daher. Soll heißen: was zunächst nach einem weiteren Burger der Bulldozerklasse aussieht, entpuppt sich durchaus als filigranes Kunstwerk. Die wichtigste Regel eines Wagyu Burgers lautet: man muss das Fleisch schmecken können, sonst wäre es schade ums Geld. Wer könnte hier dazwischenpfuschen? Nicht der Käse, der eigentlich nur dazu dient, den Zwiebelkonfit und die Champignons in Form zu halten. Auch nicht die Schwammerl, denn Champignons sind von Natur aus nicht sehr geschmacksintensiv. Im Gegenteil fügen sie eine leichte Nuance hinzu, die sich wunderbar mit dem Zwiebelkonfit verträgt. Der Zwiebelkonfit ist wunderbar süßlich, aber nicht übertrieben und harmoniert wiederum spektakulär mit der Trüffel-Wasabi-Mayo, die für uns definitiv das zweite Highlight neben dem Patty ist. Und auch der Babyspinat ist eine erstaunlich willkommene Abwechslung zum 0815 Salatblatt, mit dem sich so manch anderer Burger ein paar Punkte auf der „eh auch gesund“ Skala erschleicht.

Burgers Bar - Wagyu Burger
Burgers Bar – Wagyu Burger

Kann man da eigentlich noch was anders machen? Wir geben zu: in dieser Form fällt uns wenig ein, was wir verbessern könnten. Außer die Champignons weg zu lassen. Nicht dass wir keine mögen, wir können nur gut im Burger drauf verzichten und für das Gesamterlebnis haben sie einfach zu wenig beigetragen. Und auch wenn wir das ungern zugeben, manchmal ist weniger mehr – die Burgers Bar geizt nicht mit den Zutaten, dabei könnte sie das in diesem Fall sogar mit gutem Gewissen, denn so dominiert der Geschmack des Patty einfach noch mehr. Und die Mayo. Tja, da war exakt die Menge drin, die so ein Burger verträgt. Leicht und konstant vorhanden und mit der wunderbaren dezenten Schärfe, wie man sie beim Sushi kennt. Also noch bevor man(n) versehentlich zu viel erwischt und glaubt, dass einem heiße Nadeln durch die Nase ins Hirn geschossen werden.

Die Herausforderer

Aber wir haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Wie eingangs erwähnt, haben wir uns wie schon früher in der Schule und später an der Uni vorbildlichst vorbereitet und überlegt, wie wir einen Wagyu Burger zusammenstellen würden. Unser Vorsatz bei der Konzeption war allerdings, dass auch der Normalmensch ohne Ausflüge zu entlegenen Spezialmärkten relativ rasch zu einem anständigen Wagyu Burger kommt, sofern er in den Besitz dieser exquisiten Pattyvariante gelangt. Im Angesicht der wunderbaren Komposition der Burgers Bar, haben wir zwei Varianten probiert.

Die erste Variante taufen wir auf den Namen „Der Klassiker„. Damit wir uns verstehen. Bun und Patty sind natürlich vorgegeben. Auch die Idee mit dem Baby Blattspinat hat uns so gut gefallen, dass wir  in beiden Varianten dabei geblieben sind (und wir hatten auch keine bessere Idee, außer einem „Downgrade“ zum Eisbergsalat). Aber kommt in den klassischen Burger? Bacon. Aber nicht zu viel, er soll nur eine Facette ergänzen. Und natürlich Cheddar. Als Sauce hat sich der verantwortliche Redakteur für eine rauchige BBQ Sauce entschieden.

Die zweite Variante verdient zweifellos den Namen „Der Abgeleitete„. Man muss aber kein Mathematiker sein, um sich den Namen erklären zu können. Ausgehend vom Basismodel wurden die ungeliebten Champignons aus der Zusammensetzung entfernt und die Menge an Zwiebelkonfit reduziert. Idee ist, dass Zwiebelkonfit durchaus als extravagante Zutat bezeichnet werden kann, in der Zubereitung aber nichts erfordert, was man nicht im örtlichen Supermarkt findet. An Stelle des hochwertigen Schweizer Käse haben wir uns in dieser Variante für einen geräucherten Gouda entschieden. Da ein anständige Mischverhältnis zwischen Mayo, Wasabi und Trüffelöl außerdem nicht jedem zugemutet werden kann, wir aber nicht auf die leichte Schärfe des Wasabi verzichten wollten, haben an Stelle jeglicher Sauce einfach etwas Wasabi-Paste im Burger verteilt.

Burgers Bar - links der Klassiker, rechts der Abgeleitete
Burgers Bar – links der Klassiker, rechts der Abgeleitete

 

Fazit

Und konnten wir die Variante der Burgers Bar mit unseren Kreationen übertrumpfen? Oje ist es schon so spät, gleich ist Match wir reden ein andermal drüber…

Spaß beiseite. Übertrumpfen konnten wir ihn nicht ganz. Die Burschen in der Burgers Bar haben sich hier wirklich ein anständiges Exemplars eines Wagyu Burgers überlegt. Eine Variante die in der gewohnten Bulldozer (klotzen nicht kleckern) Manier daher kommt, ohne dem wichtigsten Bestandteil die Show zu stellen. Dabei wandeln sie jedoch auf einem schmalen Grad. Stimmt die Menge der einzelnen Komponenten nicht, läuft der Burger Gefahr, eine Facette ganz zu verlieren oder eine andere damit zu überdecken. Aus dem Grund sind wir per se eher Fans von unaufregenden Wagyuvarianten, wo man(n) nicht viel falsch machen kann. Ist hier aber nicht passiert – daher können wir den Burgers Bar Wagyu Burger bedenkenlos weiterempfehlen.

Aber auch unsere Varianten müssen sich bei ehrlicher Selbstreflexion nicht verstecken. Stellt euch einen klassischen Burger mit Cheddar und Bacon vor. Nun ersetzt den typischen Fleisch Geschmack durch den zart-saftigen eines Wagyu Patties. Geil. Und auch die Abgeleitete Variante verliert nicht so viel Meter. Geschmacklich ist er am besten als Burgers Bar Wagyu Burger Light Variante zu beschreiben. Er greift die wichtigsten Stärken auf, ohne sich große Schwächen zu leisten. Im Zweifel würden hier noch mal nachbessern und nicht nur Wasabi verarbeiten sondern uns in der Mischung einer eigenen Mayo mit zusätzlich Trüffelöl wagen.

Bewertung

Hier könnt ihr unsere generelle Bewertung der Burgers Bar nachlesen.

Restaurant Eckdaten

Adresse: Vorgartenstraße 204, 1020 Wien

Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag: 11:00-23:45

Telefon: +43 676 9403451
Mail: office@burgersbar.at
Website: keine
Facebook: www.facebook.com/burgersbarvienna

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