Burger

Burger Bros Bermuda – Roundhouse Kicks in der Innenstadt

Für den Fall, dass euch die Strömung an einem Samstag Abend ins Zentrum des Bermuda Dreiecks der Innenstadt spült, inszeniert sich das Burger Bros Bermuda neckisch als Leuchtturm für die benötigte Unterlage, mit der ihr euch den Weg zurück in die Wirklichkeit saufen... äh kämpfen könnt.

Wie eine Ampel leuchtet uns die Auslage der Burger Bros an diesem pissig nebeligen Winterabend (arschkalt ist die Untertreibung des Jahres) entgegen und präsentiert sich in einem von warmen Holztönen und nackten Ziegelsteinen in industrial chic gehaltenem Ambiente. Ein für Bermuda Dreieck Verhältnisse untypisches Wohlfühl Erlebnis. Zugegeben, in unserem Alter und Einkommensklasse (es fehlen nur noch 999.912 EUR bis zur ersten Million am Konto) verschlägt es uns häufiger im Sommer auf der Durchreise vulgo Abendspaziergang in diese Gegend, insofern gründen die meisten Erinnerungen bzw. Eindrücke der ansässigen Lokalitäten aus den frühen 2000er Jahren und sind durch die Bank rauschverzerrt vielleicht nicht nur inakkurat sondern auch noch überholt (sprich: es ist eventuell nicht mehr so abgefuckt wie früher), aber als einem der veganen Lebensweise ausgesprochen feindselig eingestelltem und überhaupt dem Patriarchat entgegenwirkenden Strömungen intolerantem Manly Man ist uns das, um diesen endlos wirkenden Satz endlich einmal abzukürzen, wurscht, wie man so schön sagt und damit hat die Einleitung ein Ende. Und die Wurst hat drei, aber das ist eine andere Geschichte.

Hell Wings als Vorspeise

Burger Bros Bermuda – Hell Wings

So höllisch wie die Einleitung klingen auch die Hell Wings (badumtss), die ein feuriges Geschmackserlebnis ankündigen. Hübsch mit auf geschnittenem Chili kommen wir allerdings zu dem Schluss, dass sich unsere Schärfetoleranz entweder diametral entgegengesetzt zur gesellschaftlichen Akzeptanz einer grünen Nachhaltigkeitsmanagerin bei Novomatic verhält oder die Flügerl sind nicht ganz so scharf wie der Name vermuten lässt. Mit Tränen in den Augen erinnern wir uns an einen gewissen Ghost Rider Burger und entscheiden: Zweiteres ist der Fall. Könnte auch daran liegen, dass die scharfe Sachen wie der Teufel das Weihwasser meidende bessere Hälfte eines der anwesenden Redakteure den Wings eine angenehme Schärfe attestiert hat.

Burger mit dem gewissen Roundhouse Kick

Die Auswahl der Burger ist rein auf die Toppings isoliert im Burger Bros Bermuda eher überschaubar. Varianz findet allerdings mit der Möglichkeit individueller Upgrades Einzug. Neben einzelnen Toppings hat man die Möglichkeit, das Patty qualitativ auf ein „Black Angus“ und quantitativ in Richtung „Chuck Norris“ zu pimpen. Der Eingangs unscheinbar wirkende Preis von 11 EUR bewegt sich so allerdings schnell auf 20 EUR, ohne Sides wohl gemerkt. Wir blenden unsere Einkommenssituation mit einem „Challenge accepted“ temporär aus und bestellen zum einen den Butcher und den Burger Bros No. 1, die sich im Wesentlichen nur dadurch unterscheiden, dass der Butcher gänzlich ohne Grünzeug, dafür mit Röstzwiebel daher kommt, während sich die Nummer 1 verführerisch neben dem Totschlag-Argument Bacon mit Guacamole bewirbt. Ein Mädchen in der Runde opfert sich zudem noch für den Classic Cheeseburger, damit wir euch noch ein Bild von einem Burger für Normalsterbliche zeigen können.

Burger Bros Bermuda – Chuck Norris No 1
Burger Bros Bermuda – Chuck Norris Butcher
Burger Bros Bermuda – Classic Cheeseburger

Geschmacklich punkten alle Burger mit einem anständigen Bun, die Patties fanden den Weg im Garzustand mediumwell zu uns. Die Toppings entpuppten sich neben Bacon und Röstzwiebel (sehr crunchy!) als gut, aber unspektakulär. Bemerkenswert ist der fleischige Geschmack des Burger No. 1, da sich Guacamole und Senf Mayo aromatisch zumindest in unserer Variante sehr zurück gehalten haben, während die die BBQ-Aioli Kombo des Butchers eine unerwartet erfreuliche Geschmacksexplosion mit der Wucht eines Roundhouse Kicks auf unseren Gaumen entzündete. In der kritischen Jury der zwei anwesenden und wahlberechtigten Manly Men eindeutig der Geschmackssieger.

Ihr habt jetzt nicht ernsthaft nur Burger ohne Sides bestellt, oder?

Haben wir natürlich nicht. Die verdienen in diesem Beitrag lediglich eine eigene Zwischenüberschrift. Neben den obligatorischen „wenn es sie gibt bestellen wir sie auch“ Sweet Potatoe Fries haben wir für eine breite Auswahl eine zweite und eine dritte Portion Sweet Potatoe Fries (was guckst du?) sowie eine Portion (Standard) BB Pommes nebst Onion Rings getestet. Dazu als Dip Trüffel Mayo, Aioli und Sour Cream.

Burger Bros Bermuda – Sides

Das Wichtigste zuerst. Die Sweet Potatoe Fries verdienen scheinbar das Prädikat „geil“, aber wir trauen dem Braten noch nicht so ganz. Nach einer zweiten Portion waren wir fast überzeugt aber nachdem alle guten Dinge drei sind können wir euch erst nach der dritten Portion an dieser Front Entwarnung geben. So zu 100% sind wir aber dennoch nicht sicher, Portion 2 und 3 mussten wir uns mit zwei der anwesenden Damen teilen. Aber wir wollen uns nicht zu sehr beschweren, immerhin haben sie die Rechnung dafür auch selbst beglichen. Obwohl… wir lassen sie ja auch immer bei uns mitnaschen!

Auch die Onionrings erwiesen sich als anständig goldbraun heraus gebacken (die EU wäre stolz) und sind in Kombination mit den Dips ein Gedicht. Wir hätten ja selbst nicht daran geglaubt, aber anscheinend entwickeln wir uns zu Trüffelmayofetischisten. Lediglich die Standard BB Pommes können uns nicht so wirklich vom Hocker hauen, machen aber auch nichts falsch.

Bewertung Burger Bros Bermuda

  • Erreichbarkeit - 8/10
    8/10
  • Ambiente - 8/10
    8/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 9/10
    9/10
  • Schnelligkeit - 8/10
    8/10
  • Kompetenz - 8/10
    8/10
  • Menge - 8/10
    8/10
  • Zubereitung - 8/10
    8/10
  • Geschmack - 9/10
    9/10
  • Preisleistung - 7/10
    7/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10
  • Hundefreundlichkeit - 5/10
    5/10

Fazit

Selbst ein Leuchtturm in der kulinarischen Tristesse des Bermuda Dreickecks wirft seinen Schatten. Im Fall der Burger Bros trifft dies die Preisleistung. Während die Leistung kaum Raum für Kritik lässt (die Hell Wings wurden wohl aus einem der ersten Höllenkreise von Dante beschworen, die Burger waren ordentlich zubereitet und "manly" ausgestattet), haben wir doch ein Hühnchen mit dem Preis zu rupfen. Wer sich im Burger Bros Bermuda einer Burgerfiesta hingeben möchten, wird nämlich ungewöhnlich hart zur Kasse gebeten. Einfache Varianten bewegen sich inklusive Sides nämlich bereits im 16 EUR Bereich, solche Innenstadtpreise sind angesichts der Preise im Rinderwahn am Stephansplatz aber selbst bei einer ev. höheren Qualität schwer vor uns zu rechtfertigen. Einen Aufpreis von 2 EUR für ein Upgrade zum Black Angus verstehen wir dann noch, 6 EUR für ein Upgrade von 200g auf 400g (also für ein zweites Patty) wieder weniger. Die Sides sind preislich um die 4,50 EUR mit Blick in Richtung El Gaucho zwar nicht ungewöhnlich, aber nichts desto trotz ebenso salzig. Dass die Dips mit 1,90 EUR zu Buche schlagen, lassen wir in Anbetracht dessen einfach so im Raum stehen. Trüffelmayo ist eben unser neues Kokain. Da waren es nur noch 999.938,80 EUR bis zur ersten Million.

7.5/10

Restaurant Eckdaten

Adresse: Seitenstettengasse 1–3, 1010 Wien

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag ab 17 Uhr

Kontakt:
Web: http://www.burgerbros.at
Mail: office@burgerbros.at
Facebook: https://www.facebook.com/BurgerbrosAustria/

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