After Work

Beimir – Home Sweet Home

Ihr kennt das, manchmal hat man Abends noch Lust auf einen Absacker, aber absolut keine Lust, sich in das Getümmel einer Cocktailbar zu werfen. Als Plan B ist die eigene Bar im Wohnzimmer gottlob gut bestückt. Aber alleine trinken ist doch nicht so das Wahre. Und aufgeräumt ist auch nicht, hoher Besuch von Freunden will mindestens eine Woche vorher angekündigt sein. Zum Glück gibt es für solche Fälle das Beimir, einer Bar mit echter Wohnzimmer Wohlfühlatmosphäre.

Wenn ihr einen Benchmark für eine gute Cocktailbar sucht, die möglichst abseits vom Schuss liegt, dann setzt das Beimir für uns neue Rekorde. Auf der Höhe Wattgasse im 16ten Bezirk, soweit reisen wir sonst nur für ein Steak im Rocky Docky, das quasi gleich ums Eck liegt. Wie schon angekündigt, punktet man hier mit einem echten Wohnzimmergefühl. Stilvoll eingerichtet könnte man das Beimir tagsüber für ein normales Restaurant halten, wenn sie denn offen hätten. Sobald sich die Sonne in Richtung Wienerwald verabschiedet und die Pforten öffnen, taucht das Ambiente ein in eine chillige Atmosphäre mit dem Touch moderner Holztöne auf Sitzgelegenheiten, die von gemütlich ledern bis zu einem (Kunst?-)Fell Überzug am Barhocker variieren. Auf Fußhöhe sorgt eine Holzvertafelung dafür, dass das Lokal in warme Holztonfarben getaucht wird und balanciert so perfekt zwischen schummrig und zu hell für erste Tinderdates. Wir haben es uns aus Gewohnheit direkt an der Bar gemütlich gemacht, um so dem Meister bei der Arbeit zusehen zu können.

Da haben wir die Bescherung

Die Auswahl fällt in der überschaubaren Cocktailkarte relativ einfach. Im Beimir bietet man effizient nur das an, was sich logistisch in den Regalen unterbringen lässt. Für Wiederholungstäter sorgt eine wechselnde Karte im Quartal dafür, dass man immer etwas Neues zu entdecken hat. Wir jedenfalls beginnen mit der Beimir’schen Interpretation des Jim Beam Double Oak, einer weihnachtlichen Interpretation des Old Fashioned, sehr effektvoll zubereitet in einem mit Zimt geräucherten Tumbler, gemixt mit Chocolate Bitters, Tonka Vanille-Sirup und einem gepressten Stück Orangenschale.

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Beimir – Jim Beam Double Oak Old Fashioned

Beim Verkosten fühlen wir uns dann tatsächlich wie ein kleines Kind, dass vorm Christbaum sitzt und freudig sein Geschenk auspackt. Zumindest hatten wir eine ähnliche Freude dabei, am Glas zu nippen und die dezenten Geschmacksnoten neben dem markanten Aroma des Double Oak herauszufiltern. Während wir dann so dasitzen, in die Luft starren und mit dem dezenten Zimt Aroma eine vorweihnachtliche Vorfreude bekommen, fragen wir uns, ob wir im neuen Jahr nicht mal einen Whiskey Sommelier Kurs besuchen sollten.

Hulk will trinken!

Der nächste Cocktail ist definitiv nur etwas für Harte. Oder Gewinner der Bundespräsidentenwahlwiederholung. Zumindest können wir uns sehr gut vorstellen, dass Alexander Van der Bellen am 4.12 mit dem Hulk Smash auf den Sieg gegen seinen Kontrahenten angestoßen hat. Die Rezeptur ist jedenfalls grandios. Gin trifft Basilikum, Traubensaft, Zitrone und Zucker. Die Wucht mit der euch dieser Cocktail trifft, bestimmt ihr selbst. Nämlich mittels einer Phiole Absinth, die ihr selbst in der gewünschten Menge beimengt. Gekrönt wir das ganze von einem stilvollen Behälter.

Beimir - Hulk Smash
Beimir – Hulk Smash

Geschmacklich überzeugt uns sowohl die light Variante ohne Absinth, als auch der Killer mit dem Teufelszeug. Damit ihr den Abend genießen könnt, empfehlen wir allerdings, euch Zeit beim trinken zu lassen. Außer ihr glüht für einen glorreichen Polterabend vor. Dann aber hau ruck und runter damit!

Sodom & Gomorra

Eigentlich passt es so gar nicht in die vorweihnachtliche Stimmung, die uns seit dem Double Oak Fashioned umhüllt. Noch weniger, seit wir mit dem Hulk Smash Lust auf Party haben. Auf der anderen Seite bringt uns das zurück zur Wohnzimmer-Feelgood-Atmosphäre des Beimir, denn in unseren Wohnzimmern herrscht nach gängiger Meinung in einschlägigen Veganger-Foren eben Sodom & Gomorra und man harrt dort darauf, dass uns Carnivoren ein gerechtes Schicksal ereilt. Im Beimir sieht man das etwas lockerer und serviert uns unter diesem Namen einen Bourbon-Cocktail mit Nutella-Tonkabohnen-Sirup, Zitrone und Zucker.

Beimir - Sodom & Gomorra
Beimir – Sodom & Gomorra

Ob es jetzt der anrüchige Name war, oder die Angabe von Nutella als Rezeptur in der Cocktailkarte, wir wissen nicht, was uns mehr angelacht hat. Jedenfalls gefällt uns schon beim Anblick der Zubereitung das kleine Extra, das nirgends Erwähnung findet. Ein flambierter Marshmallow. Lasst euch das auf der Zunge zergehen. Marshmallow. Nutella. Bourbon. Ergebnis ist ein wunderbar süßlicher Cocktail, mit dem ihr euch nicht so wie bei einem Strawberry Daiquiri verstecken müsst. Das heißt, eigentlich schon, denn wenn ihr mit eurer besseren Hälfte unterwegs seid, und sie von dem Cocktail kosten lässt, dann verhält es sich so ähnlich wie mit Pommes oder mit dem Platz für Utensilien im Bad. Fair geteilt wird vermutlich nicht.

Bewertung Beimir

  • Erreichbarkeit - 7/10
    7/10
  • Ambiente - 9/10
    9/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 10/10
    10/10
  • Schnelligkeit - 9/10
    9/10
  • Kompetenz - 9/10
    9/10
  • Preisleistung - 8/10
    8/10
  • Sexiness - 6/10
    6/10
  • Hundefreundlichkeit - 5/10
    5/10

Fazit

Auf der einen Seite können wir für die Abgelegenheit bei der Erreichbarkeit leider nicht mehr Punkte vergeben. Und auch die überschaubare Cocktailkarte führt im harten Vergleich mit der Konkurrenz zu einem Punkteabzug. Auf der anderen Seite setzt sich das Beimir atmosphärisch gekonnt an die Spitze, gemütlicher haben wir es sonst eigentlich nur im eigenen Wohnzimmer. Wenn wir schon davon sprechen, die Auswahl ist vielleicht klein, dafür aber sehr fein, und euch sei empfohlen, ins Beimir zu schauen, bevor sie auf die Idee kommen, den Hulk Smash von der Karte zu nehmen. Wem der Cocktail zu viel Wumms hat, es findet sich in der Kategorie "Fancy" garantiert eine Kreation mit witzigem Namen, die den eigenen Geschmack mehr trifft. Zur Not könnt ihr den Sündenpfuhl, den ihr euer Wohnzimmer nennt, ins Beimir verlegen, in den Classics findet sich nicht nur etwas für Blasphemisten. Jedenfalls macht das Beimir seinem Namen alle Ehre. Soviel, dass ein Extrapunkt auf der Sexiness Skala mehr als verdient ist. Der Weg dorthin lohnt sich!

7.8/10
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Lokal Eckdaten

Adresse: Speckbachergasse 47, Ecke Seeböckgasse, 1160 Wien

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 18:00 bis 00:00, Freitag & Samstag von 19:00 bis 02:00

Kontakt:
Web: http://www.beimir.at/
Facebook: https://www.facebook.com/beimir.at/
Mail: office@beimir.at

In Kooperation mit Jim Beam

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Jim Beam. Im Zuge der Promotion für Ihren Premium-Bourbon „Jim Beam Double Oak“ besuchen wir ausgesuchte Bars und bewerten Sie nach dem üblichen Maßstab. Die jeweiligen Bars sind NICHT Teil der Kooperation. Das verbindende Merkmal ist die Bestellung einer Cocktailkreation mit „Jim Beam Double Oak“ als Kernbestandteil.

Jim Beam Double Oak

Jim Beam Double Oak ist die neueste Innovation der Jim Beam Premium Bourbons. Für diesen außergewöhnlichen Whiskey wurde eine neue Variante des klassischen Kentucky Straight Bourbons entwickelt, indem dieser Bourbon nicht in einem sondern in zwei Eichenfässern gereift wird. Wie bei allen Bourbons von Jim Beam werden ausschließlich neue, ausgeflammte Fässer aus amerikanischer Weißeiche verwendet, doch anders als andere Bourbons wird Jim Beam Double Oak zu einem zweiten Reifungsvorgang in ein neues ausgeflammtes Eichenholzfass gegeben. Durch die doppelte Lagerung bekommt der Bourbon noch mehr Kontakt mit dem ausgeflammten Eichenholz, und somit entsteht eine außergewöhnliche Geschmackstiefe nach Karamell- und Toffeearomen sowie prägnanter Eichenwürze, intensiver als bei anderen Whiskeys.

www.drinksmart.at

Jim Beam Double Oak

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