Pizza / Pasta

Alto Wien – Südtirol am Rande der Stadt

Alto
Wer - so wie im Fall eines unserer Redakteuere - aufgrund seiner besseren Hälfte immer wieder hört wie toll das Essen in Exilösterreich ist, der wird natürlich hellhörig, wenn nun ein Südtiroler Lokal in Wien eröffnet. Wenn dann noch die (wahrlich geliebte) original italienische Schwiegermama (Calabresische Wurzeln - also nicht nur eine verkappte Italienerin) zu Besuch ist, ist ein Besuch im neu eröffneten Alto ja quasi Pflicht.

Alto Adige a Vienna

Gut – woher das Alto seinen Namen hat, ist damit mal geklärt (Alto Adige = Südtirol). Hier wird auch gleich ein gewisser Anschauungsunterschied deutlich – während die Region zu Deutsch eben SÜDTirol (also unterer Teil von Tirol) heißt, so wird der im Norden Italiens gelegene Teil ALTO (also hoch – ob nun für hohen Norden, die hohen Berge ooooder für – eben hoch gelegenen – Fluss Etsch (in italienisch Adige) sei mal dahingestellt) Adige genannt. Die Story mit dem Fluss stimmt wohlgemerkt. Übrigens solltet ihr wissen, dass die dortigen Einwohner Aussagen „ah ihr seid ja eh Österreicher“ gar nicht gerne hören. Solltet ihr also von dem diesen Beitrag verfassenden Redakteur in naher Zukunft nichts mehr hören/lesen, dann hat ihn die Rache der Schwiegermutter aufgrund seiner großen Klappe ereilt.

Aber nun zum Wesentlichen…

Die Karte im Alto ist recht überschaubar – zumal sie online ersichtlich ist und schon vor dem Besuch im Hinblick auf ihre Authentizität untersucht werden kann – wenngleich sie beim tatsächlichen Besuch um einige Specials erweitert wurde. Die erste Hürde ist auf jeden Fall mal genommen – die wichtigsten typisch Südtiroler Gerichte findet man(n). Bleibt noch zu klären, ob die Zubereitung und der Geschmack halten, was die Restaurantbetreiber versprechen.

Wir entschieden uns daher als Vorspeise für das Schüttelbrot mit Erdäpfelkas und einem Topfenaufstrich, im Anschluss die Schlutzkrapfen, Knödel Trilogie, Bärlauchgnocchi (nicht Gnotschi gesprochen!) sowie die Pizzen Alto, Verdure und Salami.

Schüttelbrot, Schlutzkrapfen, Knödel & Co….

… sind ja die allgemein bekannten Gerichte, wenn es um Südtiroler Küche geht. Beim Schüttelbrot handelt es sich um hartes, sehr knuspriges Roggenbrot dass sich vor allem durch lange Haltbarkeit auszeichnet (war ja früher sehr wichtig in den Bergen).

Schüttelbrot - Alto
Schüttelbrot – Alto
Schüttelbrot - Alto
Schüttelbrot – Alto

Beim Schüttelbrot ansich kann man ja eigentlich nichts falsch machen. Sehrwohl hingegen bei den dazugereichten Aufstrichen. In diesem Fall leistet sich das Alto aber keine Schwäche – sowohl der Erdäpfelkas als auch der Topfenaufstrich sind offenbar selbstgemacht, wenngleich den meisten Testern in Sachen Geschmack der Topfenaufstrich mehr zusagte.

Bei den Schlutzkrapfen (umgangssprachlich „Schlutzer“ genannt) handelt es sich – für den Laien ausgedrückt – um Ravioli (für diesen Frevel bekommt der Redakteur wieder eine gewaltige Detschn). Üblicherweise mit einer Spinat/Topfen oder Rote Rüben Füllung zubereitet – bietet das Alto eine Bergkäsefüllung.

Schlutzkrapfen - Alto
Schlutzkrapfen – Alto
Schlutzkrapfen - Alto
Schlutzkrapfen – Alto

Garniert mit Parmesan und zerlaufener Butter, bekommen die Schlutzer ebenfalls die Prädikate „selbstgemacht“ und „echt Südtirol“. Eine sehr gute Wahl für Personen die gerne Käse essen – die Bergkäsefüllung ist doch recht geschmacksintensiv (nicht im negativen Sinn!).

Knödel Trilogie - Alto
Knödel Trilogie – Alto
Knödel Trilogie - Alto
Knödel Trilogie – Alto
Knödel Trilogie - Alto
Knödel Trilogie – Alto

Den zuvor erklärten Gerichten steht die Knödel Trilogie um nichts nach. Sehr geschmacksintensiv (positiv!) kann jedem Knödel seine Hauptzutat (Käse, Spinat oder Speck) einwandfrei zugeordnet werden. Übergossen mit ausreichend Butter und Parmesan (sehr wichtig für dieses Gericht) bestechen die Knödel ausserdem durch ihre äusserst fluffige Konsistenz. Daumen hoch an dieser Stelle!

Beerlauchgnocchi - Alto
Beerlauchgnocchi – Alto
Beerlauchgnocchi - Alto
Beerlauchgnocchi – Alto

Auch das Special (Bärlauch gibt es ja nicht immer) – die Bärlauchgnocchi schmecken ausgezeichnet und intensiv. Ihr müsst am Abend nicht mehr knutschen oder seid schon so lange ein Paar, dass der Knoblauchatem eh schon wurscht ist? Dann go for it! Urteil der original italienischen Schwiegermutter: „Buono. Molto Buono!“

Können die jetzt auch noch Pizza?

Das die Küchencrew des Alto die Kunst der Südtiroler Küche beherrscht wissen wir jetzt. Aber wie steht es jetzt mit Pizza? Zumindest ist uns bekannt, dass der der Lokalbesitzer mit dem Ristorante Francesco im 19. Bezirk ebenfalls eine Pizzeria besitzt und angeblich bei der neuen In-Pizzeria (Kitch) auch seine Finger im Spiel hat. Sollte also passen.

Pizza Salami - Alto
Pizza Salami – Alto
Pizza Salami - Alto
Pizza Salami – Alto

Leider sucht man(n) auf der Karte eine Diavola vergeblich – dafür gibt es eine Salamivariante die auf unseren Wunsch mit Pfefferoni aufgepeppt wurde. Wie schon aus dem Francesco bekannt werden hier die „Mimimi ich will meine Pizza knusprig und dünn“ Jünger auf jeden Fall glücklicher werden, als die Fans von fluffig flaumigen neapoletanischen Teigteilen. Macht aber nichts – die Pizza ist trotzdem sehr lecker. Die Salami wohlschmeckend und die optionalen Pfefferoni geben die notwendige Würze. Trotzdem vermissen wir ein wenig die herrliche Fuego des Francesco.

Pizza Verdure - Alto
Pizza Verdure – Alto
Pizza Verdure - Alto
Pizza Verdure – Alto

Die Pizza Verdure steht der Salamipizza um nichts nach (ausser das eben Fleisch fehlt) – auch hier ist der Teig sehr dünn und knusprig, der Belag frisch und von sehr guter Qualität. Eine gute Wahl für das (vermeintlich) schwache Geschlecht.

Pizza Alto - Alto
Pizza Alto – Alto
Pizza Alto - Alto
Pizza Alto – Alto

Unser pizzatechnisches Highlight war die Pizza Alto. Belegt mit Mozzarrella, Bergkäse, getrockneten Tomaten, Weintrauben sowie Südtiroler Schinkenspeck bietet diese Variante wahrlich eine Abwechslung zum sonst doch recht eintönigen Pizza Alltag. Und das Ganze ohne Tomatensauce. Der äußerst leckere Speck, der intensive Bergkäse gepaart mit der herrlichen Süße der Weintrauben – ein Gedicht. Wenngleich uns die Konsistenz der Pizza (wirklich wirklich knusprig) eher ein wenig an einen französichen Flammkuchen erinnert. Aber seis drum – geschmeckt hat es alle mal!

Alle Pizzen gibt es übrigens auch in einer Roggen/Vollkornvariante. Ein Tester hat sich geopfert und wurde nicht enttäuscht – diese Pizza schmeckt wirklich nach Vollkorn und sättigt (angeblich) mehr als die „normale“ Variante. Ist ebenfalls einen Versuch wert.

Nutellapizza?

No – gibt es hier nicht. Wir müssen zugeben, wir haben aber auch nicht nachgefragt oder selbst Nutella mitgebracht. Dafür gibt es im Alto einen sehr guten Apfel-Karamell-Schmarrn. Alles mit Apfel ist ja bekanntlich auch typisch Südtirol.

Apfel Karamell Schmarrn - Alto
Apfel Karamell Schmarrn – Alto
Apfel Karamell Schmarrn - Alto
Apfel Karamell Schmarrn – Alto

Bewertung Alto

  • Erreichbarkeit - 6/10
    6/10
  • Ambiente - 8/10
    8/10
  • Angebotsvielfalt - 7/10
    7/10
  • Freundlichkeit - 10/10
    10/10
  • Schnelligkeit - 6/10
    6/10
  • Kompetenz - 8/10
    8/10
  • Menge - 5/10
    5/10
  • Zubereitung - 10/10
    10/10
  • Geschmack - 9/10
    9/10
  • Preisleistung - 6/10
    6/10
  • Sexiness - 5/10
    5/10

Fazit

Solltet ihr aus Südtirol sein und in Wien leben - begebt euch zum Essen ins Alto und ihr fühlt euch wie daheim. Sowohl die Speisen als auch die Inneneinrichtung könnten nicht authentischer sein. Solltet ihr keine Südtiroler sein - ein Besuch schadet trotzdem auf keinen Fall. Das Essen schmeckt, die Kellner sind freundlich, das Ambiente ist nett - lediglich an der Preis / Leistung (größere Portionen oder kleinere Preise - sucht es euch aus, z.B. sind 13€ für eine eher kleine Pizza trotz hoher Qualität zu viel) und an der Geschwindigkeit könnte noch ein wenig gefeilt werden.

7.3/10
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Restaurant Eckdaten

Adresse: Dornbacher Straße 88, 1170 Wien

Öffungszeiten:
Montag bis Freitag 17:00 – 24:00
Samstag und Sonntag 11:00 – 24:00

Telefon: +43 (1) 480 480 0
E-Mail: book@alto.wien
Website: www.alto.wien
Facebook: www.facebook.com/alto.wien

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